Respekt lässt sich lernen

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Beim höflichen Ballspiel: Schulleiterin Jutta Meier (links) und Martin Gerbes (2. von rechts), Diplom-Sozialpädagoge des Sozialkritischen Arbeitskreises Darmstadt, üben mit Schülern Sozialkompetenzen ein.

Eppertshausen - Ein freundlicher Umgang untereinander und mehr Respekt waren nur zwei von zahlreichen Wünschen, die Schüler der Klasse fünf und sechs der Mira-Lobe-Sprachheilschule zum Einstieg ihres Sozialkompetenztrainings an einer großen Pinnwand sammelten. Von Peter Back

Mit Diskussionsrunden und Spielen erarbeiteten sich die Kinder Strategien, um ihre Ziele, zu denen auch der Aufbau von Vertrauen, der Verzicht auf Beleidigungen, das Vermeiden von Schimpfwörtern und vor allem von Gewalt zählen, im Schulalltag umsetzen zu können. Angeleitet wurden sie von Martin Gerbes, Diplom-Sozialpädagoge des Sozialkritischen Arbeitskreises (ska) Darmstadt, der immer wieder kurzweilige Vorträge in sein Tun einfließen ließ.

Ein Ballspiel, bei dem der Ball erst geworfen werden durfte, nachdem der Partner seinen Namen genannt hatte und zum Fangen bereit war, gehörten ebenso zum Seminarprogramm wie der Versuch der Gruppe, eine Plane, auf der alle Schüler standen, zu drehen, ohne dabei das Tuch zu verlassen. Gute Möglichkeiten, um die Teamarbeit, bei der nach Aussage von Martin Gerbes vor allem das Zuhören und das aufeinander Achten im Mittelpunkt stehen, einzuüben. Regeln wie die Mitschüler nicht auszulachen, nicht zu beleidigen, aber auch nicht zu lügen, wurden bereits am ersten Tag erstellt und gipfelten in der Leitaussage, erst auf sich und seine eigenen Fehler zu schauen, bevor man auf andere schaut.

„Das Sozialkompetenztraining zum Beginn des Schuljahres erleichtert die Arbeit im Unterricht ungemein“, freute sich Klassenlehrerin Heiderun Steinkopf. Jedes Jahr setzt sich die kombinierte Klasse, die dieses Jahr aus elf Fünft- und Sechstklässlern besteht, neu zusammen. „120 Kinder, von der Vorklasse mit maximal acht Schülern bis zur sechsten Klasse mit höchstens 14 Schülern, besuchen unsere Durchgangsschule“, informierte Förderschulleiterin Jutta Meier von der Mira-Lobe-Schule, die die Kinder des östlichen Landkreises betreut. „Wichtig ist, dass sich die Schüler auch einmal außerhalb des Fachunterrichts betätigen können“, betont sie die Bedeutung der Aktionstage, die alle Schüler einbezieht und die sich letztes Jahr nach einem erstmaligen Probelauf sofort bewährt hätten. Ausflüge ins Vivarium nach Darmstadt, ein Waldtag, eine Apfelernte mit anschließender Weiterverarbeitung der Früchte zu Kompott und Kuchen, eine Wanderung mit dem Förster bei Groß-Umstadt, ein Ausflug zur Thomashütte sowie ein Back- und Kochtag standen auf dem Programm der zwölf Klassen.

Sozialkompetenztrainings hätten eine gute Tradition in der Mira-Lobe-Schule und würden durch die Eingliederung in die Aktionstage noch aufgewertet, betonte Jutta Meier. Immerhin wird auch in den unteren Klassen eine Stunde wöchentlich für soziales Lernen und Gewaltprävention im Stundenplan ausgewiesen. Da sich Verhaltensweisen auch im Sozialbereich nach aller pädagogischen Erkenntnis erst durch regelmäßiges Wiederholen verfestigen, hofft die Schulleiterin auf ein zweites Training nach den Weihnachtsferien. „Wir streben mit drei weiteren Einheiten des Sozialkompetenztrainings nach den Weihnachtsferien eine Art Nachsorge an, um die Erfolge zu vertiefen und um Nachhaltigkeit zu gewähren“. Finanziert wird das Sozialkompetenztraining über den Förderverein für sprach- und hörbeeinträchtigte Kinder, der auch die Herderschule mit dem Förderschwerpunkt Sprachheilförderung in Darmstadt sowie die Schule am Kiefernwäldchen in Griesheim unterstützt.

Quelle: op-online.de

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