Den Herausforderungen stellen

Mira-Lobe-Schule in der Corona-Krise in Pakt für den Nachmittag aufgenommen

Lehrer der Mira-Lobe-Schule und Mitarbeiter von „Die Villa“ stellten sich als Mitstreiter des Pakts für den Nachmittag untereinander vor.
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Lehrer der Mira-Lobe-Schule und Mitarbeiter von „Die Villa“ stellten sich als Mitstreiter des Pakts für den Nachmittag untereinander vor.

Ein Unterrichts- und Betreuungsangebot über den Schulvormittag hinaus einrichten zu können war der Mira-Lobe-Schule mit ihrem Förderschwerpunkt Sprache seit Jahren großes Anliegen. Seit diesem Schuljahr ist sie in den Pakt für den Nachmittag aufgenommen worden – mit einer soliden Ressource für Unterricht und Betreuung.

Eppertshausen – Dies Unterfangen in Corona-Pandemiezeiten umzusetzen, erforderte die gebündelten Kräfte aller Beteiligten in besonderem Maß. Grund jetzt, dass sich die Akteure vor Ort auf dem Schulhof in großem Kreis erst einmal untereinander vorstellten.

Die 20 Lehrkräfte rund um Schulleiterin Jutta Meier sehen im Pakt für die Nachmittagsbetreuung Möglichkeiten einer noch besseren pädagogischen Förderung der Kinder, die aus 16 Gemeinden des östlichen und mittleren Landkreises nach Eppertshausen kommen. Allein die Organisation der Bustransfers der Schüler stellt schon eine organisatorische Meisterleistung dar. Für die Eltern bedeutet der Pakt die Chance einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Das gesamte Bildungssystem, aber auch die Familien in ihrer Organisation unterliegen in der Gesellschaft einem fast atemberaubenden Entwicklungsprozess. Immer selbstverständlicher wird, dass in den Familien beide Elternteile berufstätig sind oder dass ein Elternteil alleine Kindererziehung und Berufstätigkeit unter einen Hut bringen muss. Parallel dazu entwickelt sich ein Bildungssystem, in dem das Modell „morgens Lernen, mittags Freizeit!“ immer mehr der Vergangenheit angehört. Eine Herausforderung für Schulen – besonders für die Grundschulen, insbesondere für Förderschulen.

„Das Staatliche Schulamt, das Hessische Kultusministerium und der Kreis als Schulträger haben sich intensiv darum bemüht, eine passgenaue Lösung für die Mira-Lobe-Schule zu finden“, lobt Schulleiterin Meier. Seit Schuljahresbeginn bedeutet die Neuerung, dass alle 120 Schüler von der Vorklasse bis zur vierten Klasse bis 14.15 Uhr die Schule besuchen. Die Kinder erhalten nun auch die Möglichkeit, ein warmes Mittagessen in der Mensa einnehmen. Schön für die Schüler: Es gibt zwar längere Schulverweilzeiten, aber keine Hausaufgaben mehr. Die werden in Form von Lernzeiten in der Schule bearbeitet. Es findet sich auch Zeit zum Spielen, Basteln und miteinander zu „chillen“, wie es auf Neuschülerdeutsch heißt. Nach 14.15 Uhr erfolgt in gewohnter, nur späterer Zeit die Beförderung der Schüler nach Hause.

Ein solcher Perspektivwechsel von Schule vom Lern- zum Lebensraum stellt nicht nur aus organisatorischer Hinsicht eine große Herausforderung dar. Je mehr Zeit die Kinder und Jugendlichen in der Schule verbringen, desto größer werden auch die Anforderungen an die erzieherische oder entwicklungspädagogische Kompetenz der Schule. Um auf diese Herausforderung angemessen reagieren zu können, suchen sich manche Schulen Partner, die ihre Kompetenzen gerade in diesem entwicklungspädagogischen oder erzieherischen Bereich angemessen ergänzen können.

Als Träger der Betreuung wurde für die Mira-Lobe-Schule „Die Villa“, Verein für innovative Jugendhilfe mit Sitz in Darmstadt, gewonnen, und damit ein sehr erfahrener Partner im Bereich der Ganztagsbetreuung. Pädagogische Leiterin ist Marion Kraus. Sie kennt die Mira-Lobe-Schule und ihre Schüler schon seit vielen Jahren aus ihrer Tätigkeit als Vertretungslehrkraft und ist überdies als Leitung der „Pädagogischen Mittagsbetreuung“ an der benachbarten Stephan-Gruber-Schule tätig.

Zehn Honorarkräfte, eine pädagogische Fachkraft und eine FsJ-Kraft stehen für die Betreuung der fünf- bis elfjährigen Kinder zur Verfügung. (Von Thomas Meier)

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