Seit 1986 laufen die Fäden der FVCA-Sitzungen bei Willi Trux zusammen

Letzte Kampagne als Regisseur

+
Willi Trux gibt auf der FVCA-Sitzung auch mal den singenden Ernst Neger. Am 17. und 18. Februar hatte er letztmals die Regie der Sitzungen inne, die er 1986 übernahm.

Eppertshausen - Seit 1986 und noch einmal am Freitag und Samstag (17./18.) zieht der 69-Jährige Willi Trux alle Register bei der Eppertshäuser FVCA- Sitzung. Ein Zeitalter neigt sich nun aber dem Ende. Von Jens Dörr 

Mit dem Begriff „Ära“ sollte man ja vorsichtig sein: Tippt man das Wort in die Online-Enzyklopädie Wikipedia ein, werden als Synonyme „Zeitalter“ und „Zeitrechnung“ genannt. Was es dem Autor dieser Zeilen allerdings nicht vergällt, im Folgenden das „Ende einer Ära“ anzukündigen: Willi Trux hält in dieser Kampagne letztmals als Regisseur die Fäden der Fastnachtssitzung des FVCA Eppertshausen in der Hand. Die beiden diesjährigen Ausgaben am Freitag und Samstag in der Bürgerhalle werden – zumindest mit Blick auf diese herausragende Funktion – den Abschluss des „Trux-Zeitalters“ bei Eppertshausens organisierten Narren markieren. Seit sage und schreibe 1986 koordiniert der 69-Jährige hinter den Kulissen schon das bunte Treiben. „Fastnachter war ich schon immer“, sagt der beliebte Eppertshäuser, bei dem man sich schon ziemlich anstrengen müsste, um mit ihm in Streit zu geraten. Das gelänge wohl noch nicht einmal, zöge man seinen beliebten OFC durch den Kakao. Anhänger der Offenbacher Kickers ist Trux praktisch schon genauso lang wie Anhänger der fünften Jahreszeit.

In Eppertshausen gründete er mit einigen Weggefährten einst den ersten offiziellen Fanclub des früheren Fußball-Bundesligisten, über den er zunächst als Büttenredner seinen Weg zum FVCA fand. „Ich war Stammgast auf den Maskenbällen, mit dem Fanclub haben wir in der Mehrzweckhalle dreimal auch einen selbst veranstaltet“, blickt Trux zurück. Bei der fanclub-internen Narretei stand der Eppertshäuser bereits in der Bütt, als ihn für den FVCA schließlich Karl-Heinz Kraus ansprach. 1979 debütierte Trux im Rahmen eines komödiantischen Zwiegesprächs schließlich auf der FVCA-Sitzung.

Fortan ließ ihn die Karnevalsabteilung des FV Eppertshausen, die sich derzeit in ihrer 44. Kampagne befindet (wir berichteten), nicht mehr los. Von 1980 bis 1994 fungierte Trux als Rechner des FVCA und leitete die Abteilung im Anschluss nahtlos von 1995 bis 2013. In Eric Seib fand er einen jungen, würdigen Nachfolger. Für die FVCA-Sitzungen noch wichtiger: 1986 übernahm er deren Regie. Die habe man über die drei Jahrzehnte hinweg stetig professionalisiert und verfeinert, meint Trux. „Bevor ich als Regisseur anfing, gab es einen, der auf der Bühne das Mikrofon hingestellt und einen, der es nach dem Auftritt wieder heruntergeholt hat“, schildert er die zunächst noch recht schlichten Verhältnisse. Auch die Technik habe man geliehen: „Über die Jahre habe ich sechs, sieben Toningenieure eingewiesen.“

Heute kümmert sich eine Jügesheimer Firma um Licht und Ton. Für sie ist Trux aber ebenso noch immer der zentrale Ansprechpartner wie auch für Sitzungspräsident Jörg Helfmann, für die Kapelle, für die Ordensdamen oder aber Eppertshausen-Filmer Günter Maier. Während der Sitzung sorgt Trux für den richtigen Einsatz der Musik, was die neue Technik deutlich erleichtert hat. „Früher hatte ich die Stücke auf Kassette und habe mit der Stoppuhr gearbeitet“, erinnert er sich lachend.

Bilder aus dem Jahr 2016:

Fastnacht in Eppertshausen: Bilder zur FVCA-Sitzung

Den Hauptaufwand stelle aber die Vorarbeit dar: „Damit bin ich wochenlang beschäftigt.“ Die Regieanweisungen umfassen 24 Seiten und kristallisieren sich auch aus den Gesprächen heraus, die Trux mit sämtlichen beteiligten Gruppen persönlich führt. Während der rund fünfstündigen Sitzung, an der auch seine Tochter Silke (singt bei den „Los Crachos“) und nicht selten auch noch er selbst (gab als Sänger in der jüngeren Vergangenheit etwa den Ernst Neger) teilnehmen, findet man Trux im hinteren Teil der Bürgerhalle. „Da muss ich sehr aufmerksam sein“, deutet er an, dass die Sitzungsabende selbst für ihn als äußerst erfahrenen Regisseur nach wie vor eine Herausforderung darstellen.

Das wohlverdiente Bierchen gönnt sich der Eppertshäuser dann auch erst, nachdem die letzte Nummer über die Bühne gegangen ist. In den kommenden Jahren wird er die FVCA-Sitzungen entspannter als Zuschauer genießen können, endlich zusammen mit Gattin Maria, die ihrerseits ganz närrisch ist und früher bei den „Oldie Dancers“ als Vorgängerinnen der heutigen „Knackfrisch“-Gruppe tanzte. Ein Nachfolger für den Posten des Sitzungsregisseurs sei schon ausgeguckt, sagt Willi Trux, ohne Namen zu verraten. 2018 wird der Neue erstmals in Erscheinung treten. Dann endet das derzeit austrudelnde „Trux-Zeitalter“ tatsächlich.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare