Wehr kriegt nagelneues Auto klein

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Durften sich an einem fabrikneuen Opel austoben: Eppertshausens Feuerwehrleute bei der Ausbildung in Rüsselsheim.

Eppertshausen - Was nutzt das technisch neueste und beste Equipment, wenn niemand in der Lage ist, es auch richtig zu bedienen? Eppertshausens Freiwillige Feuerwehr ist für die Hilfeleistung nach Verkehrsunfällen nicht nur bestens gerüstet, sondern auch ausgebildet.

Jetzt kehrte ein Trupp der organisierten Helfer von einem Ausbildungsseminar ganz besonderer Art zurück. 15 Einsatzkräfte konnten sich auf dem Gelände der Adam Opel AG in Rüsselsheim an einem fabrikneuen Fahrzeug austoben und die technische Hilfeleistung nach Verkehrsunfällen üben. Bereits um 6 Uhr morgens fuhren die Lernbegierigen in ihren feuerroten Automobilen mit so technischen Namen wie Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug „HLF20“ oder Gerätewagen-Logistik „GW-L“ mit den benötigten technischen Geräten nach Rüsselsheim. Das erstgenannten Fahrzeug der Feuerwehr Eppertshausen führt für Verkehrsunfälle viele spezielle Gerätschaften mit. Mit den umfangreichen Verkehrswegen in und um Eppertshausen herum, beispielsweise den besonderen Streckenzuweisungen auf der Bundesstraße 45 und den drei Kreis- und Landesstraßen müssen die Wehrleute besonders mit diesen „Einsatzlagen“ vertraut gemacht werden.

Nach dem theoretischen Teil des Tagesseminars, der neben den Kenntnissen zum Fahrzeugaufbau und der Rettungskarte auch die zu verschiedenen Antriebsarten vermittelte, ging es in den praktischen Teil der Schulung. Die Ausbildung wurde komplett von der Werksfeuerwehr der Adam Opel AG konzipiert und geleitet. Der Eppertshäuser Wehr wurde ein Fahrzeug aus der Entwicklungsserie oder einer „Nullserie“ zur Verfügung gestellt. An diesem konnten mit eigenem Rettungsgerät verschiedene Schnitt- und Rettungstechniken angewandt und ausprobiert werden.

„Leichte Einsatzkleidung“ im Test

Trotz verstärkter Fahrgastzelle und dem Zusammenspiel verschiedener Werkstoffe, Materialstärken und Strukturelementen hatten die Rettungsgeräte der Feuerwehr Eppertshausen keine Probleme, die Konstruktionen zu durchtrennen. Sie ist mit dem vorhandenen Gerät auch für einen möglichen Verkehrsunfall mit neueren Fahrzeugen gut aufgestellt. Als tauglich erwiesen hat sich beim Lerneinsatz zudem die durch den Feuerwehrverein erst kürzlich beschaffte „leichte Einsatzkleidung“, die bei Einsätzen ohne die Gefahr von Stichflammen in Zukunft getragen werden soll. Durch sie ist der Träger im technischen Hilfeleistungseinsatz wesentlich wendiger und flexibler als mit der Feuerschutzkleidung für die Brandbekämpfung.

Nachdem jeder Teilnehmer eine Seminarurkunde erhalten hatte, blieb noch ein wenig Zeit für die Besichtigung der Werksfeuerwehr und der Oldtimer-Werkstatt, in der es zahlreiche Fahrzeuge – älter als mancher Teilnehmer – zu besichtigen gab. Organisiert wurde der Ausbildungstrip von Wehrmann Andreas Karl. 

(tm)

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Quelle: op-online.de

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