Gelassenheit statt Panik

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Keine Angst vor Spritzen hat Anton Göbel. Der Eppertshäuser ließ sich von Impfassistentin Cornelia Semmel gegen die Schweinegrippe impfen.

Eppertshausen ‐ Viel los ist an diesem Mittwoch in der Eppertshäuser Arztpraxis von Dr. med. Volker Kühnscherf: Der zentrale Impftermin gegen die Schweinegrippe neigt sich dem Ende. Auch Anneliese Euler lässt sich impfen. Von Jasmin Frank

Mein Mann und mein Sohn waren gestern schon hier und es haben sich keinerlei Nebenwirkungen gezeigt. Auch mein 86-jähriger Vater hat die Impfung gut überstanden. Jetzt bin ich dran“, erzählt sie lachend und verschwindet ins Behandlungszimmer. Die Familie Euler gehört zu jenen, die sich auch regelmäßig der herkömmlichen Grippeimpfung unterziehen. Einen Moment später kommt die muntere 58-Jährige zurück ins Wartezimmer und kommentiert das Prozedere: „Es ging ganz schnell und hat überhaupt nicht wehgetan.

Abwartende Gelassenheit unter Patienten

Auch Anton und Marianne Göbel, beide bereits über 60 Jahre alt, lassen sich impfen und benötigen wegen ihres Alters sogar die zweifache Dosis. „Mein Mann hat eine chronische Erkrankung und gehört deshalb zur Risikogruppe. Ich selbst bin an sich wenig anfällig für Krankheiten, denke aber, dass eine Impfung der allgemeinen Verbreitung des Virus vorbeugt“, sagt Marianne Göbel. Das Paar wird in den nächsten Tagen aufmerksam verfolgen, ob sich Nebenwirkungen zeigen.

Allgemein herrscht unter den Patienten eine abwartende Gelassenheit. Einige haben sich erst in den vergangenen Tagen für die Impfung entschieden, Panik und Unruhe lässt aber niemand erkennen. Das bestätigt auch Arzthelferin Cornelia Semmel, die als ausgebildete Impfassistentin für die Abwicklung der Vorkehrungsmaßnahme zuständig ist. „Wir haben ja in der Praxis auch erst mal abgewartet und uns dann vor gut zwei Wochen in Absprache mit der Praxis von Dr. Ebell dazu entschlossen, diese beiden Termine anzubieten. In der ersten Woche nach der Bekanntgabe hatten wir nur fünf Anmeldungen“, berichtet Semmel. Nachdem die Schweinegrippe in den Medien aber zunehmend thematisiert wurde, seien auch die Anfragen gestiegen. In der zweiten Woche gab es schon 50 Nachfragen und nach einer weiteren Veröffentlichung gingen allein am vergangenen Freitag über 70 Anrufe von Interessenten ein.

Ausreichende Menge Impfstoff problematisch

Bislang musste die Praxis niemanden abweisen, auch wenn rund 50 Patienten auf die nächste Woche vertröstet werden mussten. „Deshalb ist es besonders ärgerlich, dass einige Patienten nicht zu ihren Terminen gekommen sind und das, ohne abzusagen. Die nehmen schließlich anderen Eppertshäusern die Möglichkeit zur Impfung“, ärgert sich die Arzthelferin.

Wie anderswo auch, kam es auch hier zu Problemen mit einer ausreichenden Impfstoffversorgung. Die für vergangenen Montag georderten Dosen konnten nicht geliefert werden und sollten stattdessen erst Ende der Woche eintreffen. „Ich habe dann mit dem Gesundheitsamt gesprochen und mich beschwert. Schließlich waren die beiden Termine ja abgesprochen und der Impfstoff zugesagt. Glücklicherweise konnte man uns von dort umgehend 100 Dosen zur Verfügung stellen, so dass wir noch am gleichen Tag mit den Impfungen beginnen konnten“, berichtet Semmel, eine Imfpungs-Befürworterin aus Überzeugung.

Sowohl sie als auch Dr. Kühnscherf haben sich impfen lassen – und zwar vorab, weil sie erst einmal sehen wollten, ob wirklich keine Nebenwirkungen auftreten. Bisher bleiben diese in Eppertshausen weitgehend aus: Vom Kleinkind bis zum Rentner hat bislang jeder die Impfung gut überstanden.

Quelle: op-online.de

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