Sitzung des FVCA Eppertshausen

Bosse-Hans feiert sein Comeback

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Brachte reichlich Power auf die Bühne: Die FVCA-Garde tanzte zur Musik aus dem Kinofilm „Fluch der Karibik“. J Fotos: Dörr

Eppertshausen - Mit der fast ausverkauften Premiere am Freitag und bei voller Bürgerhalle am Samstag hat der FVCA Eppertshausen sich und die fünfte Jahreszeit mit zwei fulminanten Sitzungen gefeiert. Von Jens Dörr 

Die „Carnevalsabteilung“ des Fußball-Vereins sorgte vor den – in Summe beider Abende – rund 900 Narren für mehrere Überraschungen. Gleich zu Beginn der Premiere verkündete Sitzungspräsident Jörg Helfmann eine Überraschung: Nach einer Schelte gen Münster und besonders gen dortigem Bürgermeister Gerald Frank, teilte Helfmann mit, dass in der Samstagssitzung die Münsterer FSV-Kids ihren einstudierten Tanz vorführen würden. Die Kinder sollten nicht ausbaden, was die Erwachsenen verbockt hätten. Die Sitzung der Freien Sportvereinigung war einem Zwist um die Nutzung der Küche in der Kulturhalle und schlechter Kommunikation zwischen Verein und Rathaus zum Opfer gefallen.

Nicht verbockt hatte in den vergangenen beiden Jahren Eppertshausens evangelischer Pfarrer Johannes Opfermann das Protokoll. Dennoch nahm er in diesem Jahr am ersten Tisch vor der Bühne Platz. In die Bütt stieg ein anderer – für den FVCA das Comeback des Jahres: Hans Müller, an Fastnacht stets der „Bosse-Hans“ (vom hessisch intonierten „Bosse“ für Posse), kehrte als Protokoller und nach abgeschütteltem Ärger über einzelne Personen zurück.

Und wie! Geschliffenen Worts nahm er Weltgeschehen von Trump bis Erdogan, die „Bundestags-Qual“ und Eppertshäuser Wehen aufs Korn. Zu Letzteren zählte er das triste Bild, das die Hauptstraße abgibt, und die in seinen Augen schwache SPD in der Gemeindevertretung. Die Absage der FSV-Sitzung hatte „Bosse-Hans“ Müller zwar nicht mehr eingebaut, Münster und sein Bürgermeister bekamen aber dennoch ihr Fett weg („Ich sach’s unbenumme, aus Offenbach is’ noch nie was Gescheites gekumme“ – in Anlehnung an Gerald Franks Herkunft). Auch Eppertshausens Bürgermeister Carsten Helfmann und dessen Avancen Richtung Rathaus-Chefsessel in Rödermark kritisierte er.

Schlicht komisch statt politisch trugen die anderen Redner ihre Pointen vor. FVCA-Talent Collin Murmann brillierte erneut und gab diesmal einen Messdiener. Dass sein Vater Lutz Murmann, Erster Beigeordneter der Gemeinde, dabei ordentlich durch den Kakao gezogen und gar als Stammgast im Altheimer Bordell „Club Rom“ verortet wurde, verstand sich fast von selbst. Als Mitarbeiter der „Eppertshäuser Volksspaßkasse“ stand Murmann senior im zweiten Abschnitt ebenso selbst auf der Bühne (wo er zuvor im Elferrat saß) wie das eingespielte Duo Reiner Sperl und Jochen Ries (Grimm’sche Märchen mal anders, erneut mit einer Kostümwechsel-Orgie) und Rödermark-Import Michi Reisert als „Pechvogel“.

Bilder: Sitzung des FVCA

Während Reisert schon im Vorjahr die Sitzung bereichert hatte, gelang es dem FVCA am Wochenende erstmals mit Helmut Schad alias der „Doof Nuss“ einen anderen prominenten Büttenredner an Land zu ziehen. Ihn kennt man etwa aus „Hessen lacht zur Fassenacht“. Mehr Externe holten die Eppertshäuser außer der Saalband Happy Singers indes nicht hinzu. Die aus „Das Supertalent“ bekannte zwölfjährige Melissa Gatto kommt zwar aus Freiburg, hat über das Eppertshäuser Restaurant „Zum Persio“ aber familiäre Bande in die Gemeinde. Schon zur „Helau-Nacht“ im November sorgte sie mit ihrem fulminanten Solotanz für aufgerissene Augen. So war’s am Wochenende erneut, ehe sie ihr Temperament im Schlussspagat zügelte.

Reichlich Power – und das im Zusammenspiel vieler und damit besonders imposanter Tänzer(innen) – brachten erneut die FVCA-Gruppen zum Ausdruck. Die Garde („Fluch der Karibik“), die Jüngsten der „Funny Dancers“ (Astronauten), die „Knackfrisch“-Frauen (Russinnen), One Two Step (Barbie und Ken), das Damenballett („Zauberei in der Narretei“ samt Revival aus 45 Jahren Gruppenhistorie), die Showtanz-Gruppe (ließ fantasievoll Superhelden gegen Bösewichte kämpfen) und – bereits nach Mitternacht – das Männerballett ließen keine Wünsche an Schwung, Choreografien, Kostümen und Ästhetik offen.

Auf die Ohren gab es zudem von der Gruppe der 44er, die aufs WM-Jahr einstimmten („Fußball ist unser Leben“) und bei den Los Crachos, die etwa „Über den Wolken“ schwelgten. Beide Gruppen nahmen den Saal ebenso mit wie zu später Stunde die ausgiebige Playback-Show des Elferrats.

Quelle: op-online.de

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