Geringe Beteiligung an Stuhlprobe

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Welcher soll es sein - auch Innenarchitekt Christian Schmidt (links) machte mit beim großen Stühletest für die neue Bürgerhalle im Rathaus Eppertshausens.

Eppertshausen - Stuhlproben sind normalerweise etwas, das zum Arzt getragen wird, im Rathaus haben sie an sich nichts zu suchen. Doch manchmal sind die Dinge anders, als sie scheinen. Von Jasmin Frank

Deshalb lag es auch nicht an dem Rückzieher eines Allgemeinmediziners aus den Niederungen der Kassenmedizin, dass nun einige Bürger in den Verwaltungssitz am Franz-Gruber-Platz eilten, um einer Stuhlprobe beizuwohnen. Denn abgegeben wurde dort freilich nichts handfestes, sondern lediglich eine Empfehlung: Es ging um die neuen Sitzmöbel der Bürgerhalle, die von der Mehrzweckhallenkommission zwecks Auswahl getestet wurden.

„Wir benötigen insgesamt 510 neue Stühle, davon sind 450 für den großen Saal bestimmt, der Rest für den kleinen. Die Preisspanne reicht von 63 Euro bis hin zu 97 Euro pro Sitzmöbel“, informierte Bürgermeister Carsten Helfmann.

„Sitzpolster sind bei längeren Veranstaltungen bequemer“

Zur Auswahl standen vier Modelle in je zwei Varianten – mit Polster und ohne. Eine aufwändige Reinigung sei für die Stoffe nicht mehr nötig, versicherte Fachbereichsleiter Dieter Hüllmandel, die Bezüge hätten einen Lotuseffekt.

Zur Mehrzweckhallenkommission gehören insgesamt 14 Personen, die sich aus Gemeindevorstand, einigen Gemeindevertretern, dem Hausmeister, Bürgermeister Carsten Helfmann, den drei Fachbereichsleitern und fünf Vereinsvertretern zusammensetzt. Die Bewertungen fielen unterschiedlich aus. „Ich bevorzuge diesen Stuhl hier mit der Sitzvertiefung“, meinte Marita Euler, Manfred Hechler hingegen urteilte: „Mit Polster empfinde ich es doch bequemer.“ Damit stimmte er voll und ganz mit Innenarchitekt Christian Schmidt überein, der empfahl: „In der Regel werden Stühle mit Polstern genommen, denn ohne wirken die Holzstühle doch recht kalt. Zudem sind Sitzpolster bei längeren Veranstaltungen bequemer und man rutscht nicht so leicht in eine ungünstige Position, wie es auf einem glatten Stuhl der Fall ist.“

Bequemlichkeit und Stapelfähigkeit

Holzfarbe und Bezugsstoff waren vorab schon näher definiert worden: Die dunkel gebeizten Stühle sollen einen Bezug bekommen, der farblich dem Hauptvorhang entspricht, also in einem Grauton. „Nicht nur die Bequemlichkeit spielt eine Rolle, auch die Stapelfähigkeit sollte ausprobiert werden, zudem gibt es auch unterschiedliche Verbindungsarten, so dass auch die Abstände zwischen den Stühlen, wenn sie in einer Reihe stehen, verschieden sind“, erläuterte Schmidt.

Während die Kommissionsmitglieder fleißig die verschiedenen Modelle testeten, informierte Helfmann kurz über den Stand der Dinge in der Bürgerhalle: „Wir liegen durch die letzten Ausschreibungen zwei Prozent über dem Kostenansatz von rund 4,5 Millionen Euro, das entspricht 86.000 Euro. Diese Steigerung wurde in Kauf genommen, denn die Kommission hat sich für eine hochwertigere Pflasterung rund um die Halle entschieden, zudem gab es Änderungen im Bereich Beschallungsschutz.“

Auch die Wahl der Stühle ist eine Kostenfrage, damit sich jedoch niemand vom Preis beeinflussen lässt, wurden die Kosten der jeweiligen Sitzmöbel erst im Nachhinein bekannt gegeben. Eine Entscheidung konnte allerdings noch nicht getroffen werden – die Kommission war wegen zu geringer Teilnahme, insbesondere durch die Vereinsvertreter, nicht beschlussfähig, so dass nun der Gemeindevorstand über das Mobiliar beschließen muss – eine weitere Stuhlprobe ist dafür aber nicht mehr notwendig.

Quelle: op-online.de

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