Team bereitet mit Kindern Menü zu

Abschmecken erlaubt, naschen nicht

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Zurechtzupfen der Kräuter ist ein Geduldsspiel. Filiz und Nils sind konzentriert bei der Sache, „Beikoch“ Dieter Hüllmandel (rechts) hilft mit und passt auf.

Eppertshausen - Zur Eppertshäuser Ferienfreizeit gehört auch wieder ein Kochkurs für Kinder. „Chefkoch“ Roland Groh fand sich bereits zum 19. Mal mit seinen „Beiköchen“ ein, um mit 15 Freizeitteilnehmern ein leckeres Menü zuzubereiten und anschließen gemeinsam zu essen. Von Peter Panknin 

Roland Groh, ein leidenschaftlicher Hobbykoch aus Obertshausen, hatte eine Menü-Karte mitgebracht, die von den Kindern mit Begeisterung aufgenommen wurde. Neben frischem Zitronen-Eistee mit Basilikum als Getränk sollten Würstchenraketen zu Gurke-Dill-Salat als Vorspeise gereicht werden, der fein marinierte Hähnchenkeulen aus dem Backofen als Hauptgericht folgte. Die Hähnchenkeulen fanden ein Nest in Odenwälder Kartoffelbrei, der rezeptmäßig nicht superfein püriert werden sollte, sondern auch kleinere Bröckchen enthalten durfte. Als Nachspeise standen süße Pfannkuchen mit Apfelkompott und Zitronen-Quark auf der Karte.

Der Haken an dieser lecker klingenden Komposition: es gab nichts Fertiges aus der Tüte, alles musste von den Kindern selbst vor- und zubereitet werden. Als „Beiköche“ sorgten Brigitte Steinmetz, Petra Tiel und Rosi Schrodt sowie Dieter Hüllmandel und Michael May dafür, dass alles ohne Verletzungen beim Umgang mit heißen Pfannen und scharfen Messern vonstattenging.

Schon beim Abreiben der Zitronenschale für den Tee merkten die Kinder, dass da eine gewisse Mühe dahinter steckte. Ordentlich sollte auch gearbeitet werden, denn „ich will kein Fruchtfleisch drin haben“ lautete die Anweisung des Chefkochs. Der achtete auch darauf, dass die verschiedenen Arbeitsplätze sauber gehalten wurden. „Kleckern kann schon mal passieren, aber dann gleich wegputzen und nicht erst breittreten“ erläuterte er und setzte seine Forderung auch durch.

Äpfel und Gurken waren zu schälen, zu schneiden oder zu raspeln, was die Kinder durchaus geschickt bewerkstelligten. Die Würstchenraketen mussten auch erst gebastelt werden. Natürlich nicht die Würstchen, die waren vom Metzger, aber sie mussten mittels Teigstreifen an Holzspieße gebunden werden. So vorbereitet kamen sie in den Backofen. Dort speicherten sie Hitze in ihrem Inneren und nahmen eine schöne bräunliche Farbe an. Braun und knusprig waren auch die selbst gebackenen Brezeln.

Roland Groh hat so seine Erfahrungen, denn Kinder werden hungrig, wenn sie so eine Mahlzeit zubereiten. Naschen war verboten, höchstens „Abschmecken“ erlaubt, damit niemand schon satt war, bevor es das eigentliche Mittagessen gab. Deshalb gab es eine Brezel. Die stillt den aufkommenden Appetit, ohne allzu satt zu machen. In zwei Gruppen wurde Teig für die Pfannkuchen gerührt, andere beschäftigten sich mit dem Anmachen des Gurkensalats. Die verzogene Miene des Chefkochs verriet, dass eine Prise Zucker in das Salatdressing wohl angebracht wäre, während die Milch für den Kartoffelbrei noch nicht die richtige Temperatur erreicht hatte. Als beides bereit war, kam eine gute Portion Butter in die kleingedrückten Kartoffeln, etwas Milch dazu, und schon konnte die Zubereitung des Kartoffelbreis beginnen. Dass man dafür kräftige Arme braucht, merkten die Kinder schnell, denn die Kartoffeln leisteten erheblichen Widerstand, bevor sie sich vom Stampfer zu einem geschmeidigen Brei verarbeiten ließen.

Während die letzten Handgriffe bei der Zubereitung des Mahles angelegt wurden, deckte eine andere Gruppe von Kindern den Tisch im Kleinen Saal der Bürgerhalle, denn man erwartete natürlich Gäste zum Essen. Bürgermeister Carsten Helfmann und einige seiner Mitarbeiter aus dem Rathaus trafen pünktlich ein, bedankten sich für die Einladung und nahmen an der Tafel Platz. Groh bedankte sich in einer kleinen Ansprache beim Team für die geleistete Arbeit, bei den Kindern für die gezeigte Disziplin und für das engagierte Mitwirken, bei der Gemeinde für die gewährte Unterstützung. Helfmann hielt seine Tischrede kurz, damit auch alle bald in den Genuss der warmen, frisch zubereiteten Speisen kamen. Es schmeckte wohl jedem ganz vorzüglich.

‘ Für einige Angebote der Ferienfreizeit, unter anderem für die Fahrt zur Frankfurter Eintracht am Dienstag, 8. August, sind noch Plätze frei. Anmeldungen werden in Zimmer 14 und 15 des entgegengenommen genommen, teilt die Gemeinde mit.

Quelle: op-online.de

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