Das Eppertshäuser Sportzentrum

Öffentliche Liegenschaften: Dank Kunstrasen attraktiver

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Durch Trennwände lässt sich die Großsporthalle in drei kleinere Einheiten aufteilen. Das Foto entstand bei den Ferienspielen 2018 des TAV.

Sie machen einen wichtigen Teil des Freizeitwerts einer Gemeinde aus: öffentliche Liegenschaften, etwa Bürgerhallen, Sportstadien oder Freizeitzentren. Auch Münster und Eppertshausen haben diesbezüglich einiges vorzuweisen.

Eppertshausen – Doch wer nutzt diese Objekte und was kosten sie? Wo stehen in näherer Zukunft womöglich Veränderungen an? Unsere Zeitung hat sich die markantesten Liegenschaften in beiden Kommunen näher angesehen und beleuchtet sie in loser Folge näher. Die spärliche Information auf der Website der Gemeinde ist veraltet: „Rasenspielfeld für Jugendsport, Tennenplatz, Kleinspielfelder . . .“ ist dort zur Ausstattung des Eppertshäuser Sportzentrums zu lesen. Den „Tennenplatz“ kann man seit einigen Monaten streichen, vor dieses Fußball-Großfeld genau wie vor die beiden Kleinspielfelder den Zusatz „Kunstrasen“ setzen. Durch die 2018 realisierte Umwandlung der drei Hartplätze am Nordzipfel der Nieder-Röder Straße hat das 1982 eingeweihte Sportzentrum weiter an Attraktivität gewonnen.

TAV und FV Eppertshausen sind die Hauptnutzer. Das geht aus dem Belegungsplan für die Sporthalle sowie die Fußballplätze und die den Naturrasenplatz umgebenden Leichtathletik-Anlagen samt Laufbahn hervor. Die Fußballplätze nutzt naturgemäß der Fußballverein, der durch seine zuletzt stark gewachsene Jugendabteilung wieder steigenden Bedarf anmeldet. Die von FVE und Gemeinde Hand in Hand optimierte Infrastruktur, die das Rathaus dem Verein über einen 25-jährigen Mietvertrag zur Verfügung gestellt hat, soll in den nächsten Jahren für weiteren Zulauf sorgen.

Musste das Training in den Wintermonaten früher ausfallen, in die (oft volle) Halle verlegt werden oder aber ging mit schmerzenden Knochen und Abschürfungen auf dem Hartplatz einher, so ist das Training auf dem Kunstrasen nun fast immer möglich. Naturrasenplätze sind bei Frost, in Regenperioden, aber auch in trockenen Sommer bekanntlich oft wochenlang gesperrt, um sich zu regenerieren.

Freilich werden auch künftig gerade die jüngeren Junioren nicht in der Eiseskälte kicken, sondern einige Wochen lang in die Halle umziehen. Im Eppertshäuser Sportzentrum liegt alles beieinander: Die Großsporthalle in den Maßen 45 auf 27 Metern samt ausfahrbarer 200-Zuschauer-Tribüne, Fußballplätze (durch die Bolzplätze auch für jedermann), 400-Meter-Laufbahn, Hoch- und Weitsprunganlagen sowie eine Anlage für Skater und Biker. Nebenan befindet sich das an professionelle Gastronomen vermietete FVE-Vereinsheim. Reichen die Parkplätze an und hinter der Halle mal nicht aus, stehen die Autos entlang der Nieder-Röder Straße.

Zum Eröffnungsspiel auf dem neuen Kunstrasenplatz liefen im Herbst neben den zweiten Mannschaften des FVE und der Viktoria Kleestadt auch Landtagsabgeordneter Manfred Pentz (vorn links) und Carsten Helfmann (dahinter) ein.

Draußen und drinnen fühlen sich also die Fußballer wohl (neben FVE-Teams auch einige Hobbykicker), hinzukommen in großer Zahl Gruppen des Turn-Athletik-Vereins. Der TAV Eppertshausen bietet unter anderem Turnen und Leichtathletik an und frequentiert das Sportzentrum unter der Woche nachmittags und abends. Hinzu kommen die Handballer, die in einer Spielgemeinschaft zusammen mit dem TV Münster agieren und das Gros ihrer Heimspiele in Eppertshausen austragen.

Weiterhin genutzt wird gerade die Sporthalle auch durch die Ahmadiyya-Gemeinde, den GKV Lotus, die FVE-Damengymnastik, TAV-Tanzgruppen, die Kolpingsfamilie und den Odenwaldklub. In besonders beliebten Zeitfenstern sind Disziplin und Rücksicht gefragt: Wollen mehrere Nutzer unterm Hallendach gleichzeitig Sport treiben, wird die Halle in Drittel aufgeteilt. Vormittags herrscht unter der Woche gähnende Leere: Stephan-Gruber- sowie Mira-Lobe-Schule fahren zum Schulsport nicht mehr hinaus. Sie nutzen die Mehrzweckhalle des Kreises direkt an der Schule oder auch die benachbarte Bürgerhalle.

Damit die Halle im Sportzentrum in Schuss bleibt, sorgt ein Chipsystem dafür, dass die Gemeinde kontrollieren kann, welcher Nutzer ihr Objekt wann betreten hat. Für strapazierte Nerven sorgte und sorgt das Legionellenproblem in der Nasszone der Halle (Kabinen und Sanitäranlagen nutzen die Fußballer auch, wenn sie draußen spielen) inklusive juristischer Auseinandersetzung mit dem Planer.

Der jährliche Zuschussbedarf samt Abschreibungen betrug 232 000 Euro – noch vor der Umwandlung der Hartplätze in Kunstrasenfelder. Damit kostet der Unterhalt des gesamten Sportzentrums die Gemeinde derzeit etwa so viel wie ihre Bürgerhalle. Monatlich ein Tausender geht allein für die teure Zwischenlösung mit ständig auszutauschenden Filtern in den Duschen drauf.

VON JENS DÖRR

Quelle: op-online.de

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