Pop-Musik

Nadine Kraft nutzt Corona-Zwangspause: Virus beschleunigt neues Album

Arbeitet an ihrem Popschlager-Album: die Eppertshäuser Sängerin und Tänzerin Nadine Kraft. Mit „Vielleicht“ ist gerade die erste Single erschienen. Fotos: Dörr
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Arbeitet an ihrem Popschlager-Album: die Eppertshäuser Sängerin und Tänzerin Nadine Kraft. Mit „Vielleicht“ ist gerade die erste Single erschienen. 

Sängerin Nadine Kraft aus Eppertshausen arbeitet an neuen Popschlagern. Die Corona-Krise kann ihr den Optimismus nicht rauben. 

Eppertshausen – „Wir sind die Ersten, die’s getroffen hat, und die letzten, die da wieder rauskommen“, sagt Nadine Kraft.  Wenn die Sängerin und Tänzerin aus Eppertshausen über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Heer der Künstler spricht, hört man dennoch kein Selbstmitleid raus. Gewiss, die Lage ist nicht leicht, zumal ihr Ehemann Mike Gruszin als Produzent und DJ in derselben Branche arbeitet. „Man kann die Krise aber auch als Chance nutzen“, betont Kraft – was bei ihr so gar nicht abgedroschen klingt und was sie gerade mit Leben füllt: Mit ihrem Partner und mehreren Songwritern kreiert sie aktuell ein Album.

Spätestens Ende des Jahres soll das Werk fertig sein und dann mit einer Reihe moderner Popschlager die Fans des Genres begeistern. Die erste Single ist gerade erschienen: Den Titel „Vielleicht“ kann man bei Youtube hören und sehen und am schnellsten unter dem Suchbegriff „Nadine Kraft“ finden. Das Video hat Gruszin produziert, im Feld zwischen Eppertshausen und Münster. Im Hintergrund blühen Äcker, fließt die Gersprenz. Und im Tonstudio in der Eppertshäuser Mierendorff-Straße fließen auch wieder die kreativen Gedanken.

Ganz kalt gelassen hat der Ausbruch des Virus’ auch das Künstlerpaar nicht. „Ich habe es schon im Januar an den Chinesen gemerkt“, sagt Gruszin, der unter anderem bei Firmenevents in Frankfurt auflegt, wo zu Jahresbeginn plötzlich die Geschäftspartner aus dem Reich der Mitte fehlten. Im März schlug SARS-CoV-2 dann auch in Deutschland durch, legte sowohl Gruszins DJ-Tätigkeit als auch die gebuchten Musikproduktionen im Studio lahm. Einerseits sei das zunächst fast unwirklich gewesen. „Andererseits war das letzte Jahr hart, ich habe durchgebuckelt. Deshalb haben mir die ersten Wochen Zwangspause gut getan“, sagt der 40-Jährige, der mit seiner Frau einen Sohn im Alter von zwei und eine Tochter im Alter von sechs Jahren hat.

Im Eppertshäuser Tonstudio von Mike Gruszin ist der Betrieb wieder angelaufen.

Von seiner Warte aus geht es jetzt zumindest in Teilen wieder aufwärts. An Veranstaltungen, für die er als DJ verpflichtet wird, ist fürs Erste zwar kaum zu denken. Im Studio ist der Betrieb aber angelaufen. „Jetzt kommen alle Künstler wieder mit neuen Ideen raus“, stellt er das Ende einer gewissen Lethargie fest. Die Hygiene- und Abstandsregeln lassen sich in seinem fast 100 Quadratmeter großen Reich unter dem Wohnhaus leicht einhalten. Gleichwohl die buchstäbliche Nähe zum Kunstschaffenden manchmal etwas fehle: „Musik ist ja eine Herzenssache. Da will man sich auch mal auf die Schulter klopfen.“

Neue Projekte – etwa die Musikproduktion für Online-Kurse eines Fitnessstudios –sowie die aus seiner Sicht lobenswerte staatliche Soforthilfe tragen dazu bei, dass Gruszin optimistisch nach vorn blickt. Wie auch Nadine Kraft, die finanziell zuletzt noch von einer Adventstour als Tänzerin und Background-Sängerin mit Jessica Wahls zehrte. Mit Blick auf Live-Auftritte in diesem Jahr macht sie sich jedoch nichts vor: „In dieser Hinsicht ist das Jahr gelaufen“, glaubt sie. Auch mit Schlagersänger Markus („Ich will Spaß“), zu dessen Team sie schon lange gehört, wird sie vorerst kaum die Bühne entern.

Bleiben beruflich derzeit die Kurse, die sie in einem Fitnessstudio gibt (und mit denen sie auch die eigene Form hält), vor allem aber die Produktion des neuen Albums. Einen Titel hat es noch nicht, der Song „Vielleicht“ dürfte es aber auf die Veröffentlichung schaffen. Ganz viel entsteht gerade erst. Der Gedanke ist klar: „Ich bin halt auch Sängerin, das kam zuletzt ein bisschen zu kurz“, sagt die Eppertshäuserin, die viele vor allem mit ihren Engagements als Tänzerin verbinden.

Im neuen Album will sie primär die Stimme und damit ihre (andere) Leidenschaft ausleben und mit ihren neuen Liedern und einer entsprechenden Show möglichst schon im kommenden Jahr auf Tour gehen. Erste Vorbereitungen laufen, wobei das gute Netzwerk von Nadine Kraft und Mike Gruszin, die sich einst beim Gesangsunterricht kennenlernten, hilft.

Selber Lieder für ihr Album zu schreiben, plant die Eppertshäuserin derweil nicht: „Ich bin eher der Umsetzer, bin diejenige, die es auf die Bühne bringt.“ Was hoffentlich schon bald wieder möglich ist.

Von Jens Dörr

Die Corona-Krise trifft den Kreuzfahrt-Anbieter marena aus Eppertshausen schwer: Fast die Hälfte der Mitarbeiter müssen gehen, fünf Büros schließen.

Quelle: op-online.de

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