Seilspringen statt Schulbank drücken

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Beim Seilspringen werden die Ausdauer und die Koordination trainiert.

Eppertshausen - Die Deutsche Herzstiftung bringt mit „Skipping Hearts“ viel Bewegung an die Mira-Lobe-Schule. Von Corinna Hiss

Laute Musik dröhnt aus der Turnhalle der Mira-Lobe-Schule, unruhige Kinder sitzen auf den Bänken, jedes hält ein neongrünes Kunststoffseil in der Hand. Als Sebastian Eisert das Kommando gibt, zeigen sie nacheinander, was sie die letzten zwei Stunden von ihm gelernt haben.

Eisert bringt die Aktion „Skipping Hearts“ der deutschen Herzstiftung an die Sprachheilschule und beweist damit allen: Bewegung macht Spaß und ist eine Abwechslung zum Schulalltag. „Skipping hearts“ bedeutet „springende Herzen“ – der Name macht deutlich, was mit der Aktion erreicht werden soll. „Wir wollen die Schulkinder zu mehr Bewegung animieren“, beschreibt er, denn: „Bewegung ist das beste Mittel der Herzvorsorge.“ Dazu hat sich die Stiftung die sportliche Form des Seilspringens – „Rope Skipping“ – ausgesucht.

Rope-Skipping: Hessisches Einzelfinale

An diesem besonderen Tag fällt der normale Unterricht in der Mira-Lobe-Schule erst einmal aus. Stattdessen steht Seilspringen auf dem Programm. In kleinen Gruppen werden die Schulklassen zwei Stunden lang trainiert. Sebastian Eisert erklärt ihnen dabei einige Sprünge und Tricks, die dann abschließend in großer Runde aufgeführt werden. Er selbst ist von dem Erfolg des Konzepts überzeugt. „Seilspringen hat alles, was eine Sportart braucht: Es schult die Ausdauer, trainiert verschiedene Muskelgruppen und motiviert durch schnelle Erfolge“, erklärt er den Schülern. Außerdem hat Seilspringen einen Vorteil: Überall und zu jeder Zeit kann gesprungen werden. „Mit dem Seil könnt ihr euch überall bewegen: daheim im Garten oder einfach im Schulhof in der Pause“, sagt Eisert. Der Sport sei etwas aus der Mode gekommen, bedauert er.

In Eppertshausen scheint es aber, als käme Rope Skipping wieder in Mode. Die Aktion begeistert Lehrer wie Schüler, alle greifen zu den grünen Seilen und springen alleine oder in kleinen Gruppen. Das ist es auch, was den Sport ideal für den Schulhof macht: er verbindet. „Durch Teamarbeit werden auch schwächere Kinder in die Gruppe mit eingeschlossen“, beschreibt Eisert.

Schulsportleiterin Julia Funk hat initiiert, dass „Skipping Hearts“ auch an die Mira-Lobe-Schule kommt. Die Aktion ist normalerweise für dritte und vierte Klassen gedacht, hier springen Viert-, Fünft- und Sechstklässler um die Wette. „Den Schülern fehlt oft die Motivation, Sport zu treiben“, gibt die Lehrerin zu Bedenken, „Außerdem kommt in einigen Fällen selten eine Anregung aus dem Elternhaus.“

Das Bewegungsprogramm der deutschen Herzstiftung hat bislang mit über 3 000 Workshops rund 150.000 Kinder bundesweit erreicht. Und es scheint, als habe die Aktion Erfolg. Beim Auftritt der Klassen springen die Schüler einzeln, dann in Zweiergruppen und am Ende über ein langes Seil, das von zwei Lehrern gehalten wird. Der zwölfjährige Ergün ist begeistert vom Seilspringen. „Mir gefällt am besten, dass ich mit meinen Freunden üben kann“, ist sein Fazit. „Außerdem kann ich mich hier so richtig auspowern.“ Die Schweißperlen auf der Stirn, hört er auch nach dem Auftritt nicht auf zu springen. Und kauft sich sofort ein eigenes Seil, um in seiner Freizeit weiterzumachen.

Quelle: op-online.de

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