Medaille und Visitenkarten zum 70.

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Der Vorsitzende der Gemeindevertreter, Rainer Eder, verteidigt den Ruf des Politikers im Ehrenamt. Gleich zwei Plaketten gab es für Rainer Eder zum 70. Geburtstag. Zum einen die Alfred-Dregger-Medaille der CDU Hessen, zum anderen die Eppertshäuser Auszeichnung. Unser Bild zeigt von links den hessischen Innenminister Peter Beuth, Rainer Eder sowie Bürgermeister Carsten Helfmann.

Eppertshausen - Als Rainer Eder am Montag zur Bürgerhalle kommt, um den Empfang der Gemeinde zu seinem 70. Geburtstag wahrzunehmen, fällt sein Blick auf ein Polizeiauto vor der Bürgerhalle: „Da habe ich schon geahnt, was mich erwartet. Von Michael Just 

Polizei heißt meist, dass ein Minister kommt“, wird er später in seiner Dankesrede sagen. Und mit dieser Vermutung lag der Vorsitzende der Gemeindevertretung nicht daneben: Kein geringerer als der hessische Innenminister Peter Beuth wollte dem Geburtstagskind persönlich gratulieren. Ebenfalls gekommen: die Bundestagsabgeordnete Patricia Lips sowie der CDU-Kreisvorsitzende Gottfried Milde.

Beim Blick auf die politische Vita von Rainer Eder ist recht schnell klar, dass selbst Minister in der Reihe der Gratulanten nicht fehlen wollten: 51 Jahre ist der gebürtige Rödermärker, der als Kind nach Eppertshausen kam, schon im CDU-Vorstand. Über 45 Jahre währt sein Engagement bereits für die Kommunalpolitik, den Vorsitz der Gemeindevertretung hat er seit zwölf Jahren inne. Der Besuch aus Wiesbaden bezeichnete Eder als „Charakterkopf“ und als einen der Väter für die erfolgreiche Entwicklung von Eppertshausen. Er sei Denker und Lenker, ohne dabei die Sorgen der Menschen zu vergessen. Dafür stünden mittlerweile über 50 Termine von „CDU vor Ort“. Laut Beuth ärgere es Eder immer wieder, wenn am Stammtisch über Politiker geschimpft werde und diese dabei alle in einen Topf wanderten. Damit würde man zu 99 Prozent jene verunglimpfen, die Politik als Ehrenamt betrieben und ihre Freizeit zum Wohle der Kommune opferten.

Auszeichnung für herausragende Leistungen

Nach dem Eintreffen des CDU-Kreisvorsitzenden Gottfried Milde erhielt der Eppertshäuser die Alfred-Dregger-Medaille in Silber. Die Medaille ist eine Auszeichnung der CDU Hessen für herausragende Leistungen und soll, wie es Beuth formulierte, die „Anerkennungskultur parteipolitischen Wirkens fördern“. Nach dem Verdienstorden am Bande und dem Landesehrenbrief darf sich der 70-Jährige damit über eine weitere große Auszeichnung freuen. Der Dank Beuths ging auch an Eders Frau Lioba, die in der Vergangenheit habe viele Stunden auf ihren Mann verzichten müssen.

CDU-Ortsverbandsvorsitzender Charles Ross hob heraus, dass sein Parteieintritt auf Rainer Eder zurückzuführen sei. „Es würde Dir gefallen, bei der CDU mitzumachen“, rief er dessen Worte von 1996 in Erinnerung. 1997 bewegte ihn Eder zum Parteivorsitz. Weitere Grüße für das Geburtstagskind kamen vom Siegfried Sudra im Namen des Gruppenwasserwerks Dieburg. Hier ist Rainer Eder Vorsitzender der Verbandsversammlung.

Ein Urgestein der Lokalpolitik

Bürgermeister Carsten Helfmann bezeichnete Eder als Urgestein der Lokalpolitik, der 50 Jahre alles Persönliche dem Terminkalender der Gemeinde hintanstellte. Mit der Eppertshäuser Plakette folgte für Eder eine weitere Ehrung, die bisher nur Alt-Bürgermeister Peter Larem zuteil wurde. Ferner bekam Eder von Helfmann eigene Visitenkarten, die der Verwaltungschef, wie er sagte, noch nicht beim ihm entdeckt habe. Damit war auch ein Wink verbunden, dass Eder der Kommunalpolitik, und seiner Partei, noch recht lange erhalten bleibe. „Nach 45 Jahren Kommunalpolitk wäre es schön, wenn du die 50 oder 60 Jahre noch vollmachst“, hieß es nicht nur einmal.

Die große Wertschätzung, die Rainer Eder zu seinem 70. Geburtstag zuteil wurde, hängt auch mit seinem Charakter und seinem politischen Stil zusammen. Stets suchte er den Ausgleich mit dem politischen Gegner, persönliche Angriffe oder Beleidigungen sind ihm fremd. „Man kann in der Gemeindevertretung über eine Sache geteilter Meinung sein. Nach der Sitzung muss man aber noch miteinander reden und ein Bier trinken können“, lautete sein stets diplomatisches und respektvolles Credo.

Diese Anerkennung brachte Alt-Bürgermeister Herbert Weber (SPD) zum Ausdruck, der ebenfalls zum Empfang kam. Eder und Weber verdeutlichen die menschliche Komponente, die der Politik niemals abhanden kommen sollte. Schon als Messdiener kennen sich die beiden, bevor sie über Jahrzehnte - mit der stetigen Wertschätzung des anderen - die Eppertshäuser Politik in ihren Parteien prägten.

Quelle: op-online.de

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