Dirigent fordert zum Tanzen auf

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Neujahrskonzert mit dem Johann-Strauß-Orchester in Eppertshäuser

Eppertshausen - Beschwingt kamen die Eppertshäuser ins neue Jahr. Zumindest diejenigen, die sich eine Eintrittskarte für das Neujahrskonzert mit dem Johann-Strauß-Orchester in der Bürgerhalle gekauft hatten. Von Ulrike Bernauer

Das 30-köpfige Orchester spielte am Freitagabend nicht nur viele mitreißende Stücke, sondern Dirigent Stefan Ottersbach forderte das Publikum auch explizit zu einem Walzer auf.

Zwar konnte der musikalische Leiter schon vorher beobachten, dass einigen der Zuschauer die Melodien die Füße zucken ließen, aber nach der Aufforderung, „sie haben während der Ouvertüre Zeit, sich auf die Tanzfläche zu begeben“, war dieselbe noch leer. Aber eine andere Prophezeiung bewahrheitete sich: Sobald das erste Paar sich im Takt der Walzerklänge bewegte, füllte sich die Tanzfläche. Die „Eisbrecher“ waren Rainer Eder und die Solistin Deborah Lynn Cole, die sich als erstes Paar zu den Klängen des Orchesters wiegten.

Mit Puszta-Klängen verwöhnt

Die Sopranistin hatte schon vorher die Eppertshäuser begeistert mit ihrer bezaubernden Stimme, die mit Leichtigkeit die große Bürgerhalle mit ihrem Klang erfüllte. Mit Puszta-Klängen wurden die Zuhörer verwöhnt, leicht, beschwingt und heiter erlebten sie dieses Konzert. Das Orchester spielte zwar auch Stücke von Komponisten, die man nicht unbedingt in einem Neujahrskonzert erwarten würde, wie zum Beispiel von Johannes Brahms, aber auch dessen Klänge waren spritzig und somit vollkommen passend.

Mit viel Witz führte Dirigent Ottersbach das Publikum durch das Programm. So stellte der musikalische Leiter den Gegensatz zwischen manchem Stück, „unglaublich heiter und humorvoll“ und seinem Schöpfer, „der sah so aus, als müsste er zum Lachen in den Keller gehen“ heraus und erntete mit seinen Einführungen viele Lacher von den Zuhörern.

Orchester spielt 20 Neujahrskonzerte

Für das Orchester ballten sich in der Neujahrszeit die Auftrittstermine. In Eppertshausen absolvierte es sein 18. von 20 Neujahrskonzerten, war also bestens eingespielt. Die 30 Musiker, die auch in anderen Orchestern im Rhein-Main-Gebiet spielen, sind allerdings hochprofessionell und das Publikum erlebte nicht nur einen Hörgenuss, sondern die Damen in ihren Abendroben und die Herren in ihren festlichen Anzügen waren auch ein Augenschmaus. Ein Stück, die Ouvertüre aus dem Zigeunerbaron von Johann Strauß war fast typisch für den Konzertabend. Der Wiener Operettenkönig vereinte in seinem achtminütigen Stück nicht nur Walzer, Polka und Marsch. „Sondern alles, was den gesamten Strauß ausmacht“, wie Ottersbach erklärte. „Sie haben aber auch ein großartiges Orchester gehört mit einer hervorragenden Solo-Oboistin und die junge Dame, Viola Wertge, stammt aus Eppertshausen.“

Anlass für das Publikum, einen besonders langen und lauten Applaus in diesem an Beifall reichen Konzert zu spenden.

Quelle: op-online.de

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