FVCA-Sitzung

Zwei sind „zu fett fürs Ballett“

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Einige Auftritte waren regelrecht umjubelt.

Eppertshausen - Je kleiner der Ort und damit die Auswahl an Eigengewächsen wird, desto schwieriger gestaltet es sich in der fünften Jahreszeit, ausschließlich Tänzerinnen mit Gardemaß zu finden. In Eppertshausen haben sie dieses „Problem“ nicht. Von Jens Dörr 

Die Protagonistinnen in Garde, Damenballett und Showtanz-Gruppe können sich durch die Bank und gewiss auch ungeschminkt sehen lassen. Zwei bewerteten sich am Freitag- und Samstagabend, als jeweils 450 Zuschauer für ausverkauftes Haus in der Bürgerhalle - zum dritten Mal Schauplatz der FVCA-Sitzungen - sorgten, indes als „zu fett fürs Ballett“: Reiner Sperl und Jochen Ries. In ihrem Vortrag kamen derweil andere Vorzüge zutage.

Einer davon: Humor - eine ganze Familien-Pralinenpackung voll. Was sich derweil bedenkenlos auf alle Wortvorträge der beiden von der Carnevalabteilung des Fußball-Vereins veranstalteten Abende erweitern lässt: Nach dem Einmarsch des Elferrats, den an beiden Tagen zusammen 22 verschiedene Eppertshäuser bildeten, und der Begrüßung durch Sitzungspräsident Jörg Helfmann, schlug etwa Ehrenprotokoller Hans Müller bissig-witzige Töne zur Weltpolitik, natürlich aber auch Richtung Nachbar Münster an. Zuvor war die Garde, die Melanie Hartig und Jasmina König trainieren, 32-beinig über die toll dekorierte Bühne gewirbelt. Da staunte auch das zweijährige „Maskottchen“ Liv Bagnowski nicht schlecht.

Oberjecke Helfmann

Doppelt so alt ist unterdessen das „Maskottchen“ der FVCA-Funny-Dancers - und Lena Seib tanzte mit ihre vier Lenzen bereits eifrig mit. Ansonsten ist der tanzende Nachwuchs zwischen sechs und 13 Jahren alt (Choreografinnen: Inna Litke, Gesine Reuschel und Bettina Waldmann) - und brachte WM-Feeling in die Bürgerhalle.

Peter Helfmann wurde für sein bisheriges närrisches Lebenswerk in Eppertshausen dekoriert.

Fraglos einer der Oberjecken der Eppertshäuser Fastnacht ist Peter Helfmann, der schon so ziemlich alle Funktionen beim FVCA bekleidet hat, die man nur bekleiden kann. Nicht nur aufgrund seines Vortrags als „Vorruheständler der Deutschen Bahn“, der prompt einmal den Eppertshäuser Bahnhof umgestalten wollte, zeichneten ihn an der Premiere am Freitagabend Ex-Abteilungsleiter Willi Trux und sein Nachfolger Eric Seib für seinen nimmermüden Einsatz aus. Zuvor hatte Helfmann sein Versprechen eingelöst und einarmig ein Rad geschlagen - mit Hammer und Mountainbike allerdings etwas anders, als es die meisten erwartet hatten.

Trux blieb hernach direkt auf der Bühne, um Ernst Neger zum Besten zu geben. Das Damenballett unter Leitung der mittanzenden Maria Müller und Tanja Rick hatte sich diesmal das Motto „Street Dance“ ausgesucht - und zehn Ladys gaben zehn coole Socken. Präsident Jörg Helfmann verriet dabei, dass sieben der Damen bereits unter die Mütter gegangen seien. Figürlich sah man einer an, dass sich die Zahl demnächst auf acht erhöhen wird.

Wie schon am Kappenabend von Germania Eppertshausen ernteten anschließend Lutz Murmann und Klaus Müller mit deftiger Wortkost als „Alma und Marieche“ viele Brüller. Mit den „Los Crachos“ und Christo Visone ging es in die Pause. Nach der spielten die Icebreakers aus Offenbach auf - die Guggemusiker als „fremde“ Ausnahme auf der fast nur von Einheimischen bestrittenen FVCA-Sitzung mussten allerdings weder im unmittelbaren noch übertragenen Wortsinn das Eis brechen.

Leichtes Spiel hatten auch die energiegeladenen FVCA-Showtänzerinnen (Motto: Avatar; Betreuerin: Iris Gotta) und Willi Müller in seiner Rede als „Armer Kerl“. Die erfahrene Tanzgruppe Knackfrisch widmete sich wie der Nachwuchs Brasilien, allerdings dem Karneval statt der Fußball-WM. Trainerin Iris Gotta mischte ihrerseits mit. Der Elferrat wurde schließlich in einer Playback-Show aktiv, ehe das Männerballett in die 90er entführte und die außer Rand und Band geratene Weiblichkeit in der Halle zur Ekstase brachte. Als Trainerinnern der verführerischen Herren wirkten Tanja Rick, Yvonne Thomas und Jasmina König mit.

Vorab und während der fünfstündigen Sitzungen lief nichts ohne die Maskenbildnerinnen Ulrike Müller, Andrea Reichel und Martina Weiß, Liederheft-Redakteur Joachim Weber, Lichttechniker Thorsten Slach, Tonmann Matthias Bachmann, Gemeindefilmer Günter Maier, die Hofkapelle Happy Singers, der Kellnerfamilie Lautenschläger sowie die Bewirtungsverantwortlichen Günter und Rita Hammann sowie Elfriede Kraus.

Quelle: op-online.de

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