Vorträge von Lutz und Collin Murmann

Sitzung des FVCA: Vater und Sohn mit Schalk im Nacken

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Zum Schreien komisch: Lutz Murmann als gealterte Fastnachtsprinzessin.

Eppertshausen – Mit einem Feuerwerk aus Vorträgen, Musik und Tanz hat der FVCA Eppertshausen als närrische Abteilung des Fußball-Vereins am Freitag- und Samstagabend jeweils fast 500 Fastnachter mit seinen ausverkauften Sitzungen begeistert. Von Jens Dörr 

Unter anderem Lutz und Colin Murmann trugen einmal mehr den Schalk im Nacken und kreierten mit ihren Witzeleien zwei von vielen Höhepunkten der Fünfeinhalb-Stunden-Show. So zunächst Colin Murmann, der inzwischen zum Teenager wird. In seiner Rolle als Messdiener interessierte er sich dann naturgemäß auch mehr für die Mädels als fürs Göttliche. Etliche Gags hatte er in petto, meist kurz und trocken: „Is’ meine neue Freundin nit schee? Ja - nit schee!“. Da baute sein Vater Lutz Murmann etwas später im zum Schreien komischen Outfit einer in die Jahre gekommenen Fastnachtsprinzessin seine Witze etwas komplexer auf, was ob der gekonnt albernen Darstellung und der sitzenden Pointen nicht die Bohne störte.

Wohlfeile Worte wählte einmal mehr Protokoller Hans Müller alias „Bosse-Hans“. Während die FVCA-Aktiven – wie zu Beginn der Sitzung von Präsident Jörg Helfmann versprochen – auch mit Rücksicht auf die Eppertshäuser Familie Seitel das vermeintliche Pflichtthema Helene Fischer weitgehend aussparten, knöpfte sich Müller unter anderem den Hessischen Rundfunk für seine Berichterstattung über Eppertshausens angeblich so hässliche Hauptstraße vor. Nach anfänglichen Gedanken zur Weltpolitik fand Müller auch den rhetorischen Pfad in die Nachbarschaft. Münster nannte er „die Gemeinde der roten Ampeln und roten Haare“.

Zumindest im Ansatz knöpfte sich die vom FVCA „importierte“ Heike Hildebrand die Münsterer bei ihrem ersten Auftritt in Eppertshausen vor. Zwar fehlt ihr eigentlich der Lokalbezug, doch mit Blick auf die Eppertshäuser Hassliebe zum Ort im Süden hatte sie sich kundig gemacht: Als sie ihr widerspenstiges Navi mit „Fahr doch zur Hölle!“ angeschrien habe, sei sie prompt nach Münster geleitet worden. Wie in Hälfte zwei auch bei Reiner Sperl, der sich als „Seppel“ mit seiner allzu üppigen und durchaus beängstigenden Frau beschäftigte, blieb Hildebrand in der „Mutter-Kind-Kur“ weder in Sachen Lustigkeit noch Ausdrucksstärke etwas schuldig.

Das galt erst recht für die sieben Tanzgruppen, die der FVCA nicht nur ins Rampenlicht der Bühne schickte. So ließ beispielsweise die Garde ihren Tanz in der Hauptreihe zwischen dem „Mitmachpublikum“ ausklingen. Sitzungspräsi Helfmann nannte die Eppertshäuser Jecken, die den Vorschusslorbeeren auch Taten folgen ließen. Die Garde habe ihren Tanz gar 200 mal geprobt, bis er perfekt saß, verriet das Zentralorgan des Elferrats, in dem Helfmann nur einmal dem „goldische“ Marc Sperl das verbale Regiment überließ. Mit 18, so sagte Helfmann dem noch nicht einmal eingeschulten, aber schon ziemlich wortgewandten Knaben voraus, werde er an seiner statt wohl die Sitzung leiten.

Bilder: Sitzung des FVCA in Eppertshausen

Dass dem FVCA um seinen Nachwuchs nicht bange sein muss, stellten auch die Jüngsten der „Funny Dancers“ (als „Trolle“) und die Teenies von „One2 Step“ (als „Army“) unter Beweis. Von Drill war bei der letztgenannten Gruppe allerdings weniger zu spüren, vielmehr von zu keiner Sekunde nachlassender Energie. Die verströmten auch das Damenballett mit ihrem Exkurs in die Musical-Welt von „Aladdin“, die Showtanz-Gruppe, die die mitreißende Story der Waldelfen präsentierte, und das Männerballett, das allerdings seine weibliche Seite zeigte und unter jeder Menge Gejohle als „Drag Queens“ auftrat.

Viele Requisiten bauten die Tänzerinnen von „Knackfrisch“ in ihre Choreografie ein; klar, dass es bei ihrem „Formel1-Rennen“ auch zum ein oder anderen gewollten Crash kam.

Krachenden Erfolg beim nie lange zum Mitmachen zu bittenden FVCA-Publikum landeten auch die Gesangsgruppen der „44er“ und der „Los Crachos“. Die 44er schlossen mit dem „Eppertshäuser Settchen“, wie es nächsten Sonntag an selber Stelle wieder auf dem Settchesball erklingen und zum Einhängen animieren wird. Die „Los Crachos“ ignorierten in ihrer Jürgen-Drews-Show die jazzige Seite des Schlagerbarden, die im Kontext des „Helau“ allerdings auch wenig zu suchen gehabt hätte. Auch optisch machten die Vocalisten den „König von Mallorca“ durch ihr royales Outfit nach.

Bilder: Sitzung des FVCA

Melodisch zu Werke ging neben der Saalband „Happy Singers“ auch die Guggemusik „Hochstädter Lärmbelustigung“, die der FVCA als Nachfolger der Offenbach „Ice Breakers“ verpflichtet hatte. Die Elferrats-Show mit Fastnachtshits pur leitete – schon nach Mitternacht –zum Männerballett und dann zum großen Finale mit den „Los Crachos“ und vielen Aktiven hin. Die Nacht war vielen selbst dann noch so jung, dass sie mitunter bis um fünf Uhr morgens auf der After-Show-Party mit DJ im kleinen Saal weiterfeierten.

Quelle: op-online.de

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