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Ein Sozialbau ohne Fenster – Und die Gemeinde muss zahlen 

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Nichts verspiegelt die schwarzen Löcher, kein Fenster dichtet den Rohbau ab, der seit Ende Oktober mit Fenstern einer Dieburger Firma hätte dichtgemacht sein sollen. Nun landet der teure Zeitverzug wohl vor Gericht. 

Beim Richtfest des Sozialbaus in Eppertshausen war noch von „etwas in Verzug“ die Rede. Jetzt sind es Monate.

  • Sozialwohnungsbau in Eppertshausen geht schleppend voran
  • Fenster fehlen
  • Gemeinde sieht sich mehreren Tausend Euro Verlust gegenüber

Eppertshausen – Noch beim Richtfest an der Mozartstraße 12a Ende vergangenen Jahres berichtete Bürgermeister Carsten Helfmann dem Publikum, nach verzögertem Start des Baus sozialen Wohnraumes durch die Gemeinde sei das Projekt nun in Zeit- und Kostenplan. Einzig mit dem Einbau der Fenster sei die damit beauftragte Firma aus Dieburg „etwas in Verzug“. 

Eppertshausen: Sozialbau massiv in Verzug

Das „etwas“ hat sich ausgedehnt, die Gemeinde schaltet den Hessischen Städte- und Gemeindebund sowie Fachanwälte ein. Über 10 000 Euro verlustig gehender Mieteinnahme seien wegen der Bauverzögerung schon jetzt absehbar, berichtete Helfmann nun in der Gemeindevertretung.

Es ist mittlerweile ein „erheblicher Zeitverzug“ für das 2,5 Millionen Euro teure Projekt eingetreten, das bereits einen überaus schleppenden Start hatte. Um 14 Wohnungen an der Mozartstraße zu bauen, waren zunächst in den parlamentarischen Gremien von Kosten über 1,8 Millionen Euro ausgegangen worden. Aufgrund der angespannten Lage auf dem Bausektor wurde von der Verwaltung dann kurz mit zwei Millionen Euro gerechnet, doch seitdem die Fachplaner für Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektro sowie Außenanlagen die detaillierte Kostenberechnung statt einer Kostenschätzung eingereicht hatten, geht man aktuell Baukosten in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro aus. Und das Debakel mit der Fensterfirma verteuert das Projekt erneut.

Sozialbau in Eppertshausen: Tausende Euro Schaden für die Gemeinde

„Wir haben alle notwendigen Schritte für eine Vertragskündigung vorbereitet. Aktuell sind nur im Erdgeschoss teilweise einige Fensterelemente – allerding ohne Glasscheiben – eingesetzt worden“, berichtet Helfmann. Bereits seit Ende Oktober hätte der immer noch offene Wohnblock dicht sein sollen. 

Die Firma habe zunächst immer nur vertröstet, sich dann gar nicht mehr gerührt, sagte der Verwaltungschef. Nun sei ein Fachanwalt für Baurecht mit dem weiteren Vorgehen befasst: „Wir haben in vielen Folgegewerken nun deutliche Zeitverzögerungen und werden erhebliche Mietausfälle haben“, beklagt der Bürgermeister. Mindestens um zwei Monate verzögere sich der geplante Bezug der Wohnungen. Dies seien „mindestens 10 000 Euro“ Schaden für die Gemeinde. Dies alles wird derzeit für ein mögliches Gerichtsverfahren aufbereitet.

VON THOMAS MEIER

Quelle: op-online.de

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