Ist Eppertshausen reif für die Skylobby?

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Die neue Halle könnte an der Stelle des bisherigen Bolzplatzes mit der längeren Seite Richtung Festplatz entstehen.

Eppertshausen - Vielleicht gehört das beschauliche Eppertshausen bald in den Kreis der Orte auf, in denen es eine Skylobby gibt. Zumindest, wenn eine der teureren Varianten eine Mehrheit findet, die die Planer des Büros Loewer und Partner am Donnerstagabend zahlreichen Parlamentariern sowie Vereins- und Schulvertretern vorgestellt haben. Von Alexander Klug

Die Gemeinde hatte sie damit beauftragt, Informationen zusammen zu tragen, auf deren Basis die Gemeindevertreter über Sanierung oder Neubau der in die Jahre gekommenen Halle entscheiden können.

Neugierig verfolgten die Parlamentarier die Zahlenkolonnen, die der Beamer an die Wand des Sitzungssaals projizierte, auch die Liste mit Vor- und Nachteilen von Sanierung und Neubau stieß auf Interesse. So soll die Sanierung mit mindestens 2,4 Millionen Euro zu Buche schlagen – das Gebäude an sich bliebe unverändert.

Außerdem präsentierten die beiden Ingenieure Varianten in zwei weiteren Stufen: Alte Stelle, aber um einen Anbau Richtung Straße erweitert für 2,7 bis 3,4 Millionen Euro und einen Neubau auf dem Gelände des derzeitigen (und ebenfalls baufälligen) Bolzplatzes am Festplatz für 3,6 bis 4,6 Millionen Euro – die Kicker würden nach dem Abriss der alten Halle auf deren Areal weiterspielen. Damit decken sich die Zahlen weitgehend mit den Ergebnissen einer ersten Untersuchung, die die Verwaltung im August vergangenen Jahres in Auftrag gegeben hatte.

Zumindest eine Skizze hatten die beiden Ingenieure im Gepäck, als sie Varianten für die Zukunft der in die Jahre gekommenen Mehrzweckhalle vorstellten.

Aus mancher Frage sprach Skepsis, andere machten aus ihrem Standpunkt keinen Hehl. „Bei einer 45 Jahre alten Halle brauchen wir doch eigentlich gar nicht lange über eine Sanierung zu diskutieren“, stellte SPD-Mann Raimund Viertl klar. Deren Ergebnis wäre eine zwar sanierte, aber immer noch alte Halle.

Außerdem müsse man sich überlegen, wo während der Sanierungszeit die Vereine Sport machen könnten.

Sein Fraktionschef Andreas Larem sprang ihm zur Seite. Bei gerade mal einer knappen Million Euro Differenz zwischen den Kosten für Neubau und Sanierung schien für ihn wenig Zweifel zu bestehen, dass ein Neubau der richtige Weg ist. „Die Einbeziehung des Festplatzes ist gut, so lassen sich Feste durch Vereine einfacher realisieren“, meinte der Fraktionsvorsitzende und Germania-Sänger.

Die Varianten des zweiten Sanierungskonzepts des Büros Loewer und Partner samt geschätzter Baukosten:  Sanierung mit unverändertem Gebäudekörper (1 450 Quadratmeter): 2,4 bis 2,9 Millionen Euro; Sanierung mit teilweisem Neubau (1 675 Quadratmeter): 2,7 bis 3,4 Millionen Euro; Neubau (1 820 Quadratmeter): 3,6 bis 4,6 Millionen Euro. Die Planer rechnen mit einer Bauzeit von 15 bis 18 Monaten bei einer Sanierung und 12 bis 15 Monaten bei einem Neubau. Quelle: Loewer und Partner

Doch auch skeptischere Töne waren zu hören: Um die Auswirkungen eines neuen Standorts auf die Schüler machte sich CDU-Fraktionschef Charles Ross Gedanken, „sie nutzen die Halle schließlich am meisten.“ Auch deren Vertreterin meldete sich zu Wort: „Der längere Weg von der Schule zur neuen Halle, in der der Sportunterricht dann stattfindet, dauert länger und ist ein Sicherheitsrisiko“, merkte die stellvertretenden Leiterin der Stephan-Gruber-Schule, Christiane Lachheb, an. Doch sei man gerade dabei, den Sportunterricht in Doppelstunden zu organisieren, was den Weg lohnender machen würde.

Nachdem ich zu Anfang zu 99 Prozent für eine Sanierung der Halle war, fange ich jetzt, wo einige in meinem Umfeld anderer Meinung sind, auch an umzudenken“, gab Bürgermeister Carsten Helfmann zu. Damit dürfte er unter den bisherigen Skeptikern nicht alleine dastehen.

Quelle: op-online.de

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