Sind Hartplatz-Spiele im Sportzentrum bald Vergangenheit?

FV Eppertshausen: 600.000 Euro für Kunstrasen

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Relativ selten finden Pflichtspiele – wie in dieser Szened ie Kreispokal-Partie der FVE-Männer gegen den SC Hassia Dieburg – im Eppertshäuser Sportzentrum auf dem ungeliebten Hartplatz statt. Der soll bis Sommer 2018 in einen Kunstrasen-Platz umgebaut werden.

Eppertshausen - Wie bei den Nachbarn in Münster bereits geschehen, soll auch der Hartplatz im Sportzentrum von Eppertshausen zu einem Kunstrasen umgebaut werden. So will es die Gemeinde. Der FV Eppertshausen muss noch über seine Beteiligung abstimmen. Von Jens Dörr 

Seit Mitte Dezember rollt auf dem Sportgelände des SV Münster (SVM) der Fußball auch auf einem Kunstrasen-Platz: In eigener Regie, wenn auch mit starker finanzieller Unterstützung durch Gemeinde, Kreis und Land, wandelte der SVM seinen ehemaligen Hartplatz am Mäusberg in ein Kunstrasen-Großfeld der modernsten Art um und wird im Frühjahr nebenan sogar noch ein Kunstrasen-Kleinfeld folgen lassen (wir berichteten). Zu Gast bei den Einweihungsspielen war der FV Eppertshausen mit seiner ersten und zweiten Mannschaft. Wenn alles wie erwartet läuft, müssen die FVE-Fußballer nicht mehr lange neidisch auf die guten neuen Bedingungen im Nachbarort blicken: Bis Sommer 2018 soll der Hartplatz im Eppertshäuser Sportzentrum ebenfalls in ein Kunstrasen-Großfeld umgewandelt werden.

Grundsätzlich sind die Bedingungen für das Projekt in Eppertshausen andere als in Münster. In Münster hat der SVM das Mäusberg-Areal, wo die Umwandlung in ein Wohn- oder Mischgebiet seit einiger Zeit wieder vom Tisch ist und der SVM langfristig seine Heimat behalten wird, in Erbpacht übernommen, plante zusammen mit einem Unternehmen den Umbau selbst und kümmerte sich auch um die Finanzierung der größten Investition seiner Vereinsgeschichte. In Eppertshausen geht rund ums Sportgelände an der Nieder-Röder Straße, wo neben dem Hartplatz ein Naturrasen-Großfeld, eine Sporthalle und die FVE-Gaststätte zu finden sind, in erster Linie die Gemeinde in die Offensive.

So stellten die Gemeindevertreter 50.000 Euro für die Kunstrasen-Planungen in den Haushalt 2017 ein. Bürgermeister Carsten Helfmann erläutert, wie es zu dem Vorhaben kam: „Das Thema rote Asche ist schwierig“, sagt er über den von fast allen Spielern wenig geliebten, oft zu Verletzungen führenden, nicht mehr zeitgemäßen Untergrund auf dem Platz zwischen Halle und Gaststätte. „Es gab in den vergangenen Jahren immer mal wieder lose Anfragen des Fußball-Vereins, was eine mögliche Umwandlung in einen Kunstrasen betrifft.“ Zuletzt sei dieses Vorhaben „immer konkreter“ geworden. Der FVE befindet sich gerade im Junioren-Fußball im Aufwind, stellte im Sommer 2016 sein neues Jugendkonzept vor. Die bereits seit einiger Zeit spürbare Aufbruchsstimmung könnte durch einen Kunstrasen mit dann viel besseren Trainings- und Spielbedingungen zusätzlichen Schub erhalten.

Bilder zum Oktoberfest beim FV Eppertshausen

Bis dahin wird es wie folgt weitergehen: Der FVE soll sich als künftiger Hauptnutzer des Kunstrasens auf seiner Mitgliederversammlung im März dieses Jahres per Votum auch offiziell zum Projekt und einer Beteiligung an den Baukosten bekennen. „Das ist für uns als Gemeinde die Voraussetzung“, betont Helfmann. Der FVE soll in der Folge möglichst einen Nutzungsvertrag über 25 Jahre unterschreiben. Die momentane Kostenschätzung für das Projekt belaufe sich auf 600.000 Euro, so Helfmann. Neben der Gemeinde und dem Verein sollen Zuschüsse das Landkreises Darmstadt-Dieburg, des Landes Hessen und der Landes-Sportbunds Hessen die Finanzierung ermöglichen.

Stimmt der FVE einer Beteiligung am Vorhaben zu, was als wahrscheinlich gilt, könnten 2017 die Planungen vorangetrieben und im Sommer 2018 – im Juni, nach den letzten Spielen der Saison 2017/18, – die Bauarbeiten begonnen werden. Bereits zu Beginn der Saison 2018/19 – also etwa ab Mitte August – könnte der Kunstrasen im Eppertshäuser Sportzentrum zu Trainings- und Spielzwecken für Juniorenteams, die beiden Männerteams, die Alten Herren sowie die FVE-Frauen zur Verfügung stehen. Das bisherige Flutlicht soll erhalten bleiben, womöglich aber in energetischer Hinsicht verbessert werden. Schon für 2017 geplant sind im Sportzentrum zudem die Sanierung der Laufbahn und die Erneuerung der Drainage.

Quelle: op-online.de

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