Acht Teams dabei, doch kaum ein Externer traut sich

„Eppertshausen turnt“: TAV bleibt weitgehend unter sich

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Die jüngeren Kinder kostümierten sich teils einheitlich, was etwa beim Bocksprung nicht störte.

Eppertshausen - Man hätte die Veranstaltung „Eppertshausen turnt“ des Turn-Athletik-Vereins am zurückliegenden Wochenende im Nachhinein auch „TAV turnt“ nennen können: Denn bei dem eigentlich für die Allgemeinheit angedachten Ereignis blieben die Turner des Vereins weitgehend unter sich. Von Jens Dörr 

„Es war eigentlich eher als eine Art Ortsvereins-Turnier gedacht“, erläuterte Sebastian Engel. Er leitet innerhalb des Mehrspartenvereins die Turner und damit die mit Abstand größte Abteilung des TAV. Der Gedanke sei eine Gaudi in Form eines turnerischen Wettstreits gewesen, der für Kinder sowie Erwachsene jeden Alters gedacht gewesen sei und auch für jene, die mit dem Turnen normalerweise nichts am Hut haben.

Die Hemmschwelle, sich im Team für „Eppertshausen turnt“ anzumelden, war offenbar aber zu hoch. Die Werbetrommel habe man im gewohnten Maße – über Zeitung, Internet und Plakate – im Ort jedenfalls gerührt, meinte Engel. Luft nach oben schien dennoch gegeben, so wurde „Eppertshausen turnt“ etwa im Online-Veranstaltungskalender der Gemeinde nicht aufgeführt.

Womöglich aber trauten sich Hobbysportler, die mit dem Turnen normalerweise nichts am Hut haben und ihre letzten Erfahrungen vielleicht im Kinderturnen gemacht hatten, einfach nicht an die für den Spaß-Wettkampf vorgegebenen Geräte. In der Halle aufgebaut hatten Engel und sein Helferteam um die neue FSJlerin des Vereins, Ann-Kathrin Schledt, vier Geräte und einen Geschicklichkeitsparcours. Pro Team – das aus bis zu vier Personen bestand – mussten vorab drei Geräte ausgesucht werden. Den Parcours musste jeder bewältigen.

Bei den Geräten standen Boden, Parallelbarren, Balken und Sprung zur Auswahl. Was gerade turnerisch untrainierten und unbedarften Personen zunächst einmal als schwer vorstellbar in der Umsetzung erscheinen mag – anspruchsvoller womöglich, als bei einem Hobbyturnier im Fußball oder Handball mitzumachen –, entpuppte sich bei genauerem Blick auf die Anregungen des TAV als halb so wild. So blieb jedem Team und Teilnehmer die Choreografie im Rahmen bestimmter Vorgaben selbst überlassen, wurde gemäß dem Motto „Dabei sein ist alles“ nichts Übertriebenes erwartet.

Auf dem Balken etwa – hier standen ein Exemplar auf dem Boden und ein Schwebebalken zur Verfügung – musste man keine waghalsigen Sprünge mit Umknick- oder Absturzgefahr hinlegen. Einen Teil der Übung konnte man etwa auch mit ein bisschen Seitwärtslaufen auf dem Balken und einer beliebigen, gern witzigen und drei Sekunden zu haltenden Pose bewerkstelligen. Beim Abgang vom Balken reichte ein Strecksprung, den fast jeder hinbekommen sollte, aus. Waghalsige Sprünge untersagte der TAV sogar ausdrücklich. Ein paar Meter weiter erinnerte der Grätschsprung über den Bock an den Sportunterricht von einst – auch das noch für jeden halbwegs sportlichen Menschen machbar.

Strahlende Besucher auf der Kerb in Eppertshausen: Bilder

Trotzdem kamen von den acht teilnehmenden Teams sieben aus Reihen des Vereins. Zudem waren es fast ausschließlich Kinder und Jugendliche, die den Spaß in Angriff nahmen. Die jüngeren Kids kostümierten sich dabei teils einheitlich. Jene, die mitmachten, hatten sichtlich ihre Freude. Wer am Ende die höchste Punktzahl erhielt, war vollkommen nebensächlich.

Auch Abteilungsleiter Engel zeigte sich trotz des verhaltenen Auftakts von „Eppertshausen turnt“ mit Blick nach vorn guter Dinge: „Ich denke, das Konzept steht jetzt. Es ist aber noch ausbaufähig und wir werden es im nächsten Jahr wieder anbieten.“ Ob sich dann mehr Eppertshäuser trauen, sich mal wieder auf einfache Turnübungen einzulassen, wird 2018 zeigen.

Quelle: op-online.de

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