Partnerschaft mit Chaource

Farbiges Feiern mit Freunden

+
Eine gute Partnerschaft geht immer auch durch den Magen, wie das Buffet bei „ Bleu, Blanc, Rouge“ bewies.

Eppertshausen - Bleu, Blanc, Rouge – Blau, Weiß und Rot sind die Farben der Trikolore und damit der Nationalfahne Frankreichs. Von Michael Just

Was liegt für einen deutschen Freundschaftsverein näher, als seine Verbundenheit mit der Partnergemeinde damit auszudrücken, dass mit diesen Farben gleich das ganze Fest benennt?.

Mit „Fete-Bleu-Blanc-Rouge“ überschrieb das Partnerschaftskomitee Eppertshausen-Chaource am Samstagabend sein großes Festessen in der Bürgerhalle. Dort wartete ein Buffet auf 50 Eppertshäuser sowie jene 40 Franzosen aus der Champagne, die die letzten vier Tage zu Besuch in der Gemeinde mit dem Storch im Wappen verweilten.

Für 15 Euro konnte man auf Eppertshäuser Seite beim Gala-Diner mit den französischen Freunden dabei sein. Zum Verwöhnen des Gaumens gab es Krustenbraten, Lammgulasch und gefüllte Entenbrust. Dazu wartete eine ausgewählte Weinliste etwa mit Burgunder, Bordeaux oder Chardonnay. Der Magen ließ sich zuguterletzt mit Käse schließen. Für die passenden Klänge zum Essen und zum Austausch sorgte ein Alleinunterhalter.

„Festessen seit mehreren Jahren“

„Wir machen das Festessen seit mehreren Jahren, jeweils abwechselnd in Chaource und Eppertshausen“, erzählt Danielle Jean, die Vorsitzende des Eppertshäuser Partnerschaftskomitee. Gedanken, dass die Gäste keinen Hunger mitbringen waren nicht nötig. Dafür sorgte ein abwechslungsreiches Besichtigungsprogramm, etwa in Lohr und Seligenstadt. Dazu gab es eine besonders kräftezehrende Herausforderung im Darmstädter Klettergarten.

Bürgermeister Carsten Helfmann ließ es sich am Samstagabend nicht nehmen, die Gäste im kleinen Saal der Bürgerhalle persönlich zu begrüßen. Er erinnerte daran, dass in zwei Jahren das 25-jährige Verschwisterungsbestehen ansteht. „Dann feiern wir hoffentlich mit vielen hundert Personen im großen Saal der Bürgerhalle“, so Helfmann.

„Da waren wir heute“ - Die Ausflüge und Erlebnisse der Franzosen in der Umgebung wurden mit vielen Fotos festgehalten. Abends gab es die Bilder - sehr zur Freude der Gäste – dann auf einem Rechner in einer Bilder-Show zu sehen.

Ob nach bald 25 Jahren die Verbindung nach Frankreich noch genauso stabil und euphorisch ist wie zu Anfang, geht die Frage an die Vorsitzende des Partnerschaftskomitee. Jegliche Verschleißerscheinungen kann Danielle Jean zurückweisen. „Daran hat sich nichts geändert. Der Austausch ist immer noch so rege, regelmäßig und herzlich wie früher“, berichtet sie. Das belegt die Eppertshäuserin damit, dass es auf beiden Seiten immer wieder gelingt, bei jedem Besuch alle Personen privat unterzubringen. „Ein Hotel brauchen wir bis heute nicht“ sagt sie. Auch wenn noch zwei Jahre Zeit sind, hat Danielle Jean ebenfalls schon das Jubiläum vor Augen. Zum einen, weil sie die Partnerschaft damals mit eingefädelt hat, zum anderen ist sie sich sicher, dass das ein guter Zeitpunkt ist, ihre mittlerweile seit zwei Jahrzehnten währende Vorstandsarbeit an jüngere Nachfolger abzugeben.

Derzeit zählt das Eppertshäuser Partnerschaftskomitee 75 Mitglieder. Wie die Vorsitzende bedauert, seien in der letzten Zeit mehrere ältere Mitglieder gestorben. Hoffnungsvoll aber stimme sie, dass junge Familien nachrückten und sich einbrächten.

Freiwillige Helfer

Zu den freiwilligen Helfern gehörte am Samstagabend Heike Unterleider (47). Obwohl sie nicht im Verein ist, engagiert sie sich beim Ausschenken der Getränke und auch bei der Beherbergung der Franzosen. „Sie schlafen in unserem Bett. Wir sind solange in den Keller gezogen“, erzählt sie. Für sie und ihren Mann sei das kein Problem: „Das sind doch unsere Gäste!“, sagt Unterleider überzeugt. Zweimal nahm sie schon Besuch aus Frankreich auf, sie selbst war erst einmal in Chaource.

Der 47-Jährigen ist es wichtig, die Freundschaft mit der Partnerstadt zu erhalten und auch die eigenen Kinder von deren Notwendigkeit zu überzeugen. „Wir sind nicht Deutsche und Franzosen, sondern Europäer“, hebt die Eppertshäuserin heraus, die im nächsten Moment an die Worte ihres Großvaters erinnert. Der habe immer dazu aufgerufen, Französisch zu lernen. Seine Begründung war und ist plausibel: „Wer die Sprache seiner Nachbarn spricht, fängt keinen Krieg oder sonstige Streitigkeiten an.

Neben Heike Unterleider engagierte sich auch Heike Prosch bei der Bewirtung der Gäste in der Bürgerhalle. Sie war schon dreimal in Chaource und kann aus einem großen Erfahrungsschatz erzählen: „Dort die Gastfreundschaft zu genießen war stets ein schönes Erlebnis. So etwas Herzliches hatte ich noch nicht erlebt.“

Quelle: op-online.de

Kommentare