Furchtlose Lebensretter

+
Jens Kevin Kinkel und Marius Murmann vor ihrem Einsatzfahrzeug.

Eppertshausen - Täglich lesen wir in den Schlagzeilen von den verheerenden Waldbränden in Griechenland und fühlen uns weit weg von den dortigen Geschehnissen. Von Jasmin Frank

Nicht so in Eppertshausen: Wie unsere Zeitung berichtete, waren zwei junge Feuerwehrmänner der Gemeinde in das Städtchen Neos Voutzas bei Athen geflogen, um die dortigen Brandschützer anzuleiten und zu unterstützen. Nach den erschreckenden Nachrichten war die Sorge um das Wohlbefinden von Marius Murmann und Jens Kevin Kinkel natürlich groß.

Glücklicherweise sind die jungen Männer vor ein paar Tagen wieder gesund und munter in ihren Heimatort zurückgekehrt, doch in der Zwischenzeit haben sie einiges erlebt. Murmann: „Während wir vor Ort waren, wurde vor Waldbrandstufe vier und starken Winden gewarnt. Wir waren durch die bedrohliche Wetterlage zwölf Stunden pro Tag im Dienst. In der Zeit hatten wir mit zwei kleineren Flächenbränden zu kämpfen und halfen bei einem großen Brand, der auf eine Fabrikhalle übergegriffen hatte. Durch den gezielten Einsatz der Berufsfeuerwehr Athen und der Freiwilligen Feuerwehr Neos Voutzas konnte ein größerer Schaden verhindert werden.“

Auf Grund der Zusammenarbeit der vereinten Kräfte vor Ort mit den erfahrenen Eppertshäusern konnten noch einige weitere Flammenherde gelöscht werden. Für Kinkel bleibt verwunderlich, dass einige Griechen trotz der Gefahren immer wieder sorglos mit Feuer umgehen: „Zwar ist in Griechenland das Grillen im Freien während der Sommermonate strengstens verboten, dennoch mussten wir während unserer Patrouillenfahrten zwei Grillfeuer löschen, die außer Kontrolle geraten waren.“

Eine eingeklemmte Frau aus dem Wagen befreit

Nebenbei halfen Marius und Jens Kevin auch bei zahlreichen Unfällen aus und befreiten unter anderem eine Frau, die in ihrem Wagen eingeklemmt war. Auch der Austausch mit anderen Feuerwehrleuten fand statt, so kamen sie sogar mit dem Leiter der Berufsfeuerwehr Athen zusammen.

Während ihrer Anwesenheit wurde es für die Abordnung der Freiwilligen Feuerwehr Eppertshausen nie wirklich gefährlich, riskant waren die Einsätze bei Waldbränden natürlich trotzdem.

Am Tag ihres Rückfluges nach Deutschland wurde dann der große Brand bei Marathon bekannt. Kaum zu Hause angekommen, erfuhren die jungen Männer, dass der Notstand für den Bereich Athen ausgerufen worden war, bei dem die Feuerwehrkollegen aus Neos Voutzas dabei halfen, dass Flammenmeer einzudämmen.

Feuerwehrmann Marius Murmann bei einem seiner Einsätze in Griechenland. Zwölf Stunden täglich war er mit seinem Kollegen Jens Kevin Kinkel im Dienst, um die einheimischen Brandschützer zu unterstützen.

Doch auch aus der Ferne fühlt Marius mit seinen griechischen Freunden: „Wenn ich die Bilder im Fernsehen oder in der Zeitung sehe, könnte ich echt Tränen in den Augen bekommen. Genau da, wo wir zehn Tage lang gearbeitet haben, brennt alles. Ich habe mit dem Kommandanten telefoniert, die Flammenfront hat den nahe gelegenen Ort Nea Makri schon heimgesucht. Die letzte ‚Grüne Zunge' vor Athen steht nun in Flammen, was sehr traurig ist. Wenn wir könnten, würden wir am liebsten wieder unsere Koffer packen und unseren Kameraden dort helfen.“

Vor allem der Wald, in dem Marius und Jens Kevin patrouillierten, ist komplett in Flammen aufgegangen. Doch trotz aller schlechten Nachrichten gab es auch ein kleines Wunder: Zwar hat das kleine Städtchen Neos Voutzas etwa 150 Häuser verloren, doch das neu errichtete Feuerwehrhaus steht noch.

Zumindest ein kleiner Trost und ein vertrauter Anblick, wenn Marius und Jens im nächsten Jahr möglicherweise wieder von Eppertshausen nach Griechenland aufbrechen, um zu helfen.

Quelle: op-online.de

Kommentare