Zum Auftakt des Gemeindefests

Evangelische Friedensgemeinde im Dialog mit Luther 

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Die Mitglieder der Gemeinde verknüpften viele kleine Netze zu einem großen. Das hängt nun im Gemeindezentrum aus. In ihm „schwimmen“ Fische, die die Bilder der angehenden Konfirmanden tragen.

Eppertshausen - Der Unterschied ist eine Null – und macht doch 450 Jahre aus. Während evangelische Christen überall das Luther-Jahr feiern, bescheidet sich die evangelische Friedensgemeinde damit, ihr nun 50-jähriges Bestehen zu zelebrieren.

Hauptveranstaltung war das Gemeindefest mit Familien-Gottesdienst und Vorstellung der neuen Konfirmanden. Am Pfingstmontag (18 Uhr) folgt noch ein Fest-Gottesdienst mit Dekan Joachim Meyer, am 28. Juni (19 Uhr) geht es im Erzählcafé um den Austausch von Erinnerungen an die bisherigen fünf Jahrzehnte der Gemeinde.

In die konnte man sich bereits am Samstag zurückversetzen. Die Gemeinde hatte Fotos der vergangenen 50 Jahre herausgesucht und stellte sie unkommentiert in einer kleinen Schau im Gemeindezentrum aus. Dort lagen auch drei prall gefüllte Ordner – unter anderem mit vielen Artikeln unserer Zeitung – bereit, in denen Ereignisse der Vergangenheit dokumentiert wurden.

Geschildert wurde dabei immer wieder, dass es noch bis in die ersten Nachkriegsjahre hinein kaum evangelische Christen in Eppertshausen gab. Das nahm in den 50ern und 60ern zu, 1965 waren es bereits 500. Heute zählt die Friedensgemeinde mehr als 1 100 Mitglieder, eine seit Jahren recht konstante Zahl. Seit 1993 vorbei sind die Zeiten, als die Eppertshäuser keine eigene Pfarrstelle besaßen. Damals wurde die pfarramtliche Verbindung mit Urberach gelöst und die Vikarstelle wurde in eine Pfarrstelle umgewandelt. Zehn Jahre später, 2003, benannte sich die vormalige „Evangelische Kirchengemeinde“ in „Evangelische Friedensgemeinde“ um. 2007 erlebte sie einen kleinen Rückschritt: Seither hat der Pfarrer in Eppertshausen – aktuell Johannes Opfermann – mit einem Viertel seiner Stelle einen Arbeitsauftrag in der Martinsgemeinde Münster zu erfüllen und kann nur dreiviertel seiner Zeit in das Seelenheil der Eppertshäuser stecken.

Mai-Fire der Feuerwehr Eppertshausen: Bilder

Das 50-jährige Bestehen ließ Opfermann im Gottesdienst zum Auftakt des Gemeindefests weitgehend außen vor, begab sich vielmehr auf humorvolle Weise in einen Dialog mit Martin Luther. Der war im Gemeindesaal einerseits als menschengroße Playmobil-Figur präsent, andererseits wurden Luther-Zitate auf eine Fläche projiziert. Kündigte Opfermann etwa seinen Vortrag an, erschienen die Luther zugeschriebenen Worte: „Tritt fest auf, mach’s Maul auf, hör bald auf!“ Eher entgegen kamen dem Pfarrer da schon Luthers Aussagen zur Musik: „Singen ist eine edle Kunst und Übung.“ Ohne einen nicht ganz einfachen Kanon ließ Opfermann die 100 Gottesdienst-Teilnehmer sich nicht ins Festgetümmel stürzen.

Ehe dem so war, am Tag im Gemeindegarten Kistenklettern und drin die Fotoausstellung angeboten wurde sowie am Abend eine „musikalisch-poetische Reise“ mit „Peter und der Pfau“, zeigten sich erstmals die neuen Konfirmanden der Gemeinde.

Gemeinsam knüpften die Gemeindemitglieder ein Netz aus Fäden. Mehrere kleine Netze, deren Schnürre verschiedene bedeutungsvolle Farben hatten – weiß für die Freude und blau für die Treue etwa – wurden nach dem Gottesdienst zu einem großen Netz. Es hängt nun im Gemeindezentrum aus. (jd)

Quelle: op-online.de

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