Neues Mitglied im Ehrenrat von Kickers Offenbach

Unterwegs in offizieller OFC-Mission

+
Hatte früher schon drei Tage vorm Spiel Bauchweh und ist seit ein paar Tagen offizielles Mitglied des OFC-Ehrenrats: der Eppertshäuser Adi Grimm.

Die Offenbacher Kickers begleiten Adi Grimm schon sein ganzes Leben lang; und Grimm den OFC. Eine offizielle Funktion hatte der 75-jährige Eppertshäuser in den sieben Jahrzehnten, in denen die Farben Rot und Weiß sein Leben mitprägen, allerdings noch nie inne.

Eppertshausen – Doch Alter schützt vor Einsatz nicht: Vor ein paar Tagen wählten ihn die Mitglieder auf der Hauptversammlung des Vereins neu in den Ehrenrat. Erstmals ist der regional bekannte Sportartikel-Händler („Sport-Grimm“), der teils noch immer selbst im Geschäft in der Dieburger Fußgängerzone mitarbeitet, in offizieller OFC-Mission unterwegs.

In den nächsten vier Jahren – so lange dauert seine Amtszeit – vertritt Adi Grimm die Kickers beispielsweise auf Jubiläen oder Beerdigungen, schlägt rund um den Verein verdiente Leute für Ehrungen vor. Ehrungen, wie im vergangenen Jahr eine an den OFC-Fanclub Eppertshausen ging. Der feierte damals sein 50-jähriges Bestehen und rief dabei in Erinnerung, dass er nicht nur der älteste Fanclub des derzeitigen Regionalligisten ist, sondern bundesweit einer der ersten verbrieften Fußball-Fanclubs überhaupt.

Den Eppertshäuser Fanclub gründete Grimm 1968 persönlich mit, seine Kickers-Vita reicht aber noch deutlich weiter zurück. „Ich bin seit 70 Jahren OFC-Fan“, sagt er. „Als Fünfjähriger war ich zum ersten Mal bei einem Kickers-Spiel.“ In Zeiten, da an die Fankultur heutigen Ausmaßes noch nicht zu denken war – am Donnerstag etwa reisen 13 000 Frankfurter zum Europa-League-Spiel nach Mailand –, war Grimm schon ein wahrer Schlachtenbummler. Ende der 50er, als Teenie, fuhr er teils sogar im Mannschaftsbus mit. Bei einem Auswärtsspiel in Schweinfurt wurde er mal von der Polizei abgeführt, als er nach Spiel und Sieg seiner Kickers über den Zaun geklettert war und plötzlich einer vor ihm auf dem Boden lag. „Die dachten, ich hätte den umgehauen“, erzählt Grimm lachend. Zum Glück klärte ein Zeuge später den Sachverhalt auf.

Per Anhalter zum OFC-Spiel

Wenn’s bei den Heimspielen mal nicht klappte, dass sein Vater Adam Grimm zum Bieberer Berg fahren konnte, fand Klein-Adi zusammen mit seinem Bruder Gerhard trotzdem eine Lösung: „Dann sind wir halt per Anhalter hingefahren.“ Daheimbleiben kam nicht in Frage: „Früher war mir der Fußball so wichtig, dass ich schon drei Tage vor dem Spiel Bauchweh hatte.“

Das habe sich mit den Jahren gelegt. „Derzeit sind mir die Leute im VIP-Raum fast wichtiger als das Spiel“, gibt Grimm zu. Als Viertligist darben die Offenbacher momentan in der Versenkung, „da wieder rauszukommen, wird schwer“, prognostiziert Grimm. Das Problem sei, dass man für den Drittliga-Aufstieg „zehn überdurchschnittliche Spieler“ brauche. Derzeit habe der OFC „eher zwei oder drei“ dieser Kategorie – die dann womöglich schnell wieder von besser betuchten Klubs weggelockt würden.

Adi Grimm: Bei fast jedem Heimspiel des OFC dabei

Trotzdem verpasst Adi Grimm auch heute fast kein Heimspiel der Kickers. Auswärts ist er immer dabei, wenn es nach Saarbrücken geht, weil er sich mit dem dort lebenden Ex-Idol Egon Schmidt trifft. „Er war auch der erste Spieler, der unseren Fanclub besucht hat“, erinnert sich Grimm. Wegen der besonders netten persönlichen Art preist der Eppertshäuser noch heute vor allem Gerd Kaufhold („Der Fritz Walter in klein“) und OFC-Legende Hermann Nuber. „Fußballerisch hat mich Uwe Bein am meisten begeistert.“

OFC gegen Hessen Dreieich: Bilder zum Derby

Zu Bein hält Grimm wie zu einigen anderen Ex-Spielern noch heute den Kontakt. „Das hat mir immer viel gegeben“, strahlt er. Einstige Topspieler kauften oft sogar ihre Kickschuhe im Dieburger Laden. Heute sei das – auch aufgrund größerer Zwänge durch Ausrüsterverträge – anders. Die Jugendteams des OFC beliefert Adi Grimm aber nach wie vor. „Auch die Spieler unserer ersten Mannschaft sind charakterlich in Ordnung“, lobt er. „Deswegen und weil wir das schönste Stadion haben, hätten wir den Aufstieg verdient. Und in der 3. Liga ginge es dem OFC gut.“

Im Ehrenrat des Vereins übernimmt der Eppertshäuser nun jedenfalls einen Teil der repräsentativen Aufgaben der Kickers. Vor einem halben Jahr habe man ihn gefragt, ob er sich für das Ehrenamt zur Verfügung stellen würde. Adi Grimm musste allerdings nicht lange überlegen: „Es war mir eine Ehre, dass sie an mich gedacht haben.“ (jd)

Lesen Sie dazu auch: Stillstand trotz starker Siegesserie beim OFC

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare