Geistlicher mit Leib und Seele

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Pfarrer Harald Christian Röper feiert heute seinen 70. Geburtstag. Sein halbes Leben widmet sich der gebürtige Hamburger

Eppertshausen - Ein runder Geburtstag ist ein Grund zum Feiern und Pfarrer Harald Christian Röper hat gleich doppelten Grund zur Freude, denn er begeht seinen Ehrentag gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Friedrich Franz. Deshalb wird am heutigen Donnerstag der 70. Von Jasmin Frank

Geburtstag der beiden katholischen Pfarrer auch vormittags in Mainz und abends in Eppertshausen begangen.

Seit 35 Jahren ist Harald Christian Röper nun schon in der kleinen Gemeinde aktiv und es gibt einen guten Grund, warum er nie weiter gezogen ist. „Heutzutage wechseln Ehemänner und Ehefrauen, dann müssen nicht auch noch die Pfarrer wechseln“, meint er schmunzelnd. Vieles hat er im Laufe der Jahre in der Gemeinde angeregt und bewegt, so war es ihm immer ein Leitsatz, den Glauben nicht nur im Gottesdienst zu feiern, sondern ihn auch zu leben.

Der Pfarrer geht in vieler Hinsicht mit gutem Beispiel voran, was von den Gemeindemitgliedern bewundernd anerkannt wird. „Herausragend ist, wie er sein Pfarrhaus öffnet. Immer wieder wohnen bei ihm Menschen, die nicht wissen, wohin sie sich wenden sollen – sei es eine irakische Flüchtlingsfamilie oder seien es Jugendliche, die sich in einer schwierigen Phase befinden“, berichtet die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Sheila Fuchs.

Einen weiteren Grund für seinen langen Verbleib in Eppertshausen sieht der gebürtige Hamburger darin, dass er sich immer auch außerhalb seiner Gemeinde engagiert hat. So war er 15 Jahre lang als Dekan und ebenso lange als Stellvertreter aktiv.

Ob sein Einsatz fürAsylbewerber, die Rumänienhilfe oder die Pfarrer-Röper-Stiftung, die sich unter anderem im Schul- und Sozialbereich für Mainzer Kinder und Jugendliche einsetzt, Pfarrer Röper hat sich stets in verschiedene Richtungen orientiert. „Wir wollen in der Gemeinde zeigen, dass es möglich ist, im Alltag etwas zu verändern“, sagt er und setzt sich deshalb vor Ort stark für die Hausaufgabenhilfe ein.

„Wir sind eine sehr aktive Gemeinde und haben viele ehrenamtliche Helfer“

Zwar bemängelt der Geistliche, dass sich viele für die zahlreichen Initiativen in der Gemeinde auf die Schulter klopfen, aber nicht ganz so viele etwas tun. Insgesamt blickt Röper aber voller Stolz auf seine Schäflein: „Wir sind eine sehr aktive Gemeinde und haben viele ehrenamtliche Helfer, die da sind, wenn sie gebraucht werden.“ Das bestätigt auch die ehemalige Pfarreisekretärin Elli Eder, die zudem miterlebt hat, wie der Pfarrer im Laufe seiner Dienstjahre neue Ideen in die Gemeinde eingebracht hat. „Nicht alle waren von dem Einfall begeistert, nach dem Sonntagsgottesdienst ein offenes Bistro einzurichten“, erinnert sie sich. Es habe Vorbehalte gegeben, dass dieses Angebot nicht genutzt werden würde.

Kirche vor Ort

„Doch das Bistro ist seit vielen Jahren ein beliebter Treffpunkt für Gemeindemitglieder jeden Alters“, so Elli Eder. Sie betont auch, dass Pfarrer Röper vor allen Dingen eines sei: ein Seelsorger, der sich aktiv auf die Menschen jeder Konfession zubewegt und für alle ein offenes Ohr hat. Immer wieder besuche er Menschen ganz spontan, schaue nach, wie es ihnen geht, und interessiere sich für ihre Sorgen und Ziele.

 „Eine Pfarrgemeinde soll zeigen, was Kirche vor Ort bedeutet, gerade dann, wenn sie in der Öffentlichkeit kritisch gesehen wird. Es ist wichtig zu zeigen, dass wir unseren Glauben leben und von Krankenbesuchen über den Seniorenclub bis hin zur Trägerschaft des Kindergartens in ganz verschiedenen Bereichen aktiv sind“, ist Röper überzeugt – und Elli Eder resümiert: „Als er zu uns nach Eppertshausen kam, war er jung, engagiert und voller Kraft.“ Und das sei er noch immer, auch wenn er ein bisschen ruhiger geworden sei, bemerkt die ehemalige Pfarrsekretärin und betont: „Sein Einsatz für die Menschen vor Ort hat nicht nachgelassen.“

Quelle: op-online.de

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