Frauen-Flohmarkt der CDU

Plüsch und Volkskunst

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Heidi Bennemann mit ihrem Tisch voller Kuscheltiere.

Eppertshausen - Wir leben in einer Konsumgesellschaft, in der viel gekauft wird - und dementsprechend müssen die Sachen auch irgendwann mal wieder weg. Profiteure sind hier die Veranstalter von Flohmärkten und Basaren. Von Michael Just

Das lässt sich auch auf den Flohmarkt der Frauenunion übertragen, der in der Bürgerhalle auf große Resonanz stieß. Im Vorfeld wurde dazu aufgefordert, Keller und Speicher zu entleeren. Das lockte auch Verkäufer und Schnäppchenjäger aus der Umgebung an: Unter anderem gaben sich Second-Hand-Freunde aus Rödermark, Dieburg oder Groß-Zimmern zu erkennen.

Die Konsumgesellschaft ließ sich schon daran festmachen, dass sowohl der große als auch der kleine Saal der Bürgerhalle voll mit Ständen waren. Insgesamt wurden 82 Beschicker verbucht. Für sechs Euro Standgebühr durften die ihre Ware feil bieten. Als Alternative waren auch drei Euro und ein Kuchen möglich. „Den Flohmarkt machen wir schon seit ein paar Jahren. In dieser Zeit ist die Teilnehmerzahl stetig gestiegen“, weiß Brigitte Pesl, die der Frauenunion vorsteht. Dementsprechend zeigte sich auch die Kuchentheke. Rund 40 mal wurde gebacken, was so manche süße Verführung mit sich brachte. Einige Eppertshäuser wussten um das Angebot und kamen weniger wegen der Schnäppchen, sondern um gut Kaffee zu trinken. Andere nahmen gleich mehrere Stücke Kuchen mit nach Hause um ihn dort zurückgezogen zu genießen. Da Verkaufen und Schnäppchenjagen hungrig macht, waren auch Rinds- und Wienerwürstchen, Presskopf- und Leberkäs-Brötchen zu haben.

Der Tisch von Heidi Bennemann (68) zeigte sich über und über mit Stofftieren bedeckt. „Meine Tochter hat Kuscheltiere gesammelt. Wenn sie mal krank war und Fieber hatte, gab es immer ein weiteres dazu“, erzählt die Seniorin. Jetzt sei die Tochter 38 Jahre alt und lebe in München. Die rund 250 flauschigen Relikte ihrer Kindheit stehen bei der Mutter in mehreren Kisten im Keller. Auf denen steht drauf, welche Tiere verkauft werden dürfen und welche nicht.

Exotisch mutete zum Teil der Stand einer 58-Jährigen an: Dort fielen Holzfiguren aus Asien und Afrika auf, die für acht, 13 und 18 Euro weggehen sollten. „Meine Mutter ist viel gereist“, erklärte die Veräußerin. „Die Auslagen sind nur ein kleiner Teil des Erbes, die Kinder haben sich schon einiges als Andenken weggenommen“, erzählt sie weiter und ergänzt, dass sie beim Reisen nicht auf ihre Mutter kommt: „Ihre Länder sind mir alle zu weit weg. Für mich ist Italien besser, weil näher.“ Ihre Einnahmen hat die Mitarbeiterin eines hauswirtschaftlichen Dienstes für das Sparschwein der zweieinhalbjährigen Enkeltochter bestimmt.

Auf dem Flohmarkt der Frauenunion war sie nicht das erste Mal: Vor zwei Jahren war sie bei einem Abend-Flohmarkt dabei. „Das war vom Besuch nicht so gut“, erinnert sie sich. Eine Einschätzung, die Brigitte Pesl nicht ganz teilt: „Die Abendflohmärkte ziehen andere Verkäufer und ein anderes Publikum an. Nur die Sachen auf den Tischen sind gleich“, sagt die Eppertshäuserin lachend. Ihrer Meinung nach ist es abends viel gemütlicher. Leider sei die Halle für eine Abendveranstaltung dieses Jahr nicht frei gewesen.

Die erzielten Erlöse kommen bei den Christdemokratinnen stets einem sozialen Zweck zugute. Bei der nächsten Sitzung der Frauenunion, die derzeit 15 Köpfe zählt, soll entschieden werden, wer sich über das Geld freuen darf. In den vergangenen Jahren gab es schon Schecks für Casa de Copii, den Förderverein der Stephan-Gruber-Schule, den Eppertshäuser Jugendtreff oder die Kinderabteilung im Darmstädter Alicen-Hospital.

Quelle: op-online.de

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