Erneut auf Jugendpfleger-Suche

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Eppertshausens Pfarrhaus wird saniert. Hier könnte nach neuen Überlegungen der katholischen Kirche auch der Hort untergebracht werden. Das Thema wurde zunächst vertagt.

Eppertshausen/Münster - Ob und wo die katholische Kirche den Hort für Eppertshausen weiter betreibt, bleibt offen. Kein offenes Geheimnis ist, dass René Bach die interkommunale Zusammenarbeit aufgekündigt wird. Von Thomas Meier

Ob die katholische Kirche Träger der Kindertagesstätte St. Sebastian nebst angeschlossenem Hort bleibt und die im vergangenen Sommer strittigen Verträge mit dem bischöflichen Ordinariat in Mainz nochmals unter Dach und Fach kommen, blieb zur jüngsten Gemeindevertretersitzung offen. Kein offenes Geheimnis ist allerdings mehr, dass sich die Gemeinden Münster und Eppertshausen innerhalb kurzer Zeit erneut auf die Suche nach einem neuen Jugendpfleger machen.

Einige Zuschauer fanden sich zur Sitzung im geteilten Saal des Rathauses ein, die Hälfte von ihnen verließ ihn alsbald wieder, nachdem der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Rainer Eder, vom Absetzen des Hort-Tagespunktes berichtet hatte. Weil erst am späten Nachmittag letzte Schriftstücke vom Bistum an die Gemeinde übersandt worden seien, die zu prüfen man keine Zeit mehr gehabt habe, könne man nicht über die Zukunft der Betreuung beraten.

Pfarrer Röper freut sich schon

Doch bereits in vorangegangenen Ausschusssitzungen zeichnete sich eine Einigung mit der Kirche ab. Und auch Bürgermeister Carsten Helfmann ließ mit einer Randbemerkung erkennen, dass der Hort wohl wieder in trockene Kirchentücher gelangen könnte: „Pfarrer Röper freut sich schon, im zu sanierenden Pfarrhaus in den ersten Stock über den dort angedachten neuen Hort zu ziehen.“

Grund aller Neuorientierung ist, dass die Gemeinde im Sommer vergangenen Jahres den Vertrag mit der Kirche zu Kita und Hort wegen Unstimmigkeiten bei der Finanzierung aufgekündigt hatte. Hauptstreitpunkt war die Bezahlung einer Bürokraft für die inzwischen siebenzügige Betreuungseinrichtung. Der aufgekündigte Vertrag hatte sich auf fünf Gruppen bezogen. Weil die Abrechnungsmodalitäten nicht im Sinne der Gemeindevertreter verlaufen waren, kam es zu den Neuverhandlungen, die noch nicht abgeschlossen sind.

Thema sorgt für Wirbel im Ort

Doch wirbelte das wichtige Thema im Ort bereits Staub auf. Der Hort soll in neue Räume umziehen, weil in der Kindertagesstätte mehr Platz für die Unter-Dreijährigen benötigt wird. Anders als bislang geplant, möchte die Kirche nun jedoch nicht Räume der Mira-Lobe-Schule für die Nachmittagsbetreuung nutzen, sondern den Hort im Pfarrhaus unterbringen. Das wird gerade für mehrere hundertausend Euro saniert und umgebaut. Eigentlich war vorgesehen, drei selbstständige Wohneinheiten mit eigenen Zugängen samt Bädern entstehen zu lassen, von denen eine Pfarrer Harald Christian Röper als Alterswohnsitz zu nutzen gedenkt. Jetzt kam die Hort-Idee neu hinzu. Die Gemeindevertreter werden in einer kommenden Sitzung zu entscheiden haben, ob diese Planungen abgesegnet werden können.

Nichts mehr abzusegnen gibt es indes beim Ausscheiden von René Bach als Jugendpfleger von Eppertshausen und Münster. Carsten Helfmann teilte kurz und knapp mit, dass man sich vom 47-Jährigen zum 30. April trenne.

Blank bezieht keine Stellung

Bach trat erst vor wenigen Tagen noch mit den beiden Bürgermeistern öffentlich auf, als es vom Land Hessen für die hervorragende interkommunale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Jugendarbeit eine Auszeichnung, verbunden mit 50.000 Euro, gab (wir berichteten). Er hatte erst im August das Amt des neuen hauptamtlichen Jugendpflegers der beiden Kommunen angetreten und scheidet nun zum Ende der Probezeit aus dem Dienst aus. Bach folgte auf Dennis Rühl, der im Februar 2011 das Amt als Diener zweier Herren als erster einnahm und seinen Hut nahm, weil er andere Vorstellungen von seinem Beruf hatte.

Bürgermeister Walter Blank wollte keine Stellung zur Aufkündigung der eben noch so hochgelobten Arbeit mit dem ehemaligen Streetworker beziehen. René Bach selbst, der gerade seinen Resturlaub nimmt, gibt sich „völlig überrascht“ von der Entwicklung. Noch bei der Preisverleihung habe er öffentlich die Gemeindechefs darauf aufmerksam gemacht, dass eine interkommunale Jugendarbeit schwierig sei, wenn die beteiligten Kommunen nicht wüssten, was sie eigentlich wollten. „Auch meine damalige Anregung für einen gemeinsamen runden Tisch in Sachen Jugendarbeit haben sie nicht aufgegriffen.“

Quelle: op-online.de

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