Gebrauchtes ist im Trend

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René Kurth und Thorsten Ruppe sind fündig geworden: Für einen Wettbewerb schlüpfen sie in der fünften Jahreszeit in sexy Frauenkleider.

Eppertshausen ‐ Bald steht wieder die große Narretei ins Haus. Oberstes Gesetz ist es, sich rechtzeitig mit Kostümen einzudecken. Dabei achten viele auch auf den Preis, deshalb sind gebrauchte Verkleidungen hoch im Kurs. Von Jasmin Frank

Diese Marktlücke macht sich schon seit zwölf Jahren die Eppertshäuser Kindertagesstätte St. Sebastian zu Nutze. Jährlich stellen die Verantwortlichen eine Faschingsbörse auf die Beine, bei der Kostüme zu Preisen zwischen zwei und 20 Euro erstanden werden können.

„Wir haben jedes Jahr unzählige Besucher, die sich über den großen Fundus an Gewändern hermachen. Dieses Mal haben wir 620 Kostüme im Sortiment, hinzu kommt Zubehör wie Masken und Hüte. Deshalb haben wir mehr Platz gebraucht und sind nun erstmals in der Mehrzweckhalle zu Gast“, erzählt Kerstin Müller, die bei der Veranstaltung schon seit fünf Jahren die Fäden in der Hand hält. Natürlich gibt es wegen der großen Auswahl auch schon Stammkunden, vor allem routinierte Faschingsliebhaber wie Bürgermeister Carsten Helfmann sind gerne vor Ort und begutachten die Kollektion. „Ich gehe ja auf alle Faschingsevents hier im Ort und habe jedes Mal ein anderes Kostüm an, deshalb erstehe ich pro Saison fünf bis sechs weitere Teile. Hier wissen das schon alle, deshalb werde ich auch immer gut beraten“, freut sich der Verwaltungschef und wendet sich wieder den fachkundigen Informationen von Helferin Astrid Hagelganz zu. Ihr macht der Job richtig Spaß: „Meine jüngere Tochter Tiffany ist noch im Kindergarten, deshalb ist es für mich selbstverständlich bei solchen Aktionen mit anzupacken. Ich mache das schon seit mehreren Jahren und es macht mir immer noch viel Freude.“

Kurth und Ruppe suchen Damenkleider

Über 30 Helfer packen bei der Faschingsbörse mit an, denn die vielen Kostüme müssen kontrolliert, sortiert und aufgehängt werden. Außerdem sorgt das Team auch für die Verpflegung.

René Kurth und Thorsten Ruppe sind noch am Stöbern. Die beiden sportlichen Männer werden dabei von anderen Besuchern belustigt bestaunt: Kurth und Ruppe suchen Damenkleider und präsentieren sich nach dem Umkleiden auch gekonnt in diesen. „Wir machen in unserem Fitnessstudio bei einem Wettbewerb mit und dazu brauchen wir genau solche hübschen Frauenkleider“, lacht Ruppe, der sich in ein hautenges Glitzerdress gezwängt hat.

Neben den Erwachsenen kommen auch die Kinder nicht zu kurz: Emelie Frank und ihre Cousinen Hanna und Emma Frank haben sich für dasselbe Modell eines Gardekostüms entschieden. „Es ist so schön, weil der Rock so schön schwingt“, meint die kleine Emma und ihre Zwillingsschwester urteilt: „Das die Kleider glitzern, ist besonders toll.“ Zum Glück gibt es nicht nur ein Exemplar davon: Fastnachtsgruppen aus Dieburg und Seligenstadt geben ihre Kostüme in kompletter Anzahl an den Flohmarkt ab. „Wir freuen uns natürlich über solche professionellen Kostüme. Die werden gerne gekauft und schließlich bleiben ja 15 Prozent des Erlöses bei uns im Kindergarten“, erläutert Kerstin Müller.

Quelle: op-online.de

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