Veranstaltung im Rathaus

Kerbverein: Auftakt mit 26 möglichen Gründern

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Austausch im Rathaus: 26 Vertreter von Kerbjahrgängen, Ortsvereinen und der Gemeinde befassten sich am Mittwochabend mit der möglichen Gründung eines Eppertshäuser Kerbvereins.

Eppertshausen - Seitdem die Gemeinde 2008 zusammen mit den Kirchen einen erfolgreichen Rettungsversuch für die damals darbende Eppertshäuser Kerb unternahm, hat sich die Veranstaltung wieder zu einem echten Jahreshöhepunkt gemausert.

Nun sondierten Vertreter aller Seiten im Rathaus eine mögliche Gründung. Seit 2009 gehören wieder regelmäßig Jahrgänge von Kerbborschen und -mädels zu den treibenden Kräften, massiv unterstützt von der Gemeinde (seit drei Jahren besonders von „Mister Kerb“ Marius Murmann) sowie den Ortsvereinen. Einen eigenen Kerbverein gibt es bislang noch nicht. Das soll sich ändern.

Exakt 26 Personen waren der Einladung der Gemeinde zum Austausch gefolgt. Als nach der zweistündigen Veranstaltung Bürgermeister Carsten Helfmann fragte, wer sich vorstellen könne, Mitglied eines neuen Kerbvereins zu werden, gingen 26 Hände in die Luft. Entschieden, dass es in Eppertshausen in Kürze einen solchen Verein geben wird, ist indessen noch nichts: In der informativen und kommunikativen Runde tauchten nicht nur viele offene Fragen, sondern auch eine Portion Skepsis auf.

Bislang erwirtschafteten mit ihren Verkaufsständen an der Kerb sowohl der Jahrgang als auch ganz besonders die Ortsvereine einen Überschuss. In diesem Jahr, als Eppertshausen mit Katharina Schröder erstmals eine „Kerbmodder“ verzeichnete, fiel das Plus besonders hoch aus. Wie in den Vorjahren sollen auch die diesmal gemeinsam erzielten 2 000 Euro Überschuss nicht an die Kerbburschen und -mädels ausgeschüttet, sondern direkt in Kerbbelange wie etwa den Wagen für den Umzug investiert werden.

Eine der mehrfach auftauchenden Fragen drehte sich dann genau um diesen Überschuss: Mehrere Vereinsvertreter monierten, ihre Mitglieder würden vielleicht nicht mehr Dienst an der Kerb machen, wenn damit Geld erwirtschaftet würde, das direkt in den Haushalt des möglichen neuen Kerbvereins fließe. Es sei auch bei den eigenen Veranstaltungen oft schwer genug, ausreichend Helfer zu mobilisieren. An der Kerb bringe man sich grundsätzlich gern ein, wurde seitens diverser Vereine immer wieder betont; im Falle eines Kerbvereins könne sich aber womöglich die Einstellung breitmachen, eben genau dieser Verein und seine Mitglieder sollten dann in erster Linie die Arbeit übernehmen und nicht Vertreter der Ortsvereine.

Strahlende Besucher auf der Kerb in Eppertshausen: Bilder

Wie bei allen Bedenken wurden allerdings auch schon erste konstruktive Lösungsansätze eruiert. So war ein Gedanke, den beteiligten Vereinen innerhalb des Kerbvereins über einen Beirat Einflussmöglichkeiten einzuräumen. Dies könnte ebenso über die Vereinssatzung geregelt werden wie eine Verankerung des kirchlichen Bezugs der Kerb. Eine andere Idee lautete, dass der aktuelle Kerbjahrgang im Gegenzug Dienste bei Veranstaltungen jener Vereine übernehmen könnte, die ihn an den Kerbtagen unterstützten.

Einigkeit herrschte gerade unter den Vereinsvertretern darin, dass besonders aus den Reihen der bisherigen Kerbjahrgänge Personen ihren Hut in den Ring werfen sollten, was die Besetzung der Vorstandsämter (mindestens drei für einen geschäftsführenden Vorstand, insgesamt sind mindestens sieben Gründungsmitglieder nötig) eines möglichen neuen Kerbvereins betrifft. Einen weiteren Schritt genau dahin und damit auch zur Gründung, die das Gros der Anwesenden zur langfristigen Sicherung der Eppertshäuser Kerb generell als sinnvoll ansah, könnte demnächst ein Gespräch der „Ober-Kerbborsche“ der vergangenen Jahre darstellen.

Bilder: Kerb in Eppertshausen

Für die Gemeinde hob Helfmann derweil hervor, auch im Falle der Gründung eines Kerbvereins werde man seitens des Rathauses weiter wie gewohnt unterstützen. Dies betreffe etwa die Bereitstellung der Bürgerhalle, den Auf- und Abbau an der Umzugsstrecke, das Aufstellen des Kerbbaums und die Übernahme der Schirmherrschaft durch den Bürgermeister.

Aus dem Rathaus heraus wird auch der weitere Prozess bis hin zu einer wahrscheinlichen Gründung oder aber einer ebenfalls noch nicht ganz ausgeschlossenen Aufgabe des Vorhabens koordiniert. Eine Datenbasis wurde am Mittwoch mit den schriftlich erfassten Kontakten der 26 Anwesenden gelegt. (jd)

Quelle: op-online.de

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