Bester Kappen-Klub zelebriert Jubiläumssitzung

FVCA lässt nichts anbrennen

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Die FVCA-Garde brachte gleich den rechten Schwung in die Sitzung.

Eppertshausen - Der neue Tag war bereits angebrochen und die Narren in der Bürgerhalle feierten noch immer: Mit einer mehr als fünfstündigen Sitzung hat der FVCA mächtig Gas gegeben und die Premiere im Jahr seines 44-jährigen Bestehens vor ausverkauftem Haus erfolgreich über die Bühne gebracht. Von Jens Dörr

Vor insgesamt 900 Besucher an zwei Tagen ließ die 2016 zu „Hessens bestem KappenKlub“ gekürte Fastnachtsabteilung des FV Eppertshausen mit einem ausgiebigen Mix aus Tänzen, Vorträgen und Musikeinlage erneut nichts anbrennen. Nach dem Einzug des FVCA-Elferrats und der Begrüßung durch Sitzungspräsident Jörg Helfmann, der immer wieder pikante Details zu den Aktiven aus dem Hintergrund verlautbaren ließ, brachte die FVCA-Garde (Leitung: Melanie Hartig und Jasmina König) auf Anhieb Schwung in den Abend. Die Garde ist eine von inzwischen sieben eigenen Tanzgruppen, die die Eppertshäuser Narren aus ihren eigenen Reihen auf die Bühne bringen. Dies ist nochmals eine Gruppe mehr als in den Vorjahren, weil sich die „Funny Dancers“ wegen der recht großen altersmäßigen Streuung inzwischen in zwei Gruppen aufgeteilt haben. Die Jüngeren traten am Wochenende unter ihrem bisherigen Namen und der Leitung von Inna Litke, Gesine Reuschel und Laura Hürtgen in goldigen Strumpfhosen auf. Mit einer coolen Hip-Hop-Interpretation zu „Man in Black“ präsentierten sich die von denselben drei Trainerinnen gecoachten Jugendlichen von „One-two-Step“, die sich aus den „Funny Dancers“ herausentwickelt und zur eigenen Gruppe formiert haben.

Die vier anderen FVCA-Gruppen sind „Knackfrisch“ (diesmal als Piraten; Leitung: Iris Gotta), das Damenballett („Ein Zirkus voller Narren“; Leitung: Tanja Rick und Sabrina Dreher), die Showtanzgruppe (entführte ins „Candyland“; Leitung: Iris Gotta) und das Männerballett (Indianer und Cowboys; Leitung: Sandra Dormehl und Tina Schuchmann). Abermals gelang es den Eppertshäusern, gerade über diese breite Streuung bei den Tanzgruppen Akzente zu setzen.

Die Gruppe „Knackfrisch“ überzeugte als als Piratinnen.

Das taten freilich auch die Büttenredner des Abends, ob in Solo-Wortvorträgen oder im ulkigen Zwiegespräch. Als Protokoller fungierte zum zweiten Mal Johannes Opfermann, im Hauptberuf evangelischer Pfarrer. Kraftausdrücke vermied er ob seines Amtes, ließ aber stark erahnen, was er von Entwicklungen wie Brexit, Donald Trump und „alternativen Fakten“ hielt. Gleichwohl könne er als bekennender Fan des Fußball-Bundesligisten SV Darmstadt 98 letzteren womöglich etwas abgewinnen: Wenn man nämlich einfach mal behaupten würde, die Lilien seien nicht Schlusslicht, sondern Tabellenführer. Denn wer sagt denn, dass man eine Tabelle immer von oben lesen muss? Das Einzige, was Opfermanns Protokoll weitgehend fehlte, waren die lokalen Themen.

Die Jubiläumssänger, unter anderem mir Bürgermeister Carsten Helfmann (Zweiter von rechts).

Eine runde Sache waren auch die Vorträge von FVCA-Büttentalent Colin Murmann, der den Eppertshäusern im Vorjahr maßgeblich zum „KappenKlub“-Titel des Hessenfernsehens mitverholfen hatte, und von Routinier Willi Müller. Letzterer begab sich auch mal unter die Gürtellinie oder in Sphären nicht mehr ganz taufrischer Gags, bringt diese aber einfach in einer coolen Art und Weise rüber. Aus Rödermark und damit ausnahmsweise nicht aus den eigenen Reihen stammt Michi Reisert, der in seine Reden stets auch musikalische Elemente einstreut. Nicht nur am Ulken, sondern auch am Tanzen waren gegen Ende ihres Auftritts Rainer Sperl und Jochen Ries. Bei den zwei „Majorettenschwingern“ wie beim wiedervereinten Duo Lutz Murmann und Klaus Müller johlte zur Premiere auch eine 18-köpfige Abordnung der Fastnacht aus Fränkisch-Crumbach. Die Odenwälder Narren hatte der FVCA bei den Dreharbeiten zu „Hessens bester KappenKlub“ kennengelernt. In der Vorwoche hatten die Eppertshäuser ihrerseits die Sitzung in Crumbach besucht.

Jubiläumssitzung der FVCA in Eppertshausen: Bilder

Einheimische wie Angereiste kamen über Tänze und Wortvorträge hinaus bei den Musiknummern der Sitzung auf ihre Kosten, zumal hier der Mitmachfaktor besonders hoch war. Anlässlich des 44-jährigen Bestehens des FVCA hatten sich einige Granden der Eppertshäuser Fastnacht für ein Jubiläumssingen zusammengeschlossen, die natürlich mit der Huldigung des Eppertshäuser Settchens schlossen. Bürgermeister Carsten Helfmann mischte in dieser Gruppe ebenso mit wie Sitzungsregisseur Willi Trux, der bei der zweiten Sitzung am Samstag zum letzten Mal Regie führte. Die Aufgabe hatte er seit 1986 inne, reicht den Stab 2018 aber an einen noch geheimen Nachfolger weiter.

Dann werden auch gewiss wieder der Elferrat mit seiner Hitparade, die Guggemusiker der ICE-Breakers aus Offenbach und natürlich die einheimischen Los Crachos, die es vor der Pause und zum Finale unter anderem als Mexikaner krachen ließen, mit von der Partie in der Bürgerhalle sein. Den zusätzlichen Ansporn eines närrischen Jubiläums brauchen all jene leidenschaftlichen Eppertshäuser Fastnachter nach den Eindrücken des vergangenen Wochenendes und der vergangenen Jahre ohnehin nicht.

Quelle: op-online.de

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