Fußball, Kinoabend und Übernachtung

Eppertshausen - „Die meisten von uns haben erst heute morgen um sechs Uhr die Augen zugemacht“, sagt Ernes Erko Kalac mit verschlafenem Blick. Der Vorsitzende des Gesundheits- und Kampfsportverein (GKV) Lotus hatte es sich nicht nehmen lassen, bei der Integrationswochenende eine Nacht mit den Jugendlichen im Sportzentrum zu verbringen. Von Michael Just

Bereits zum sechsten Mal hat der GKV seine jungen Mitglieder zu einem langen Wochenende von Freitag bis Sonntag ins Sportzentrum eingeladen. Zum Programm gehörten zwei Übernachtungen und jede Menge Sport, Spiel und Spaß. Sogar Bundesjustizministerin Brigitte Zypries, die dem GKV sehr nahe steht, schaute am Samstagnachmittag vorbei. Mit von der Partie waren auch einige Kinder, die das erste Mal nicht zuhause schliefen, wie der neunjährige Benjamin. Sein Heimweh war aber ganz schnell verflogen, als es zum Hallenfußball ging oder die zwei langen Kinoabende anstanden. Von den rund 35 teilnehmenden Kindern schliefen aber nicht alle in der Halle, einige zogen das eigene Bett zuhause vor.

Als Betreuer fungierten auch Jugendliche aus den Reihen des GKV: „Wir haben letztes Jahr angefangen, zwei Jugendleiter auszubilden“, erzählt Kalac. Dies gehöre zum pädagogischen Konzept, dass der Nachwuchs möglichst früh Verantwortung übernimmt. Einer der Jugendleiter heißt Nils Hillinger und ist 15 Jahre alt. „Ein paar der Kinder waren ziemlich aufgedreht. Die mussten wir ein bisschen zügeln“, blickt er auf seine nicht ganz einfache Aufgabe zurück. Auch die eine oder andere kleine Disziplinarmaßnahme in Form von Reinigungsarbeiten wurde verteilt. „Die Disziplin, die zum Karatesport gehört, soll auch an einem Freizeitwochenende nicht ganz vergessen werden“, sagte Hillinger.

Ziel des Wochenendes ist, den Zusammenhalt der Gruppe zu stärken sowie die Kinder aus sozial schwachen Familien oder solchen mit Migrationshintergrund in ihr Umfeld zu integrieren. Außerdem sollen die Kinder an Selbstständigkeit herangeführt werden.

Das Bezahlen des Unkostenbeitrags war für die Eltern freiwillig. So sollte verhindert werden, dass Kinder aus finanziellen Gründen nicht teilnehmen konnten. Das hessische Innenministerium sowie die Sportjugend Hessen unterstützten das Projekt.

Quelle: op-online.de

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