Erst helfen, dann zum Grillabend

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Gemeindebrandinspektor Herbert Müller, sein Stellvertreter Frederik Schmitt und Thorsten Schrod bei der Einsatzplanung. Auch das gehört zum Alltag der Freiwilligen Feuerwehr. Unterdessen testet Schrods Tochter Amelie (kleines Bild) das Funkgerät auf der Eppertshäuser Wache. Für weiblichen Nachwuchs scheint also gesorgt.

Eppertshausen ‐ Wer kommt in Eppertshausen, wenn der Keller voll Wasser ist? Wer hilft mit, wenn ein Autounfall passiert? Und wer hilft der Katze vom Baum oder der Gans aus dem Fischernetz? Von Jasmin Frank

Auf all die Fragen gibt es nur eine Antwort: die Freiwillige Feuerwehr. In allen nur erdenklichen Situationen packt sie vor Ort mit an. Doch sie ist kein anonymer Automatismus. Die Feuerwehr – das sind Bürger des Ortes, die ihre Freizeit dafür nutzen, anderen zu helfen. Jeder von ihnen hat Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen und freut sich trotzdem auf sein Hobby Feuerwehr. „Es macht einfach Spaß, miteinander aktiv zu sein. Besonders wichtig ist mir die Kameradschaft, die über normale Freundschaft hinausgeht. Wir müssen uns zu 100 Prozent aufeinander verlassen können, und das schweißt zusammen“, erzählt Thorsten Schrod. 47 Freiwillige gehören aktuell der Eppertshäuser Feuerwehr an.

Auch wenn die Truppe, die in der Gemeinde anders als in großen Städten mit Berufswehren komplett aus Freiwilligen besteht, eine eingeschworene Gemeinschaft ist, schottet sie sich nicht nach außen ab. „Ganz im Gegenteil, wir freuen uns über jeden, der zu uns kommt und mitmachen will. Noch haben wir genug Leute, aber man kann nie wissen. Deshalb wollen wir unserer Reserve aufstocken, bevor es brenzlig wird“, informiert Gemeindebrandinspektor Herbert Müller. Deshalb initiierte Bürgermeister Carsten Helfmann kürzlich eine Stellenausschreibung, in der nach Verstärkung gesucht wird.

Für den Einstieg sind keine Vorkenntnisse nötig

Mehr Informationen gibt es auf der Internetseite der Freiwilligen Feuerwehr Eppertshausen.

Der Verwaltungschef, selbst aktiver Brandschützer, weiß, worum es geht. „Wichtig ist, erst einmal den ersten Schritt zu machen. Wer zu uns kommt, ist herzlich willkommen. Wir haben keinerlei Vorbehalte und es werden auch keine Vorkenntnisse benötigt“, erläutert Helfmann. Dem stimmen die anderen zu: Ob Mann oder Frau, ob Koch oder Kaufmann, wer Spaß an Teamwork hat, sich gerne auch nachts oder am Wochenende Zeit nimmt und Freude an gemeinsamer Freizeit über die Einsätze hinaus hat, ist in der Gruppe goldrichtig. Was genau auf mögliche Interessenten zu kommt, weiß Frederik Schmitt, stellvertretender Gemeindebrandinspektor: „Am besten ist es, einfach zu einem unserer regelmäßigen Treffen zu kommen, das nächste ist am 28. Januar, immer um 19.30 im Feuerwehrhaus.“ Die Brandschützer tauschen sich aus und bilden sich in Theorie und Praxis fort. „Wer sich entschließt, Einsatzkraft zu werden, macht zunächst einen Grundlehrgang mit, dem sich im Laufe der Jahre weiter Fortbildungen anschließen. Außerdem unternehmen wir natürlich auch viel zusammen, seien es Grillabende oder Fahrradtouren.“

Vielseitig ist das Leben als Brandschützer: Geräte und Fahrzeuge müssen gewartet, die Einsatzkleidung gepflegt werden. Und ohne Computer läuft auch bei der Freiwilligen Feuerwehr nichts mehr. Bereits Kinder könne mitmachen: Mit zehn Jahren geht es los in der Jugendfeuerwehr. Neben dem Brandschutz stehen Zeltlager und Ausflüge auf dem Plan. Der Nachwuchs kann nicht über fehlende Frauenpower klagen, die Einsatztruppe hingegen schon. „Leider gibt es keine Frau mehr in unseren Reihen“, bedauert Herbert Müller. „Es war immer mal eine, oder auch mal zwei dabei.“ Vielleicht, so mutmaßt er, hielte es die Frauen in größerer Runde länger bei den Brandschützern. Daher geht eine ausdrückliche Einladung an die Eppertshäuser Damen, die gerne gemeinsam mit Freundinnen zum ersten Treffen kommen können. Die Feuerwehrmänner freuen sich auf alle Fälle darauf.

Quelle: op-online.de

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