Funkmast-Entscheid über die Ferien auf Eis gelegt

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Bürgermeister Carsten Helfmann nimmt die Unterschriften gegen den Mobilfunkmast von Sonja Huhle und Inga Trausmuth entgegen.

Eppertshausen ‐ Es tut sich was: Bürger aus allen Bereichen des Ortes fordern gemeinsam Informationen ein. Dabei geht es um den zweiten Mobilfunkmast, der auf einer Wiese hinter dem Sportzentrum mit einer Höhe von gut 40 Metern errichtet werden soll. Von Jasmin Frank

Die Befürworter halten ihn für notwendig, da es eine Versorgungslücke im Bereich von Bauhof und Klärwerk gäbe, die Gegner halten diesen Bedarf für zu gering, um die Bürger einer zusätzlichen Strahlenquelle auszusetzen, deren Folgen nicht konkret absehbar sind.

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Disput um Sendemast

An sich war der Bau des über 40 Meter hohen Mastes vom Bauausschuss mit Stimmen der CDU gegen die der SPD schon beschlossen worden und sollte heute Abend von der Gemeindevertretung nur noch abgesegnet werden. Wegen des großen Interesses und auch Widerstandes von Seiten der Anwohner wird der Plan jetzt aber erst einmal auf Eis gelegt: Es wird von Seiten der CDU selbst ein „Antrag auf Zurückstellung der Entscheidung zum Standort“ gestellt, die Gemeindevertretung soll die Gemeindeverwaltung mit der Klärung weiterer Fragen beauftragen. Zudem soll nach den Sommerferien eine Bürgerversammlung einberufen werden, auf dem alle Einwohner letzte Frage klären und Argumente Pro und Kontra eines zusätzlichen Mobilfunkmastes abwägen können.

Bereits gestern trafen sich nun eine Abordnung der engagierten Einwohner mit Bürgermeister Carsten Helfmann, um die bislang gesammelten 447 Unterschriften an diesen zu übergeben. Beim Rathauschef selbst waren zudem mehrere Briefe und weitere gut 30 Unterschriften eingegangen.

„Ich freue mich sehr darüber, wenn die Bürger sich engagieren und Denkanstöße geben. Wir haben deshalb von Seiten der CDU-Fraktion einen Fragenkatalog erstellt, der von der Gemeindevertretung mit den Betreibern abgeklärt werden soll“, so Helfmann. Darunter fallen ungeklärte Sachverhalte wie Sendeleistung, Abstrahlrichtung und Reichweiten, aber auch die Frage nach dem Umfang der Versorgungslücke.

Dieser etwa 30 Meter hohe Sendemast im Park 45 versorgt derzeit Eppertshausen, der zweite Mobilfunkmast soll zehn Meter höher werden.

Vor allem letztere Frage nach dem tatsächlichen Bedarf für einen zusätzlichen Mobilfunkmast ist die Grundlage für die Aktivität der Anwohner, die eine ausreichende Grundversorgung als gegeben ansehen. Auch Bürgermeister Helfmann weiß: „Bislang betrifft die schlechte Verbindung über E-Plus und D1 genau ein Wohnhaus und eine Firma, hinzu kommt der Straßenverkehr.“ Hier sehen die Initiatoren den Knackpunkt, stellt sich für sie doch die Frage, ob deswegen ein zweiter Mobilfunkmast, dessen gesundheitliche Risiken aufgrund der sehr hohen Grenzwerte in Deutschland als wahrscheinlich gelten, wirklich benötigt wird.

„Wir sind hier ja nicht als Gegner der Gemeinde erschienen, sondern als ein Teil derselben. Uns ist es wichtig, gemeinsam nach Lösungen zu suchen“, so die Initiatoren. Daher war das Treffen von Bürgermeister und Einwohnern auch durchaus harmonisch, ist die abschließende Bauentscheidung doch erst einmal vertagt, so dass allen Beteiligten ausreichend Zeit bleibt, sich bis zur Bürgerversammlung gut zu informieren.

Quelle: op-online.de

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