In evangelischer Friedensgemeinde

Neue Gesangsgruppe: Fokus auf modernem Liedgut

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Bei der Probe: die neue Gesangsgruppe der evangelischen Friedensgemeinde Eppertshausen. Initiatorin Romina Kraft (rechts) und Regina Priske (mit Gitarre) leiten die sangesfreudigen Gemeindemitglieder an.

Eppertshausen - Zwei Jahre lang gab es in der evangelischen Friedensgemeinde Eppertshausen keine Gesangsgruppe. Seit einigen Wochen wird aber wieder wöchentlich geprobt. Noch fehlt es an Männern. Von Jens Dörr

Was vermissen die Mitglieder der evangelischen Friedensgemeinde Eppertshausen in ihrem Gemeindeleben am meisten? Dies war eine der Fragen, die sich die Eppertshäuser Protestanten Anfang des Jahres bei einem „Kirchen-Strategietag“ stellten. Eine der häufigsten Antworten: Musik in den Gottesdiensten – denn seit gut zwei Jahren gibt es keine entsprechende Gruppe mehr. Gab, muss man inzwischen sagen: Denn als ein Ergebnis des Strategietags gründete sich in der Friedensgemeinde im Mai eine neue, noch namenlose Gesangsgruppe. Ein halbes Dutzend Frauen um Initiatorin Romina Kraft und Gitarristin Regina Priske macht seither den Anfang.

Immer mittwochs um 19 Uhr wird der Gemeindesaal, in dem die Gottesdienste stattfinden, eine Dreiviertelstunde lang zum Proberaum – auch in den Sommerferien. Bislang ist die Gesangsgruppe eine rein weibliche Angelegenheit, was aber nicht so bleiben muss. Druck, schnellstmöglich Bass- oder Tenorstimmen zu gewinnen, bestehe indes nicht, erläutert Kraft: „Bislang singen wir die Lieder alle in der Melodiestimme.“ Ob sich die Gruppe bei einzelnen Stücken auch gen vierstimmigen Chorsätzen entwickeln wird, soll die Zeit zeigen. Alles kann, nichts muss – und die Eintrittsbarriere soll nicht zu hoch sein. Auch Kraft ist keine ausgebildete Chorleiterin; sie zog von Darmstadt nach Eppertshausen, lernte dort die Friedensgemeinde kennen und wollte dort zunächst „nur“ mitsingen. Als sie Kenntnis davon erhielt, dass keine Gruppe mehr existierte und der Kirchen-Strategietag den entsprechenden Anstoß gab, warf sie ihren Hut in den Ring.

Die Gesangsgruppe versteht sich zunächst einmal als musikalische Begleitung der Gottesdienste der Friedensgemeinde. Stilistisch verschreibt man sich aktuell vor allem neuer, popmusikalischer Kirchenliteratur – künftig gern auch mal mit Band, sollte vielleicht auch der ein oder andere Instrumentalist hinzustoßen. „Besonders jemand, der Klavier oder Keyboard spielt, wäre als Begleitung in den Proben fürs Erste toll“, sagt Kraft. Sie hebt unterdessen hervor, dass man mit der Auswahl der modernen Stücke „nicht das alte Liedgut abschaffen“ wolle. Die neuere Kirchenmusik ermögliche es aber eher, auch jüngere Menschen heranzuführen. „Das Junge und Dynamische, dass eine Kirche braucht, kann man vielleicht über die Musik finden“, hofft sie.

Neun Klöster für eine spirituelle Auszeit

Die neue Gesangsgruppe der Friedensgemeinde sei „offen für alle Konfessionen“, betonen die Sängerinnen der ersten Stunde. Auch eine Katholikin schnupperte schon rein. Den ersten Auftritt hatte die Gruppe kürzlich bereits in einem Gottesdienst. „Dabei haben wir uns aber nicht vorn hingestellt und etwas vorgesungen, sondern uns zwischen die Besucher gesetzt und mit ihnen gesungen.“ Womöglich lasse sich im Gottesdienst so demnächst auch mal durch ein nicht ganz einfacher Kanon schaffen.

Eine Bereicherung fürs Gemeindeleben könnte die neue Gesangsgruppe der Friedensgemeinde Eppertshausen so oder so werden. Der nächste Gottesdienst, den die Gruppe mitgestalten wird, ist für den 9. September geplant. Wer sich für die neue Gruppe interessiert, kann einfach bei einer der Proben vorbeischauen oder sich vorab näher per E-Mail bei Romina Kraft (romina.kraft@outlook.com) informieren.

Quelle: op-online.de

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