Frauenpower am Klettergerüst

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Viel Eigenarbeit steckt im neuen Spielgerät, auf dem sich die Kinder im Garten der Friedensgemeinde tummeln können. Es ist geschafft: Stolz zeigen sich die rund 20 Mitarbeiter, die beim Bau der Kletteranlage für die evangelische Gemeinde halfen.

Eppertshausen - Was lange währt, wird endlich gut: Jetzt wurde die neue Kletteranlage im Garten der evangelischen Friedensgemeinde eingeweiht und von Pfarrer Johannes Opfermann gesegnet. Von Michael Just

Die große Freude war damit begründet, dass der Aufbau größtenteils in Eigenleistung geschah. „Von der Lieferung bis zur Einweihung war es kein leichter Weg“, erzählte Karin Keck-Hensel von der Gemeinde. Wie sie sagte, fing die Gemeinde schon vor sechs oder sieben Jahren an, Geld für die Anlage zu sammeln, da der damalige Umbau des Gemeindehauses kaum noch finanziellen Spielraum ließ. Als man rund 3000 Euro zusammen hatte, kam der Schock: Da die Vorrichtung zu einem öffentlichen Gebäude gehört, muss diese zertifiert sein. Die ISO-Norm machte die Sache gleich 10.000 Euro teurer, so dass am Ende Kosten von 13 000 Euro standen. Mit einem Zuschuss von zehn Prozent durch die Gemeinde Eppertshausen, dem Erlös aus Basaren, der Hilfe einer Stiftung und vielen weiteren kleinen und großen Spenden wurde die Herausforderung angegangen und geschafft.

Eine Zisterne und Versorgungsleitungen machten die Pläne am zuerst angedachten Standort zunichte. Am neuen Standort rückte dann im Herbst 2013 ein Bagger an, um auf 50 Quadratmetern 30 Zentimeter tief auszugraben. Im Oktober kam dann die Kletteranlage in Form von 1,4 Tonnen Holz. Durch tagelangen Regen war zuerst nicht an Aufbau zu denken. Ein Teil des Grundgerüsts wurde deshalb in den Jugendraum gebracht und dort zusammengeschraubt. Dort geschah das Unglaubliche: Drei Frauen, Martina Kaiser, Andrea Doll und Karin Keck-Hensel, fügten den Großteil selbst zusammen. Dafür holten sie sich Rat von Dritten und Werkzeug von zu Hause. Die Montageanleitung zeigte sich äußerst verwirrend und sogar unrichtig. „Wir wären nicht die Frauen vom Kreativ- und Bastelteam, hätten wir dafür keine Lösung gefunden“, blickte Keck-Hensel lachend zurück.

Kommunionkinder und Konfirmanden des Jahres 2014

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Istvan Antalovics, Cem Dagci, Rene Kolenkovic und Tim Petersen engagierten sich beim Fundament, Waldemar Litke, Gerd Sengewald, Bernhard Doll und Jörg Utzinger halfen, das Grundgerüst im Garten der Gemeinde mit Hilfe eines Kran aufzustellen. Ein Spielplatzprüfer nahm deren Arbeit ab. Insgesamt gehörten rund 20 Personen zum Bauteam, in der Mehrzahl Eltern, deren Nachwuchs in den Kindergruppen der evangelischen Gemeinde gut aufgehoben ist. Die Kontakte der Eltern machten es möglich, dass man schwere Geräte, wie Bagger und Kran, kostenfrei oder kostengünstig bekam. Beim Auffüllen des Fallschutzes halfen die Kinder tatkräftig mit und transportierten mit Schippchen und Eimerchen Unmengen an Kies.

Nach der offiziellen Einweihung waren nun alle Helfer zu einem großen Mittag-essen eingeladen. Über den langen Weg, wie aus einer Baustelle eine tolle Spielanlage wurde, gab Karin Keck-Hensel gerne Auskunft. Dass die Kletteranlage eine Anschaffung für die Zukunft ist, wurde im Gottesdienst vor der Einweihung deutlich: In dem taufte Pfarrer Johannes Opfermann gleich vier Kinder auf einmal.

Quelle: op-online.de

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