Rock beim Liederkranz

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Die „Singing Kids“ zeigten sich auf der Bühne als wilde Rocker.

Eppertshausen ‐ Schon 131 Jahre alt und damit der älteste Verein Eppertshausens ist der Gesangverein Liederkranz, und dennoch ging es am Ehrenabend am vergangenen Samstag richtig rockig zu: Der Kinderchor „Singing Kids“ riss sein Publikum mit, als er mit „We will rock you“ von Queen über die Bühne tobte. Von Jasmin Frank

Zuvor hatten die Jungen und Mädchen als Nonnen verkleidet für viel Applaus und Gelächter gesorgt, als sie zunächst ein braves Kirchenlied sangen und dann gemeinsam mit ihrer Dirigentin Theresia Uglik frei nach dem Musical „Sister Act“ auf der Bühne zu schwungvollen Gospels überwechselten. Doch auch der Männerchor zeigte sich facettenreich und umrahmte nicht nur würdevoll die Ehrungen mit Stücken wie „Zeit ist ein Geschenk“, sondern gab nach der Pause populäre Weisen aus Frankreich, Russland und Südafrika zum Besten.

Geehrt wurden an diesem Abend zunächst die Kinder, denn Marleen Abendroth, Mareike Auner und Kristina Kujat singen bereits seit drei Jahren und Luzie Abendroth sowie Nina Bangnowski seit fünf Jahren bei den „Singing Kids“. Bei den Erwachsenen halten dem Verein seit 25 Jahren Betty Groh und Andreas Müller die Treue, für ein halbes Jahrhundert wurde Gerhard Groh ausgezeichnet und für 40 Jahre Vorstandsarbeit Heinz Ries sowie für 25-jährige aktive Mitgliedschaft Gerhard Bangnowski.

Eine ganze Reihe Mitglieder wurde für jahrzehntelange Vereinstreue geehrt.

Er war es auch, der gekonnt durch den Abend führte, und das nicht zum ersten Mal. „So gerne ich singe, so gerne moderiere ich auch. Es macht mir einfach Spaß und ich muss mich auch nicht vorbereiten, die Ansagen kommen einfach so aus dem Bauch heraus“, erzählt der 66-jährige Eppertshäuser mit leuchtenden Augen. In seinem Leben hat die Musik eine ganz entscheidende Rolle gespielt, denn schon in seiner Jugend stand er auf der Bühne. „Damals haben wir richtigen Rock ‘n‘ Roll gemacht und unsere Band hat alles von den Beatles und Elvis gecovert. 1964 hatten wir einen Auftritt hier in Eppertshausen und dabei habe ich meine erste Frau kennen gelernt“, erinnert er sich schmunzelnd. Drei Jahre später wurde geheiratet und als seine Frau schon 1985 jung verstarb, war es die Musik, die ihm Halt gab. „Ich habe mich neben meiner Fastnachtsgruppe nach etwas Ernsterem gesehnt und bin in den Liederkranz eingetreten.

Das hat mir sehr geholfen. Und auch meine zweite Frau habe ich wieder über die Musik gefunden, bei einem Abend der Germania, auf dem ich wie heute angesagt habe“, so der rührige Sänger, der auch beim Chor Sankt Sebastian singt und in vielen Vereinen aktiv ist. Stolz macht ihn, dass auch seine beiden Enkeltöchter Nina und Elena im Liederkranz singen und so die Tradition fortsetzen. Lange Zeit hatte Bangnowksi allerdings nicht zum Plaudern, denn schon musste er wieder auf die Bühne, um den nächsten Programmpunkt anzukündigen: Rochus Paul, der Dirigent des evangelischen Kirchenchores, zeigte sein Können am Klavier.

Vielfältig ging es weiter: Die Tanzgruppe Fairit fegte über die Bühne, die Liederkranzfrauen zeigten „Malaika“ und Gregor Ries und Herbert Weber gaben Sketche zum Besten. Ein rundum gelungener Abend, bei dem für jeden Geschmack etwas dabei war.

Quelle: op-online.de

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