Jung und Alt hoffen auf neue Ära

Furioses Comeback der Thomashütte

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So viele Gäste haben es sich lang nicht mehr gemütlich gemacht am altehrwürdigen Gutshof bei Eppertshausen.

Eppertshausen - Neueröffnung mit Applaus: Nach der Kündigung des Pachtverhältnisses durch die Vorpächter im Februar war die traditionsreiche, weithin bekannte Eppertshäuser Thomashütte in den vergangenen Wochen geschlossen. Von Jens Dörr

Stuntman Georg Alex Ramien, Koch Oliver Skopp und Gastronom Aico Rafiei übernahmen. Nach inoffizieller Probeöffnung an den April-Wochenenden ging das außerhalb gelegene Gelände am Mittwoch unter dem Namen „Thomashütte Plus“ wieder in Betrieb. Wer am 1. Mai vor Ort war, wird die Formulierung kaum für überzogen halten: Die Thomashütte feierte ein furioses Comeback.

Mit Biergarten, Motorrad-Stuntshow, Zirkuszelt, Streichelzoo, Ponyreiten, Hüpfburgen und Spielepark, Apfelwein, handfesten hessischen Spezialitäten und zumindest am Nachmittag vereinzelten Sonnenstrahlen wurden die Massen verwöhnt.

Um 12 Uhr keine Parkplätze mehr

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Schon um 12 Uhr gab es keine Parkplätze mehr, um 14 Uhr wurde die Kreisstraße zusehends vollgeparkt, und das, obwohl Familien, Freundeskreise, Radrennfahrer, der Dieburger Bürgermeister Werner Thomas und etliche mehr mit dem Drahtesel gekommen waren. „Wir schätzen, dass bis jetzt schon 3000 Besucher da sind und waren“, sagte Gerd Hübner um 13 Uhr, drei Stunden nach Beginn des Treibens. Hübner, mit der Region vertraut und als kleiner Stoppel bereits auf der Thomashütte zu Besuch, kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit der Unternehmung. Die Entlastung durch Hübner konnten Ramien, Skopp und Rafiei am Mittwoch ob des Trubels freilich gut gebrauchen.

So sehr sich Georg Alex Ramien – unter „Alex“ ist er gerade in Münster und Eppertshausen eher bekannt, möchte künftig aber eher mit dem anderen seiner im Pass stehenden Vornamen genannt werden – am 1. Mai auch bemühte, sich Zeit für ein Gespräch mit der Presse zu nehmen: Nach wenigen Sätzen wurde er meist von einem der 40 Mitarbeiter für den Eröffnungstag verpflichteten Mitarbeiter aus dem Plausch herausgerissen.

Durchaus „Lampenfieber“ gehabt

Riesig war das Angebot für Kinder an der Thomashütte.

Man habe auf einen derart großen Ansturm zwar gehofft, aber durchaus „Lampenfieber“ gehabt, gab Hübner zu: „Einige Komponenten wie das Wetter kann man schließlich nicht beeinflusst.“ Dass es trocken blieb, genügte den am Ende des Tages vielen tausend Besuchern bereits. Bei purem Sonnenschein und Temperaturen über 20 Grad wäre es wohl zur Kunst geworden, einen Sitzplatz gerade im Biergarten zu erhaschen. Etwas Geduld musste auch so mitbringen, wer eine Bratwurst wollte – Schlangen gab es nicht nur hier. Insgesamt aber meisterten Grillexperten, Zapfer, die Küche und der Service die Erfüllung der Gästewünsche ordentlich. Regelrecht begeistert war unter anderem Michael Neubecker aus Eppertshausen, der sich mit seiner Familie im Gastraum niedergelassen und von der „richtigen“ Speisenkarte bestellt hatte: „Das Rumpsteak war auf den Punkt.“

Man habe gar nicht besonders lange warten müssen, freute sich Shila Neubecker nach dem Essen. Sie erzählte von ihrer besonderen Beziehung zur Thomashütte. Dort heiratete sie 2008 in der Scheune. „Danach wurde es immer schlechter“, meinte sie. Neben ihr sitzend war Jasmin Zachmann aus Ober-Roden vom Neustart angetan, während der vierjährige Lars noch ein Eis vertilgen durfte: „Es ist schöner als es früher war. Nur die Geräte auf dem Spielplatz könnte man mal erneuern.“ Während es die letzten Jahre „nicht gut“ an der Thomashütte gewesen sei, hoffe sie nun, dass sich das neue Angebot etabliere.

Neueröffnung der Thomashütte

Neueröffnung der Thomashütte

Udo Vischer aus Dieburg wohnt zwar schon seit 25 Jahren nur wenige Kilometer entfernt, verriet im Biergarten unterdessen aber, dass er zum ersten Mal überhaupt an der Thomashütte sei. „Hoffentlich hält es sich“, lautete sein Wunsch.

Gleich zwei Wünsche äußerte auch Ilona Neubecker: „Es ist wirklich schön hier. Mein Großvater hat im Steinbruch gearbeitet und hier in den 30er Jahren schon seinen Äppler getrunken. Mit meinem Vater kam ich dann her zum Eisessen und Sonntagsbierchen. Beibehalten werden sollten die Weihnachtsmärkte. Und es sollte – wie früher – wieder den unglaublich leckeren Blechkuchen geben.“

Quelle: op-online.de

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