In Festkleidung auf Spendensuche

+
16 Kinder ziehen in dieser Woche durch die Straßen und sammeln für einen guten Zweck Geld.

Eppertshausen - In den Ferien lange ausschlafen, dann ausgiebig frühstücken und bei schlechtem Wetter mit einem Buch aufs Sofa kuscheln oder gar den Fernseher einschalten – so stellen sich die meisten Schulkinder die erste Januarwoche vor. Von Jasmin Frank

Anders sieht es bei 16 Eppertshäuser Jungen und Mädchen aus: Früh hatte schon der Wecker geklingelt, dann ging es nach einem kurzen Imbiss rasch ins Haus St. Sebastian, denn dort trafen sich am Montagmorgen die Sternsinger, die bis zum 6. Januar als Heilige Drei Könige verkleidet Geld für einen guten Zweck einsammeln.

„Ich war selbst als Kind schon mit dabei und bin sehr stolz, dass mein Sohn heute auch mitläuft. So sieht man, dass sich doch manche Traditionen in der Familie erhalten lassen“, freut sich Dagmar Euler über das Engagement ihres Sohnes Julius. Während die Mutter es immer am besten fand, als dunkelbrauner Melchior geschminkt zu werden, kann ihr Sohn davon in aller Frühe nur träumen: Er hat noch mit dem Basteln seiner Krone alle Hände voll zu tun, an Schminken und verkleiden ist noch lange nicht zu denken. Während er schneidet und klebt, erzählt er: „Ich laufe mit, weil mein Freund Vincent mit dazu eingeladen hat, zusammen macht das auf jeden Fall Spaß. Ich finde es auch gut, etwas für andere Kinder zu tun. Die Süßigkeiten, die wir geschenkt bekommen, sind natürlich auch nicht schlecht.“

Im Vordergrund steht der gute Zweck

Im Vordergrund steht jedoch der gute Zweck, so heißt es auf der Homepage des Kindermissionswerks: „Festlich gekleidet und mit einem Stern vorneweg sind jedes Jahr rund um den 6. Januar bundesweit 500.000 Sternsinger unterwegs. Mit dem Geld, das die Sternsinger sammeln, unterstützt die Aktion Dreikönigssingen jährlich etwa 2400 Projekte für Kinder in Not.“ Aber auch die Spender haben etwas von dem Projekt, das bundesweit seit 1959 durchgeführt wird: Die als Heilige Drei Könige verkleideten Kinder bringen an den Haustüren der Menschen das Kreidezeichen „C+M+B“ an, das „Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“ bedeutet und als Segensspruch verstanden werden kann.

Organisiert wird das Projekt in Eppertshausen von mehreren engagierten Müttern, darunter Tanja Müller: „Wir versuchen, flächendeckend vorzugehen und möglichst alle Einwohner zu erreichen. Sollte dennoch jemand bis Freitag nicht besucht worden sein, kann er sich im Pfarrbüro melden, dann kommen die Sternsinger gerne noch einmal zu ihm, um das Haus zu segnen.“

Der eifrige Julius hat inzwischen seine Krone fertig gebastelt und wirft sich seinen Umhang über – doch los geht es immer noch nicht, denn wegen des starken Regens ziehen die Kinder die Mittagspause einfach vor und stärken sich erst einmal tüchtig, bevor sie die restliche Woche über von Haus zu Haus ziehen und Geld für den guten Zweck einsammeln.

Am Freitag findet zum Abschluss um 19 Uhr ein festlicher Gottesdienst in der Pfarrkirche statt, der von den Messdienern mitgestaltet wird.

Quelle: op-online.de

Kommentare