Erst Babbscher, dann die Suppe

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Die Eppertshäuser Gruppe Saytensprung spielte zum Kulturabend des Odenwaldklubs auf, zu dem auch Pfarrer Harald Christian Röper, Bürgermeister Carsten Helfmann und der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Rainer Eder, gekommen waren.

Eppertshausen ‐ Einen Liederabend mit Vorträgen rund um das ehemals in Eppertshausen verbreitete Feintäschnergewerbe bot am Samstag der Odenwaldklub. Von Jasmin Frank

Nachdem die Gruppe Saytensprung mehrere Stücke zum Besten gegeben hatte, eröffnete der stellvertretende Vorsitzende Bernhard Kraus die Veranstaltung, bevor die selbst ernannte „ultimative Eppertshäuser Folk-Band“ zur thematischen Ausrichtung des Abends Handwerkerlieder intonierte. Ein Poem mit dem Titel „Der Winter ist da“ sorgte für viel Gelächter, da die Besucher die kalte Jahreszeit am kalendarischen Frühlingsanfang nicht besungen wissen wollten. Die Gäste waren aber nicht nur wegen der Musik gekommen, sondern interessierten sich vor allem für die Geschichte ihres Heimatortes. „Wir haben schon ein Buch über Eppertshausen gelesen und wollen hier mehr erfahren. Wir haben als Kinder in den siebziger Jahren noch selbst die Lederhandwerker kennen gelernt“, erzählen Peter und Claudia Murmann, die berichten, dass es in der heutigen Brückenstraße eine ebensolche Werkstatt gegeben habe. Vereinsvorsitzender Norbert Anton berichtete sehr ausführlich über die Entstehung und die Entwicklung der Lederwarenindustrie in Offenbach. Dabei ging er auch auf die Entwicklung im Umland ein. „Es gab auch eine Lederstraße, die von Offenbach durch Rodgau bis nach Eppertshausen, ja noch weiter, sogar bis nach Münster führte“, schmunzelte er.

Doch an dem Themenabend wurde auch auf Eppertshausen selbst eingegangen: „Als vor 135 Jahren der erste Portefeuiller Ludwig Waldmann sein Geschäft in der Gemeinde anmeldete, konnte er nicht ahnen, dass rund hundert Jahre später ein großer Teil der Einwohner ihren Broterwerb damit bestritten“, so Anton. Vor allem nach dem 2. Weltkrieg war das sogenannte „Portefeuillergewerbe“ vor Ort allgegenwärtig. Deshalb wurden auch die Werkzeuge der „Babbscher“ gezeigt. Wer von den vielen Worten einen trockenen Hals bekam, wurde während der Veranstaltung mit Getränken versorgt, anschließend gab es zur Stärkung eine Kartoffelsuppe.

Quelle: op-online.de

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