Engagement ist sein roter Faden

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Mit viel Kreativität setzt sich Friedrich Wilhelm für Straßenkinder in Brasilien ein. Der Eppertshäuser Friedrich Wilhelm erhielt den hessischen Landesehrenbrief für sein soziales Engagement für Straßenkinder in Brasilien.

Eppertshausen - Ob Sport, Politik oder Bildung: Friedrich Wilhelm war sein Leben lang ehrenamtlich aktiv. Jetzt erhielt er den Landesehrenbrief Hessens. Grund dafür ist sein Einsatz für die Straßenkinder in Brasilien. Von Fabian Sell 

Als Wilhelm am Sonntag die Ehrung in der Eppertshäuser Bürgerhalle entgegennahm, machte er sogleich deutlich: Die Hälfte des Briefes gehöre eigentlich seiner Frau Elisabeth. Denn: „Ohne ihre Hilfe hätte ich das alles nicht machen können.“

Die Erste Kreisbeigeordnete Rosemarie Lück überreichte Friedrich Wilhelm den Landesehrenbrief in der Bügerhalle für ein Engagement, das über den Tellerrand hiesiger Probleme hinausgehe. So führt Friedrich Wilhelm seit 1993 die Kassen des Pfarrer- Manfred-Gärtner-Fonds, mit dem das Straßenkinderprojekt „Casa do Menor“ in Brasilien unterstützt wird. Hinter diesem Fonds steht die Pfarrgemeinde St. Peter und Paul in Dieburg. Vor knapp 30 Jahren legte der mittlerweile verstorbene Pfarrer Manfred Gärtner den Grundstein des Spendenprojektes, indem er eine Partnerschaft zur brasilianischen Pfarrgemeinde „Sao Miguel Arcanjo“ in Miguel Couto ermöglichte.

Friedrich Wilhelm, der seine kirchliche Heimat in Dieburg hat, stieg bald mit ein. Heute kümmert er sich gemeinsam mit Pfarrer Alexander Vogl und dem ehemaligen Sparkassendirektor Rudolf Becker um den Fonds. Immer wieder an Spenden zu kommen ist dabei das A und O.

Alle Hebel in Bewegung

Und die Zuwendungen sind bitter nötig: In Miguel Couto – im Slumgürtel von Rio de Janeiro gelegen – gehört extreme Armut zum Alltag. „Die Kinder werden schon als Kleinkinder drogenabhängig gemacht und als Kuriere benutzt“, betonte Friedrich Wilhelm im Pressegespräch. Die christlichen Sozialarbeiter setzen sich dafür ein, den Kindern und Jugendlichen wieder eine Perspektive zu bieten. Derzeit werden rund 120 Kinder betreut. Vor Ort besuchen sie auch eine Grundschule und später ein Ausbildungszentrum.

Friedrich Wilhelm setzt alle Hebel in Bewegung, um Spenden für das Projekt zu sammeln. So organisierte der ehemalige Banker beispielsweise vor vier Jahren ein Benefizkonzert aller Eppertshäuser Chöre und hat keine Scheu, auch Politiker um Spenden zu bitten. 10.000 Euro überweist die Pfarrgemeinde St. Peter und Paul monatlich nach Brasilien.

Weitere Informationen zum Projekt gibt es im Internet.

Um an diese enorme Summe zu kommen, braucht es immer wieder neue Ideen und Veranstaltungen, die auffallen: Daher soll es im Herbst oder Frühjahr wieder ein Orgelkonzert unter Leitung von Werner Utmelleki in Dieburg geben. Derzeit, betont Wilhelm, reichen die eingehenden Spenden für den monatlichen Betrag von 10.000 Euro allerdings nicht aus, so dass auf die Reserven des Fonds zurückgegriffen werden müsse. Weitere Spenden sind daher gerne gesehen.

Landesehrenbrief für ein Projekt in Brasilien

Den Landesehrenbrief erhielt der Eppertshäuser zwar für sein Engagement für das Straßenkinderprojekt in Brasilien, doch zieht sich das Ehrenamt wie ein roter Faden durch den Lebenslauf des gebürtigen Heusenstammers.

Bereits im Alter von 23 war er Stadtverordneter in Heusenstamm, später in den 70er-Jahren dann Gemeinderatsvertreter in Eppertshausen. Zudem brachte er als Trainer dort den Tischtennis- und Fußballnachwuchs in Form und in den Schulen, die seine beiden Söhne besuchten, saß er im Elternbeirat. Was der Antrieb sei, all die Jahre ehrenamtlich aktiv zu sein? „Ach, der Antrieb, es hat Spaß und Freude gemacht, sich für andere einzusetzen. Und es gibt Genugtuung.“

Quelle: op-online.de

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