Frau der ersten Stunde nun Rektorin

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Einen gesanglichen Gruß für die neue Stelle hatte das gesamte Lehrerkollegium parat.

Eppertshausen - Wer sagt, dass es eine Schultüte immer nur zum Schulanfang geben muss? Meike Wildt vom Schulleiterteam der Mira-Lobe-Schule jedenfalls nicht: Am Freitag hatte sie als Geschenk für Kollegin Jutta Meier , die nun auch offiziell die neue Förderschulrektorin der Sprachheilschule des Landkreises Darmstadt-Dieburg ist, eine Miniatur-Schultüte in petto. Von Michael Just

Die stand symbolisch für einen neuen Lebensabschnitt. Kurz zuvor hatte Schulamtsdirektor Dieter Eitel die Ernennungsurkunde an die 55-jährige Nachfolgerin von Gisela Gehrmann überreicht.

Die feierliche Amtseinführung hatte das Kollegium organisiert, um der Ernennung einen gebührenden Rahmen zu verleihen. Dazu wollte man einen Akzent für die Beliebtheit der Kollegin setzen. Für das elf Punkte umfassende Programm sorgten zahlreiche Schüler mit gesanglichen und musikalischen Auftritten. Das gesamte Kollegium nahm sich ebenfalls nicht aus: Es bewies seine musischen Qualitäten mit einem selbst geschriebenen Lied, das spritzig mit der Musik aus „Biene Maja“ daherkam.

Dieter Eitel vom staatlichen Schulamt überreichte die Ernennungsurkunde an Jutta Meier.

Bereits seit 2007 hatte Meier das Amt der Konrektorin inne. Nachdem Gisela Gehrmann in den Ruhestand trat, zeichnete sich schnell ab, dass eigentlich nur eine Person für die Nachfolge infrage kommt. Schulamtsdirektor Dieter Eitel lobte die „ungeheure“ Zahl an Fortbildungen, die Meier absolviert hat. Mit deren Umsetzung und eigenen Ideen habe sie Pionierarbeit im Bereich der Sprachheilschulen geleistet. Er schätze ihre Kompetenz und Ausdauer. Eppertshausens Bürgermeister Carsten Helfmann gratulierte ebenfalls und fügte zu ihren Charakteristika noch die Kompromissbereitschaft hinzu. Er versprach, dass sie in der Gemeinde stets einen verlässlichen Ansprechpartner finde. Weitere Grußworte kamen von Pfarrer Johannes Opfermann sowie den Schulleiterinnen Helga Blitz (Altheim), Sabine Behling-Schmidt (Münster) sowie Marion Lehr von der benachbarten Stephan-Gruber-Schule.

Studierte in Gießen Lernbehinderten-Pädagogik

Jutta Meier wurde in Bebra geboren und studierte in Gießen Lernbehinderten-Pädagogik. Mit einem Stipendium für Cambridge/USA in der Tasche, schaute sie schon früh über den Tellerrand hinaus. Nach dem Referendariat in Bad Hersfeld unterrichtete sie als Lehrerin in Nordrhein-Westfalen, bevor ihr Weg nach Südhessen führte. Als 1992 die Sprachheilschule des Landkreises in Klein-Umstadt gegründet wurde, gehörte sie zu den Frauen der ersten Stunde. Mit dem Umzug 2011 nach Eppertshausen steht sie derzeit rund 120 Schülern vor. Für die Zukunft hat sie sich einiges vorgenommen: Dazu zählt der verstärkte Umgang der Schüler mit neuen Medien, die Überarbeitung des Schulprogramms, ein kindgerechter Pausenhof sowie Schritte hin zu einer ganztägig arbeitenden Schule.

Für alle diese Aufgaben kann die „First Lady“ auf die Unterstützung ihrer Kollegen zählen. Den lieb gemeinten Titel gab es nicht frei Haus: Viel eher hat ihn sich die Pädagogin über Jahre durch ihr stets korrektes Auftreten sowie ihre Arbeitsweise mit Herz und Verstand verdient. Als kleiner Wink, dass die Arbeit die Förderschulrektorin nicht über das gesunde Maß in Anspruch nehmen sollte, gab es noch ein Kinderbuch über den „Ernst des Lebens“. Dessen Aussage: Der „Ernst“ - in diesem Fall ein sympathischer Tischnachbar - ist doch gar nicht so schlimm.

Quelle: op-online.de

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