Disco und Frühschoppen locken

Trotz Hitze aufs Spritzehausfest

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Erst qualmte der alte Daimler ganz furchterregend, dann knallte es sehr laut, bis die Wehr in ihrer Schauübung blitzschnell mit Wasser und Löschschaum die Gefahr vor staunenden Zuschauern bannte.

Eppertshausen - Das Spritzehausfest der Freiwilligen Feuerwehr erfreut sich auch bei größter Hitze absoluter Beliebtheit. Samstag und Sonntag brummte es rund ums Gerätehaus Im Niederfeld, allen widrigen Temperaturen zum Trotz. Von Thomas Meier 

Party, Frühschoppen und Feuerlöschübung waren bestens besucht.
In diesem Jahr hatten die Floriansjünger neben den Festattraktionen mit DJ am Samstagabend, Karussell für die Kinder, Frühschoppen mit Musik und Nachmittagskaffee mit einer Schauübung auch noch Wissenswertes zu bieten. Die Wehr ist 120 Jahre jung und pünktlich zum traditionellen Treiben ums „Spritzehaus“ gab sie eine kleine, mit vielen Daten angereicherte Chronik ihres Wirkens auf einem Flugblatt heraus.

Heute hat die Wehr 785 Mitglieder im Ort. Diese große Zahl in der kleinen 6600-Seelen-Gemeinde kommt nicht von ungefähr. Die Feuerwehr ist seit ihrer Gründung am 16. Januar 1898 in der Gaststätte Valentin Müller im Ort präsent, wird präsentiert durch zupackende Einsatzkräfte und weiß bis heute durch Eigenwerbung von sich zu überzeugen.

Gern griffen die vielen Besucher am Wochenende zu, als die Feuerwehrleute ihre Flyer offerierten. Und wer wollte, konnte sich auch gleich vor Ort die erste Saug- und Druckspritze anschauen, die 1905 von der Löschtruppe in Eppertshausen beschafft wurde und die heute noch funktioniert.

Erinnert wird an viele wichtige Stationen, etwa den Anschluss an das öffentliche Wasserversorgungsnetz des ZVG Dieburg im Jahr 1925. Große Einsätze lässt die Chronik Revue passieren, sie erinnert an ihre Wehrführer, an die Beschaffung großer und kleiner Einsatzfahrzeuge, an den Bezug des neuen Gerätehauses 1961 und mehr.

Und freilich kommen auch die großen Feste nicht zu kurz, für die Feuerwehrmänner in der ruhmreichen Vergangenheit verantwortlich zeichneten. Etwa die Jubiläumsfeier zum 70., die 1968 im Abteiwald stieg. Dort, wo bald Eppertshausens Neubaugebiet seinen ersten Spatenstich bekommt.

Übung der Feuerwehren Eppertshausen und Münster: Bilder

Durchs Programm führte gestern Feuerwehrmann und Bürgermeister Carsten Helfmann. Vor den wiederum voll besetzten Biertischgarnituren lobte er die Schlagkraft der Freiwilligen – drei Frauen und 35 Männer – die in diesem Jahr bereits 60 Einsatze zu verzeichnen haben. Und auch für die Kinder-, Jugend- sowie Ehren- und Altersabteilung fand er anerkennende Worte. Nicht nur dies: Für die Kinder- und die Jugendabteilung gab es jeweils einen Scheck der Sparkasse über 250 Euro.

Vollbesetzt war der Platrz vor dem Spritzenhaus am Samstagabend, der Gluthitze zum Trotz.

Traditionell gibt es zum Spritzenhausfest, das seit 1984 alle zwei Jahre am Feuerwehrgerätehaus begangen wird, auch eine Schauübung, in der die Truppe ihre Schlagkraft unter Beweis stellt und ihre Ausrüstung in Funktion vorführt. In diesem Jahr sollte ein Autoband die Aufmerksamkeit aller Festbesucher auf sich ziehen. Und entgehen konnte wahrlich keiner der Anwesenden am Platz dem Spektakel, das da die acht Einsatzkräfte rund um den stellvertretenden Gemeindebrandinspektor Marius Murmann zündete. Ein Knall, ein Schlag und riesige Rauchschwaden entströmten einem ausgedienten Daimler, der mitten Im Niederfeld geparkt war. Mit Tatütata fuhr die Wehr im „HLF 20/16“ – laut Moderator Helfmann „Allzweckwaffe der Wehr“ – vor, die Mannen und eine Frau sprangen raus, Schläuche wurden entrollt, Löschkanonen in Stellung gebracht, und die eben noch stinkende und qualmende Kiste ward nurmehr ein schaumtriefendes Wrack. Das gefiel nicht nur den Kindern unter den Zuschauern.

Quelle: op-online.de

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