Mike Gruszin produziert, Nadine Kraft tanzt und singt

Kreativ-Duo mit Tonstudio

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Kreative Power aus Eppertshausen: Mike Gruszin (sitzend) und Nadine Kraft, hier mit Sänger Dario Pellecori im „Control Room“ des Aufnahmestudios in der Mierendorff-Straße.

Eppertshausen – Wer kürzlich das Haus von Mike Gruszin und Nadine Kraft in der Mierendorff-Straße und dort das Aufnahmestudio im Keller betrat, dem dürften auf den ansonsten picobello aufgeräumten 90 Quadratmetern die Sektflaschen ins Auge gefallen sein. Es gab einiges zu feiern. Von Jens Dörr

Das neuste Werk des unter dem Namen Ellues Records firmierenden Studios kam auf den Markt: „Flugmodus“, das erste Album des Sängers Dario Pellicori. Der Deutschpop des Offenbachers, beeinflusst von Genres wie Hip-Hop und Soul, ist Teil dessen, was in jüngerer Vergangenheit der Musikoase am Eppertshäuser Ortsrand entsprungen ist. Für Gruszin und Kraft liegt hier nicht nur das Familiennest für sie und die beiden Kinder, sondern auch der Ausgangspunkt für ganz unterschiedliche Künste, mit denen sie ihren Lebensunterhalt verdienen.

Mike Gruszin ist unter anderem als DJ erfolgreich im Geschäft. Unter dem Namen „Mike 808“ legt er beim After-Work-Shipping auf dem Main ebenso auf wie auf der Kerb in Groß-Zimmern oder früher auf ganz großer Bühne bei der „Comet“-Verleihung im Team mit Szenestar und Hip-Hop-DJ Tomekk. „Ich komme ursprünglich aus dem DJing“, erzählt Gruszin. „Nach und nach bin ich dann auch in die Musikproduktion gerutscht.“

Schon 2006 gründete er, wie seine Partnerin Ende 30, sein eigenes Label und Tonstudio, das er lange in Offenbach betrieb. Durch den Hausbau gemeinsam mit der waschechten Eppertshäuserin zog vor zwei Jahren auch das Tonstudio um. „Das Studio läuft auch hier gut“, freut sich Kraft. Und räumt ein: „Ein wenig wider Erwarten, denn wir dachten, wer kommt denn schon nach Eppertshausen?“

Das sind so einige, wie Gruszin berichtet. Er könne sich vor Anfragen für Studioaufnahmen kaum retten, auch wenn ein nennenswerter Teil davon schon deshalb nicht zur Zusammenarbeit führe, weil die finanziellen Vorstellungen des Produzenten sowie der Bands und Solokünstler auseinander lägen. Die relativ abgeschiedene Lage in der 6000-Seelen-Gemeinde und nahe dem Feldrand indes sei in der Regel kein Ausschlusskriterium. Popsängerin Emily Heart etwa reist eigens aus Dresden an, ihr Manager aus Düsseldorf, „die treffen sich dann in Eppertshausen“.

Dort entstehen – wie beim neuen Album von Dario Pellicori – zunächst die grundsätzliche Richtung des Sounds und musikalische Skizzen, ehe mitunter Monate der Studioarbeit bis zur Abgabe zum Mastering und zur CD-Pressung ins Land ziehen. Pellicori schwärmt von der Wohlfühl-Atmosphäre im Eppertshäuser Studio, das sich in Aufnahmeraum (auch für ganze Bands), separate Kabine für Sänger und Soloinstrumentalisten, Besucherraum und den „Control Room“, praktisch Gruszins „Tonzentrale“, aufteilt. Dort setzt er neben neuster Software noch immer auch Elemente der analogen Tontechnologie ein.

Die hohen Investitionen –allein der Rohbau für den speziell als Studio konzipierten Keller habe 80 000 Euro verschlungen – sollen sich auch in den nächsten Jahren auszahlen. „Gerade, dass ich hier ganze Bands aufnehmen kann, beschert mir viele Anfragen“, sagt der Produzent. Eigentlich müsse man „einen Schatten haben, wenn man ein Tonstudio baut“. Er stelle aber fest, dass sich sein Mut auszahle, die Möglichkeiten in der Mierendorff-Straße wertgeschätzt würden.

Wie werde ich Sounddesigner/in?

Dazu gibt es dem Eppertshäuser Künstlerpaar ein gutes Gefühl, dass Mike Gruszin als DJ-Allrounder auf der Einnahmenseite über eine sichere Bank verfügt. Auch Nadine Kraft, obwohl erst vor fünf Monaten zum zweiten Mal Mutter geworden, ist schon wieder professionell in der Musik unterwegs: Kürzlich stand sie als Tänzerin und Background-Sängerin bei Schlagerstar Markus („Ich will Spaß“) auf der Bühne.

Bald stehen auch die ersten Live-Shows von Sänger Dario Pellicori an, zu dessen Album die Eppertshäuserin ebenfalls den Hintergrundgesang beisteuerte. Dann wird sie –zur Produktion ihres Partners – die nächsten Liveauftritte haben. Kennengelernt haben sich die Kreativen aus der Mierendorff-Straße übrigens – und irgendwie fast logisch – beim Gesangsunterricht.

Wer einen Eindruck vom Studio erhalten und Pellicori sowie Kraft singen hören und sehen möchte, gibt derweil einfach „Dario Pellicori“ in der Suchmaschine seines Vertrauens ein: Als Ergebnis wird unter anderem das Akustik-Video zum Album-Namensgeber-Titel „Flugmodus“ auf Youtube angezeigt.

Quelle: op-online.de

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