Valentin Waldmann wichtigster Gefährte

Klaus-Rüdiger Wenzel gibt Vorsitz des TAV nach 18 Jahren ab

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Vor zwei Jahren erhielten sowohl Klaus-Rüdiger Wenzel (am Mikrofon) als auch Valentin Waldmann (links daneben) für ihren jahrelangen Einsatz im TAV-Vorstand den Landesehrenbrief. 25 Jahre lang arbeiteten die beiden Männer ehrenamtlich Seite an Seite. Vor wenigen Tagen schieden beide aus ihren Ämtern aus.

Eppertshausen - Eine Ära endet: Der langjährige Vorsitzende des TAV und sein wichtigster Weggefährte gaben ihre Ämter ab. Und der Ex-Vereinschef schreibt Abschiedsbriefe an Gemeinde und Ämter. Von Jens Dörr 

„Der TAV ist ihr Leben“, sagte Landrat Klaus Peter Schellhaas, als er vor zwei Jahren den Landesehrenbrief an gleich zwei tragende Säulen des 700 Mitglieder starken Eppertshäuser Turn- und Athletik-Vereins überreichte. Klaus-Rüdiger Wenzel und Valentin Waldmann wurde damals die hohe Ehre zuteil. Ihren Ämtern als Erster beziehungsweise Zweiter Vorsitzender des TAV blieben sie auch danach und im Anschluss an das 125-jährige Vereinsbestehen treu. Ende März aber endete eine Ära: Wenzel, 18 Jahre lang erster Mann in einem der wichtigsten Vereine im Ort, schied aus seinem Amt aus. Ebenso wie Waldmann, über zweieinhalb Jahrzehnte hinweg sein wichtigster Gefährte.

„Wenn sich zwei gegenseitig anfeuern, dann macht das Spaß“, blickt Wenzel wenige Tage nach den TAV-Wahlen, in denen Elke Arntz-Müller zur Nachfolgerin bestimmt wurde, auf 25 Jahre gemeinsame Arbeit insbesondere mit Valentin Waldmann zurück. Mit dem trat er 1992 in den Bauausschuss des Vereins ein. Zum TAV kam der gebürtige Braunschweiger, der zunächst Modellschreiner gelernt hatte, später ein Studium draufsattelte und sein Berufsleben als Maschinenbau- und E-Technik-Ingenieur bewältigte, durch seinen Sohn. „Bei mir verhält es sich diesbezüglich etwas anders als bei Valentin, der ein Ursportler des Vereins ist“, sagt er. Ohnehin kommt er im Rückblick immer wieder auf Waldmann zu sprechen.

Denn ohne die gemeinsame Arbeit mit anderen TAV-Mitgliedern, ganz besonders aber Waldmann, der noch zwei Jahre älter ist als der 77-jährige Wenzel, wäre der Eifer ab und an wohl auch beim Vorsitzenden und Bauausschuss-Chef abgeebbt. „Glauben Sie nicht, dass man samstagabends einfach so in eine Sporthalle geht und ein Gerät repariert“, sagt Wenzel. Im Beisein von Waldmann fiel derlei deutlich leichter. „Zu zweit macht das viel mehr Freude, da vergeht dann auch die Zeit.“ Ab 1999, als Wenzel zum Vorsitzenden und Waldmann zu seinem Stellvertreter geworden war, lenkten die beiden die TAV-Geschicke als Führungsduo.

Es war eine Phase, die keine leichte war. Mitte der 90-er hatte der TAV noch 1 000 Mitglieder; gerade große Trends wie die Ganztagsschule, das immer stärkere Aufkommen der Fitnessstudios und allgemein verändertes Freizeitverhalten hinterließen seither trotz aller Bemühungen auch bei den Eppertshäusern mit ihren Abteilungen Turnen, Leichtathletik, Handball, Tennis sowie Gymnastik und Tanz ihre Spuren. Der TAV handelte, wo immer möglich, pragmatisch – etwa in der Handball-Spielgemeinschaft mit dem TV Münster. Rein quantitativ dürfte man auf absehbare Zeit trotz wachsender Eppertshäuser Bevölkerung und des gerade wieder erstarkenden Nachwuchs-Tennis’ jedoch nicht mehr an die einstigen Spitzenzeiten herankommen.

Wenzel geht nach 18 Jahren Dauereinsatz als TAV-Vorsitzender indes mit einem guten Gewissen. Noch Ende vergangenen Jahres hatte er es gar für möglich gehalten, für eine weitere zweijährige Amtszeit zu kandidieren. „Dann habe ich mich dagegen entschieden. Vieles ist dann nur noch Routine, und irgendwann sollen es auch mal Jüngere machen.“ Die Entscheidung erleichterte, dass Elke Arntz-Müller ihren Hut in den Ring warf.

Bilder: Kerb in Eppertshausen

Wenzel selbst will dem Verein weiter als Helfer erhalten bleiben. Waldmann gehört dem Vorstand weiter an, wenngleich auch „nur“ noch als Beisitzer. Der Ex-Vorsitzende schreibt gerade seine Abschiedsbriefe an Gemeinde und Ämter. „Auf der einen Seite tut’s einem schon weh, auch weil man nun ja von den Informationen aus erster Hand abgeschnitten ist.“ Andererseits werde ihm definitiv nicht langweilig: „Leerlauf kenne ich nicht“, sagt Klaus-Rüdiger Wenzel und blickt schon wieder nach vorn: „Ich kümmere mich jetzt um meinen Garten und will zuhause mal an meine Ablage ran. Die ist inzwischen anderthalb Meter hoch.“ Und ein bisschen „Vorsitzender“ bleibt er beim TAV ja auch noch: Im Rahmen der jüngsten Neuwahlen ernannte ihn der Eppertshäuser Verein zu seinem Ehrenvorsitzenden.

Quelle: op-online.de

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