Faschingsbörse der Kita St. Sebastian

Im Trend: Second-Hand-Kostüme

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Mittlerweile gibt es fast eine Garantie, auf der Faschingsbörse der Kita St. Sebastian fündig zu werden.

Eppertshausen - 14 Jahre lang nur Zuwachs, das ist der Traum eines jeden Verkäufers. Bei der Faschingsbörse der Kindertagesstätte St. Sebastian nimmt die Erfolgskurve genau diesen Verlauf. Von Michael Just

„Vor 14 Jahren fand der Basar zum ersten Mal statt. Seitdem ist die Zahl der bei uns abgegebenen Kostüme stetig gestiegen“, erzählt Anja Kühnscherf. Die Mutter gehört zu den sieben Helfern im Orga-Team. Wurde zu Beginn noch in der Kita verkauft, ging es 2010 aus Platzgründen bereits in die Mehrzweckhalle. Dieses Jahr war Premiere in der neuen Bürgerhalle. 835 ausrangierte Kostüme gaben Narren im Vorfeld ab. Mit den elf Selbstverkäufern hingen dann insgesamt über 1000  närrische Fummel auf den Ständern. Die billigsten waren für zwei bis drei Euro zu haben, die teuersten kosteten 157 Euro. Zu Letzteren gehörten zwei Exemplare im venezianischen Stil, die mit ihren Masken äußerst viel Arbeit kosteten. Einst wurden sie beim großen Dieburger Fastnachtsumzug getragen.

„Auch die kostspieligen Kostüme werden verkauft“, berichtet Kühnscherf und liefert die Erklärung gleich mit: „Die Leute wissen, dass sowas neu noch viel mehr kostet.“ 15 Prozent der Verkaufserlöse sowie eine Startgebühr von zwei Euro kommen der Kita zu Gute. Davon fließt ein Teil in die Projekte. Demnächst will die Kita-Leitung mit dem finanziellen Zugewinn den Außenbereich in der Waldstraße angehen.

Geschenke auf dem Schlitten

Um 11 Uhr öffneten sich die Tore zur Bürgerhalle. Kurze Zeit später zogen die ersten schon mit ihren Errungenschaften davon. Selbst besonders ausladende Kostüme, etwa solche, die einer Tonne glichen und bei denen es auf einer Fastnachtsveranstaltung nicht besonders eng zugehen sollte, wechselten den Besitzer. Im sperrigen Fall wurden sie auf dem Schlitten nach Hause gezogen.

Über die Jahre zählte die Faschingsbörse viele Käufer und Verkäufer von außerhalb. Um kurz nach 13 Uhr stand am Sonntag in den Gesichtern von Katharina Wolter (47), Marion Fehrensen (46) und Katarina Hartmann (42) ein Lächeln geschrieben. Die drei Babenhäuserinnen wurden fündig und sind nun für die Sitzung in ihrer Heimatstadt gerüstet. 57 Euro hat Wolter, die im Gegensatz zu ihren Freundinnen zum ersten Mal da ist, für ein Hexenkostüm hingelegt. „Das ist nicht zu teuer“, sagte die Justizangestellte und verweist auf die aufwändige Verarbeitung und den riesigen Hut, auf dem sogar eine kleine skelettierte Hand zu erkennen ist. Wie sie sagte, lasse sich im Internet durchaus Billigeres finden. Dann müsse man aber mit niedrigster Qualität beim Stoff rechnen. 2012 ging Wolter als Meerjungfrau. Zusammen mit einer Freundin nähte sie damals selbst. „Meine Freundin hat das Gros der Arbeit übernommen. Das konnte ich ihr jetzt nicht schon wieder zumuten“, sagte sie schmunzelnd.

Gruselig als Vampir oder Hexe 

Für Marion Fehrensen hat sich der Weg in die Bürgerhalle ebenfalls gelohnt, auch wenn sie noch rätselt, was das Kostüm exakt darstellt. „Entweder Vampir oder ebenfalls Hexe. Es sieht jedenfalls gruselig aus“, führte sie an. Zumindest erfülle es eine wichtige Voraussetzung: „Alles sitzt gut.“ Katarina Hartmann wird im Piraten-Look helau rufen. Sie sprach von einem echten Schnäppchen, das aufgrund des vielen „Schnick-Schnacks“ echt was hermache. Die 25 Euro betrachtet die Käuferin als gut angelegt. Fast wäre die 42-jährige eine „Rockabilly-Lady“ geworden, denn das luftige 50er Jahre Kostüm stand ebenfalls noch zur Auswahl. Dass es viel Haut zeigt, hätte ihr nichts ausgemacht: „Auf der Sitzung ist es warm. Da braucht’s nicht viel Stoff.“

So zog das Trio zufrieden heim. Inklusive dem Versprechen, im nächsten Jahr wieder nach Eppertshausen zu kommen und auf der Faschingsbörse abzuräumen.

Quelle: op-online.de

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