Mainz’ bekanntester Italiener

Mainz ehrt Eppertshäuser Ciro Visone mit dem Stadtorden

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Den Stadtorden von Mainz vom Oberbürgermeister verliehen bekommen und die Genehmigung, nach 22 Jahren Narretei das hr-Logo auch für Eigenwerbung nutzen zu dürfen: Ciro Visone im Narrenglück.

Eppertshausen – Ciro Visone, singender Pizzabäcker aus Eppertshausen mit närrischer Strahlkraft weit über die Ortsgrenzen hinaus, erfuhr in seinem hochdekorierten komödiantischen Leben zwei weitere Auszeichnungen: Der Oberbürgermeister der Stadt Mainz verlieh ihm den sogenannten „Stadtorden“ und im Hessischen Fernsehen ist die Stimmungskanone seit zwei mal elf Jahren präsent. Von Thomas Meier

Michael Ebling musste sich in der großen Halle in Mainz-Marienborn noch zweimal versichern, der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Mainz konnte es nicht glauben: „Und unser Ciro hat den Stadtorden bis heute wirklich noch nicht verliehen bekommen?“ Unglaublich, aber wahr, dafür kam die späte Ehrung bei der Ordensverleihung der Brunnebutzer als wahres Überraschungspaket angeflogen. Visone schmachtete gerade seinen Fastnachts-Evergreen „Ciro mach Amore“ als Programmpunkt, als scheinbar die Tonanlage ausfiel.

Verstört versuchte der Sänger Haltung zu bewahren, als auch schon der Oberbürgermeister nebst Vorsitzendem der Brunnebutzer, Volker Wagner, auf die Bühne eilten. Grund: Die Verleihung des Herrnordens der Landeshauptstadt Mainz an Visone „für seine Verdienste um die Mainzer Fastnacht“, wie es Ebling ausdrückte. Das dreifach donnernde Helau und die nicht zu unterdrückenden Tränen des Ausgezeichneten hielt Frau Sonya Visone mit der Handykamera fest.

Ebling befand, Ciro sei „der bekannteste Italiener in Mainz“. Er dankte für all die geleisteten Verrücktheiten und gab sich sicher, Visone sei nicht nur der mit den meisten Witzen auf der Bühne, sondern auch der mit den dort am meisten eingesammelten BHs, geworfen von weiblichen Fans.

„Durch SonYa kam ich damals zur Fastnacht“, erinnert sich der humorvolle Italiener an seine ersten Auftritte im Männerballett des Eppertshäuser FVCA. Zusammen mit einem Freund machte er zwei Jahre lang Zwiegespräche aus der Bütt, bis er einen Soloauftritt als Mann mit Eheproblemen hinlegte. „Das kam gut an, und weil mich die Leute auf meinen italienischen Akzent ansprachen und ich bei meinem Bruder öfter in der Pizzeria ausgeholfen habe, kam mir schnell die Idee vom Pizzabäcker“, sagt Visone. Sein Markenzeichen war geboren.

1996 hatte er seinen ersten Auftritt als Bäcker der Mafiatorte. Sogleich wurde er von einem Agenten der närrischen SKG Sachsenhausen angesprochen. Er müsse unbedingt auch in Frankfurt auftreten. Dort entdeckte ihn 1997 Karl Oertl vom Hessischen Rundfunk, riet, der „Pizzabäcker“ solle sich bei der Sendung „Hessen lacht zur Fassenacht“ bewerben. „Das tat ich und wurde genommen“, sagt Visone. Darauf folgten 1998 und ’99 Fernsehauftritte bei der Inthronisation in Frankfurt und „Fröhliche Pfalz“ in Mainz. Schlag auf Schlag kamen viele Auftritte in Mainz, Wiesbaden und Mannheim. Bis er sich eigentlich eher zufällig bei der SWR-Produktion von „Verstehen Sie Spaß“ als „Witzbold der Nation“ bewarb – gleich engagiert und dann noch Sieger wurde.

Bilder: Sitzung des FVCA

22 Jahre steht Eppertshausens Witzbold als Fastnachter beim HR Gewehr bei Fuß, wofür es in Baunatal bei der Aufzeichnung von „Nordhessen feiert Karneval“ Lob und Ehren geben wird. Zu sehen ist dies am Samstag, 16. Februar, ab 20.15 Uhr im HR3.

Eines verrät Visone vorab: „Ich bin dienstältester Fastnachter beim HR.“ Weshalb er auch schon jetzt das hr-Logo für seine Visitenkarten und Internetauftritte nutzen darf.

Quelle: op-online.de

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