Mira-Lobe-Schule feiert im Winter ein Fest

Licht verbindet alle Kulturen

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Das Wagnis „Schulfest im Winter“ gereichte zum vollen Erfolg: Hier die Begrüßungstruppe mit Schulleiterin Jutta Meier.

Eppertshausen - Ein Schulfest im Dezember feiern zu wollen ist ein Wagnis, das sich allerdings für die Mira-Lobe-Schule voll auszahlte. Nicht nur, dass die rund 120 Schüler der Schule mit dem Schwerpunkt Sprachheilförderung begeistert waren: Auch die Eltern zogen mit.

So viele wie nie zuvor halfen beim Vorbereiten und Ausrichten. Grund: Es wurde nicht speziell an Weihnachten gedacht, sondern an die Bedeutung des Lichts in dunklen Zeiten und in allen Herren Länder. In die Schule am Niederfeld kommen Schüler aus dem gesamten ehemaligen Altkreis Dieburg, mithin sind lange Wege in Kauf zu nehmen. Von den 33 Ortschaften, aus denen die Kinder nach Eppertshausen anreisen, liegen einige über 30 Kilometer entfernt, Ernsthofen beispielsweise. Und so ist es schon beachtlich, dass so viele Schüler mit ihren Eltern nochmals am Nachmittag anreisten, den internationalen Adventszauber an der Schule zu erleben.

Riesenspaß für Kinder und Eltern: Ein Ritter kam mit großem Kleider-Fundus in die Mira-Lobe-Schule zum Adventszauber und wer wollte, konnte sich für ein großes Foto-shooting ins mittelalterliche Gewand werfen.

„Ein Schulfest im Dezember? Wenn es dunkel ist? Kalt? Ungemütlich? Und draußen auf dem Schulhof? Was machen die da an der Mira-Lobe-Schule?“ Mit dieser rhetorischen Eingangsfrage begrüßten Schulleiterin Jutta Meier und vier mitmoderierende Schüler die vielen Gäste, die sich im Wintergrau auf dem gepflasterten, nasskalten Schulhof wohl ähnlichen Gedanken hingegeben haben mögen. Und Mia konterte auch gleich: „Aber freuen wir uns nicht gerade jetzt, in der dunklen Jahreszeit, über Licht und Wärme?“ Je früher die Dunkelheit beginnt, desto mehr genössen es die Menschen, Lichter erleuchten zu lassen. Ab dem ersten Advent zündeten Christen jede Woche eine Kerze mehr am Adventskranz an, lautete die Erklärung für den Fest-Titel „Adventszauber“, um gleich überzuleiten, denn Licht ist global wichtig für den Menschen. So führte die Begrüßungsreise zunächst nach Asien mit „Divali“, dem Fest der Hindus, das übersetzt „Lichtermeer“ bedeutet. „Damit feiern sie am Ende der Regenzeit den Sieg des Lichts über das Dunkel und den Sieg des Guten über das Böse“, verdeutlichte Richi.

Die Buddhisten feiern am Ende der Regenzeit in der Oktober-Vollmondnacht ihr Fest „Pavana“, für das Häuser und Tempel ins Licht unzähliger Kerzen getaucht werden, geht es dieser Religionsgruppe doch überhaupt um „die Erleuchtung“. Die Schüler erinnerten an Chanukka, das jüdische Lichterfest mit den neunarmigen Leuchtern. Chanukka bedeutet Einweihung. Das Fest erinnert daran, dass das ewige Licht des Leuchters im Tempel weiter strahlte, bis endlich der Öl-Nachschub kam. Mit „Mevlid Kandili“ feiern Muslime ein Fest zu Muhammads Geburtstag: „Der Prophet überbrachte den Koran und erhellte damit ihr Leben“, verdeutlichte Eda.

„So viele Länder, so viele Religionen. Alle feiern Feste mit Licht und Wärme“, vermittelte die Schulleiterin an die große Gästeschar, um aufs eigentliche Schulfest zu kommen, bei dem es nicht nur viel zum Thema verbindendes Licht gab, sondern vor allem gute Unterhaltung und viel Speis und Trank.

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Viele tolle Mitmach-Aktionen erwarteten die Gäste auf dem Schulhof und in den (beheizten) Klassenräumen: Papierschöpfen, Sternenwerkstatt, Kerzentauchen, Kekskerzen, Moosgärtchen, Schokoladenfrüchte oder Weihnachtsdekoration basteln. Seine Sinne konnte man schulen beim Klang-, Duft- und Naschmemory. Auch einen mittelalterlichen Programmteil gab es: Das Rüstzeug der Ritter wurde von einer eigens fürs Fest engagierten Mitmach-Theatertruppe gezeigt und erklärt. Gäste durften sich beim Armbrustschießen probieren oder die Eltern ihre mittelalterlich gekleideten Kinder bei der inszenierten Modenschau fotografieren. Außerdem gar es Basteleien. Und freilich die Mira-Lobe-Schultasse, die mit Füllung (Glühwein oder Kinderpunsch) für fünf Euro als Andenken an den Winterspaß in der Schule zu erstehen war. Jede zweite Füllung der Tasse mit dem Schullogo der Pusteblume darauf gab’s für einen Euro. (tm)

Quelle: op-online.de

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