Gemeindevertretersitzung

Wald bringt Geld in die Kassen

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Bei der Gemeindevertreterversammlung wurde auch der Waldwirtschaftsplan des zu Ende gehenden Jahres besprochen.

Eppertshausen - Gute Nachrichten gab es von Seiten der Förster: Die Ausgaben belaufen sich im Plus und sind sogar höher als in Vorausrechnungen angenommen. Von Peter Back 

„Das Betriebsergebnis als Differenz der Einnahmen und Ausgaben beläuft sich auf rund 66.000 Euro und liegt damit etwa 16.000 Euro höher als in der Vorausberechnung angenommen“. Mit dieser guten Nachricht eröffnete Revierförster Lothar Seipp die Gemeindevertreterversammlung im kleinen Saal der Bürgerhalle an der Waldstraße. Unter Vorsitz von Rainer Eder wurde dort der Waldwirtschaftsplan des zu Ende gehenden Jahres beleuchtet sowie ein Ausblick auf die kommende Periode gegeben.

Auf einer Karte demonstrierte Seipp die Verteilung der Baumbestände im Gemeindewald. Der größte Bereich, wenn auch durchmischt mit Buchen, ist den Kiefern vorbehalten. Beachtliche Flächen sind mit Eichen bestückt. „Im Laufe der Jahre ist ein Wandel von vorwiegend mit Kiefern und Eichen besetzten Flächen in Buchenbestände feststellbar“, ergänzte Helmut Seitel, Leiter des Forstamts Dieburg. Die schneller wachsende Buche bedränge die Kronen der Kiefern und Eichen, schränke so deren Wachstum ein und verdränge so innerhalb weniger Jahre den wünschenswerten Baumbestand, wenn ihr Wachstum nicht eindämmt wird.

Für das Waldwirtschaftsjahr 2014 plant Lothar Seipp mit einem Überschuss von 26.700 Euro, der sich aus Einnahmen von rund 80.000 Euro ergibt, die überwiegend aus dem Verkauf von Holz resultieren. Denen stehen etwa 53.000 Euro an Ausgaben gegenüber. Vor allem der als Unternehmereinsatz bezeichnete Posten von 26.000 Euro zum Einschlagen des Holzes mit der Motorsäge, für Pflanzeinsätze und Zaunbauten schlägt hier zu Buche.

Ziel: Viele Baumarten im Wald

Es folgen die Ausgaben für den Beförsterungseinsatz mit 15.000 Euro und den Wegebau von 4500 Euro, die um kleinere Posten wie Versicherung, Gebühren für die Zertifizierung und zum Waldschutz, bei dem für jungen Baumkulturen Zäune errichtet werden, um sie vor äsendem Wild zu schützen, ergänzt werden.

Dass manche von den Forstleuten angepflanzten Jungbäume nicht angingen, liege häufig an einer hohen Bodenverdichtung, berichtete Forstamtsleiter Helmut Seitel. Dem Einwand, dass Harvester-Maschinen den Waldboden übermäßig verdichten würden, entgegnete Seitel, indem er erwähnte, dass die Holzernte-Maschinen nur auf festgelegten, blau markierten Rückegassen bewegt werden dürften und so der Schaden minimal gehalten werde.

„Unser Ziel ist es, den Wald möglichst vielfältig aufzubauen und viele Baumarten zu halten“, formulierte Helmut Seitel und wandte sich an die Jäger: „Der Abschuss von Hasen, Enten und Gänsen im Bereich des Forstamts Dieburg ist verboten.“ „Wir schlagen nur außerhalb der Setz- und Brutzeiten Holz ein“, betonte Bürgermeister Carsten Helfmann, der außerdem darauf hinwies, dass die Jäger nur noch mit bleifreier Munition schießen würden.

Dies sei eine unabdingbare Voraussetzung für den Erhalt der fünf Jahre gültigen Zertifizierung des Waldes nach der hochwertigen FSC-Norm, deren Logo bereits auf vielen Discounter-Prospekten prangt. „Die FSC-Zertifizierung für das ganze Land ist auch Bestandteil der schwarz-grünen Koalitionsverhandlungen in Wiesbaden“, verriet Helmut Seitel. Kein Problem für Eppertshausen, denn die Kosten für die Zertifizierung nach FSC würden durch den Mehrerlös beim Verkauf kompensiert,ist sich Carsten Helfmann sicher.

Quelle: op-online.de

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