Frankreichfans trotzen Kälte

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Charlotte und Aline Ruinet machen französische Chansons zum Erlebnis.

Eppertshausen - Es war so ein schlechtes Wetter am Samstagabend - und trotzdem herrschte gute Stimmung auf dem Chaourcer Platz, denn weder die Einheimischen noch die französischen Gäste ließen sich von Regen und herbstlichen Temperaturen vom Feiern abhalten. Von Jasmin Frank

Das freute besonders Danielle Jean, Eppertshäuser Vorsitzende des Partnerschaftskomitees Chaource, die für die Ausrichtung der Feier zuständig war. Sie wohnt schon seit 37 Jahren in Deutschland und hat die tiefe Verbundenheit mit der Partnergemeinde mitbegründet: „Im nächsten Jahr feiern wir unser 20-jähriges Jubiläum, allerdings in Frankreich. Aber in fünf Jahren, wenn uns ein Vierteljahrhundert deutsch-französische Freundschaft gelungen ist, feiern wir hier in Eppertshausen.“

Danielle Jean hat, wie andere Familien des Freundschaftsvereins auch, eine feste Familie, bei der sie während ihrer Besuche in Chaource wohnt und die an diesem Wochenende bei ihr nächtigt: Die Vorsitzende des französischen Teils des Komitees, Nadine Vidal und ihr Mann Fabrice, wohnen übers Wochenende bei ihr: „Vereinspräsidenten unter sich“, scherzt die Französin Vidal und berichtet weiter: „Wir sind heute mit sechs Personen hier, aber häufig sind wir auch viel mehr. Ich selbst komme seit 21 Jahren gerne nach Eppertshausen.“ Was ihr hier besonders gut gefällt, weiß Vidal auf Anhieb - das gute deutsche Bier.

In diesem Jahr ist auch der Stargast des Abends, die Sängerin Charlotte Ruinet wieder mit von der Partie. Wie beim letzten Mal gibt die sympathische Französin fetzige französische Lieder zum Besten. Unterstützt wird sie dabei von Mutter Aline, die zwar auch wunderbar singt, aber nicht wie ihre Tochter das Hobby zum Beruf gemacht hat. Am heutigen Abend sind sie sogar quasi zu dritt, denn Charlotte erwartet ein Baby. Ob sie in naher Zukunft dann zu dritt auftreten werden, steht allerdings noch in den Sternen. Frisches Bier kann die Sängerin also nicht gemeinsam mit ihren Freunden genießen, aber sie hat sowieso andere kulinarische Vorlieben und schwärmt von der guten Wurst, die sie in den nächsten Tagen ausgiebig kosten will.

Französische Köstlichkeiten und Pommes mit Würstchen

Während am Tisch der Franzosen viel gelacht wird, herrscht auch bei den Besuchern aus Eppertshausen gute Stimmung. Hier werden allerdings die französischen Leckerbissen bevorzugt: „Wir haben uns heute für Quiche entschieden und trinken dazu mal ein Glas Champagner“, berichtet Norbert Müllner, der zum ersten Mal auf dem Champagnerfest ist, obwohl er schon einige Jahre im Ort wohnt. Seine Frau Gabriela ist begeistert: „Das Essen ist unglaublich lecker und die Lieder sind richtig schön französisch. Da kommen Urlaubserinnerungen auf, wir fahren nämlich gerne in den Ferien nach Frankreich.“ So ähnlich geht es wohl den meisten Gästen auf dem Fest, nur die Jugend scheint die Spezialitäten des Nachbarlandes zu verschmähen, darunter der 14-jährige Clemens Reichelt, der mit seinem Vater Stephan unterwegs ist: „Ich esse immer, egal wo ich bin, Pommes mit Wiener Würstchen, da weiß ich, dass es mir schmeckt.“ Sein Vater schmunzelt dazu nur und isst lieber das Gericht, dass er seit Jahren von dieser Veranstaltung zu schätzen weiß: Lammfilet mit grünen Bohnen.

Am begehrtesten ist und bleibt aber der Namensgeber des Festes, der Champagner, von dem bereits in den ersten beiden Stunden der Veranstaltung etwa 20 Flaschen geleert wurden, ein gutes Zeichen für die Feierlaune der Eppertshäuser und Chaourcer Freunde.

Quelle: op-online.de

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