Begeisterung 900-fach

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Ehrenprotokoller Hans Bosse Müller an der Bütt.

Eppertshausen ‐ Über 170 Mitwirkende ließen es in Eppertshausen krachen: Die beliebten FVCA-Sitzungen standen auf dem Fastnachtsprogramm. Wie stets waren beide Veranstaltungen gut besucht, 900 Gäste gaben sich ein Stelldichein – kein Wunder bei dem bunt gemischten Programm. Von Jasmin Frank

Los ging es mit den einzigen Akteuren, die nicht vom rührigen Verein selbst stammten: Dem Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Messel, der den Einmarsch des Elferrates und die Jugendgarde begleitete. Gleich nach der Begrüßung durch den Sitzungspräsidenten Jörg Helfmann zeigten die Eppertshäuser Mädchen gekonnt, wie im Ort getanzt wird. Als erster Redner stieg der „Ehrenprotokoller“ Hans Müller in die Bütt und gab einen heiteren Jahresrückblick über die Geschehnisse in Eppertshausen.

Er empfahl, nachdem das einzige ehemalige Freudenhaus abgerissen worden war, ein solches Etablissement wieder zu errichten und natürlich wusste der Fastnachter, auch schon wo: „Neben dem Deutschen Roten Kreuz, im Baugebiet, wäre ein Standort, man wüsst’ was geschieht, wenn die Kraft nachlässt von dere Beiz, rüwer auf die Bahre vom Roten Kreiz. Dort könnte kriege die dann, jetzt ohne Witz, mit VIAGRA Sedativum, eine Uffbauspritz’.“

Schwungvoll ging es weiter mit den Funny-Dancers, bei denen der Vereinsnachwuchs die Zuschauer auf eine Reise durch Europa mitnahm. In landestypische Kostüme gehüllt, tanzten die kleinen Mädchen, die von einem Jungen verstärkt wurden, zu wechselnder Musik. Jung und dynamisch blieb es auch: Tom Helfmann, Fastnachter in dritter Generation, zeigte in der Bütt, dass er das Talent seines Vaters und Großvaters in die Wiege gelegt bekommen hat. Als Fußball-Fanatiker wollte er bei der Frankfurter Eintracht Karriere machen, doch das lief nicht wie geplant. „Ja, da hab’ ich die Ausbildung bei der Eintracht geschmissen, seitdem spielen sie jetzt ganz besch….“, ulkte der 13-Jährige.

Christof Visone als „Dabbesje“

Nach einem bezaubernden Solotanz der kleinen Melissa Gatto als Shakira, kam Christof Visone als „Dabbesje“ auf die Bühne. Ein Lacher folgte dem nächsten bei dem Feuerwerk an Späßen, ganz gleich, ob er seine Frau betrog, mit seiner Mutter einkaufen ging oder mit den Freunden ein Bier trank. Auch die Ortspfarrer Johannes Opfermann und Harald Christian Röper, die zum Zwiegespräch in die Bütt stiegen, zeigten ihre humorvolle Seite. Doch auch ernste Themen, wie niedrige Löhne und die Vereinnahmung des Sonntags als Arbeitstag kamen zur Sprache: „Wollt ihr den totalen Markt – vermarktet euch bis zum Infarkt?“

Munter ging es weiter im Programm – der Après Ski Party des Elferrats und Reiner Sperl und Jochen Ries als Stewardessen, ein echter Augenschmaus. Das FVCA- Damenballett zeigte eine spektakuläre Urwaldshow, Willi Müller überzeugte als „armer Kerl“ und die Los Crachos luden mit Stimmungsliedern zum Schunkeln ein. Nach dem witzigen Zwiegespräch von Lutz Murmann und Klaus Müller folgte mit dem FVCA-Männerballett der humoristische Höhepunkt des Abends, doch danach kam ein wehmütiger Auftritt: Die FVCA-Garde stand zum letzen Mal auf der Bühne. Mit dem großen Finale und einer Polonäse durch den Saal ging der Abend gut gelaunt zu Ende.

Quelle: op-online.de

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