Von Fauna und Flora geliebt: Trockenmauern

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Der Hauptnaturschutzwart Manfred Hechler vor seiner Trockenmauer im eigenen Garten: Er verrät, wie man solch Kleinod selbst anlegt.

Eppertshausen ‐ Wer liebt sie nicht, die bunt schillernden Eidechsen, die in der Sonne liegen wie ein kleines Schmuckstück. Doch leider können die meisten Menschen diesen Anblick viel zu selten genießen und genau das will ein Eppertshäuser nun ändern. Von Jasmin Frank

Manfred Hechler, Hauptnaturschutzwart des Odenwaldklubs hat mit den zahlreichen Ortsgruppen des überregionalen Vereins ein neues Projekt ins Leben gerufen, das sich die Errichtung von Trockenmauern, Lesesteinhaufen und Kräuterspiralen zum Ziel gesetzt hat.

„Bereits im Jahr 2005 hatten wir ein ähnliches Projekt, damals errichteten über 20 Gruppen Wildbienenwände, die von den Insekten sehr gut angenommen worden sind und auch heute noch rege frequentiert werden. Mit einer Trockenmauer kann sich nun jeder ein Kleinod schaffen, das nicht nur Tiere und Pflanzen beherbergt, sondern auch noch sehr gut aussieht“, empfiehlt der passionierte Naturschützer. Er selbst hat sich als Vorreiter der Aktion im letzten Jahr auch ein solches Schmuckstück in den heimischen Garten gebaut, das durch den verwendeten roten Sandstein eine mediterrane Wirkung entfaltet.

Besonders beliebt bei Eidechsen

„Eine solche Mauer ist gar nicht teuer, die Steine gibt es kostenlos in Steinbrüchen. Das Wichtigste ist, dass die Zwischenräume nicht mit Mörtel gefüllt werden, denn genau dort siedeln sich Pflanzen und Tiere an“, weiß Hechler. Neben Moosen und Flechten, Wirbellosen und Schnecken, Hundertfüßlern und Laufkäfern finden sich auch Bienen, Falter und Vögel ein, die in den Hohlräumen brüten. Hinzu kommen Fledermäuse, Wiesel, Hermelin und alle Arten von Kriechtieren, darunter auch Lurche. Aber auch die Pflanzenwelt ist in den Mauern und Steinhaufen vielfältig und besticht häufig durch ihre Zartheit, darunter die Fetthenne.

Doch besonders beliebt sind die Wärme spendenden Bauwerke bei den Eidechsen, die hier auch ihre Ruhe- und Winterquartiere finden. Und wer sich die Mauer dann noch in Form einer Kräuterspirale anlegt, in der sich verschiedene Klimazonen vom Feuchtgebiet bis zur Mittelmeerzone entwickeln können, hat dann neben der gewonnenen Tierwelt und dem Hingucker für den Garten auch noch einige Schmankerl für die heimische Küche parat.

Weitere Informationen gibt es beim Hauptnaturschutzwart per E-Mail an manfred.hechler@web.de.

Diese Möglichkeiten stehen natürlich nicht nur Mitgliedern des Odenwaldklubs und in den Biotopen der Ortsgruppen zur Verfügung, sondern können von jedem selbst im eigenen Garten eingerichtet werden. Dabei steht das Referat Naturschutz gerne mit Rat und Tag zur Seite, fördert es doch den praktischen Naturschutz vor Ort.

Quelle: op-online.de

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